Montag 29. Juni 2020

Ein Teil der Kollegen war gemeinsam in einem Raum im noch aktuellen Schulgebäude anwesend, andere waren über das restliche Haus verteilt. Der größte Teil des Kollegiums saß zuhause oder sonst irgendwo vor einem Computer oder ähnlichem Gerät. Im neuen bzw renovierten Schulgebäude, das im September eingeweiht werden soll, gab es auch schon ein WLAN-Netz und dort saßen diejenigen, die heute mit Übersiedlungsarbeiten dran waren. So lief unsere heutige Notenkonferenz ab, ziemlich zerstreut würde ich sagen. Insgesamt sehr improvisiert, denn das Ministerium schmeißt einen Erlass nach dem nächsten raus, wirft wieder alles um und verlautbart das Gegenteil… Nachdem es keine Vergleichswerte gibt, ist es auch schwer zu beurteilen wie gut oder schlecht alles läuft bzw ob es nicht noch verworrener laufen könnte.

Gestern habe ich ein Interview mit Christine Nöstlinger gehört, anlässlich ihres zweiten Todestages. Ihre Stimme finde ich unverwechselbar obwohl ich nicht besonders gut im Erkennen von Stimmen bin. Sie erzählte, dass man als Tochter seiner Mutter nicht entkommen könnte auch wenn man – wie sie – als Jugendliche und junge Frau heftige Konflikte mit ihr ausgetragen hätte. Im Alter würden Töchter nolens volens ihren Müttern immer ähnlicher. Ein Körnchen Wahrheit finde ich da schon. Ich kenne zwei Frauen für die es geradezu ein Lebensziel war, nicht so zu werden wie ihre Mütter. Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang, dass Christine Nöstlinger einer ihrer beiden Töchter auch den Namen Christine gegeben hat.

Er flattert elegant und orange und ist der Sonnenschirm, den wir am Wochenende erworben haben. Ganz erstaunlich wie einfach es ist, mit so einem Sonnenschirm Sommer- und Urlaubsstimmung zu erzeugen. Ich würde es ja bei weitem vorziehen, im Regen unter dem Schirm zu sitzen; aber der Verkäufer, der so unfreundlich war, dass er nur ein umgeschulter Aussteiger aus der Wiener Gastronomieszene sein kann, versicherte mir, dass der Stoff nicht wasserdicht ist. Ich werde es natürlich ausprobieren. Nachdem wir nun einen granitenen Schirmfuss haben, der schwer genug ist, den F zu überzeugen, dass ihn der Wind nicht wegtragen kann, liegt ein Aufrüsten mit einem zweiten Schirm aus wasserdichtem Stoff im Bereich des leicht Verwirklichbaren.

22 Gedanken zu “Montag 29. Juni 2020

  1. Zum Thema Töchter werden unvermeidbar wie ihre Mütter…. ja das ist so, je mehr wir etwas nicht wollen oder gar auf keinen Fall werden wollen… werden wir es anziehen. Etwas nicht wollen allein – ist noch keine Lösung, nur die Beschäftigung mit dem Nichtwollen und den Gründen hierfür kann uns durch mehr Bewusstheit davor bewahren. (Das war mein Senf aus einer schlaflosen Nacht)

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  2. Mütter sind die ersten Rollenmodelle, die wir haben, sie lehren uns die Welt. Daher ist es normal, dass wir uns an ihnen abarbeiten, ob wir wollen oder nicht. Ich wüsste gerne, ob Christine Nöstlinger jemals bedauert hat, der Tochter den Namen gegeben zu haben, denn das kann ziemlich schiefgehen, vor allem, wenn es der einzige Name ist …
    (Nicht mehr lange, was? 😉)
    Liebe Grüße
    Christiane 😁☁️☕🍪👍

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    1. Ja, das wäre interessant. Ich weiß auch nicht, ob es die ältere oder die jüngere Tochter ist, die sie nach sich benannt hat. Vielleicht kam die Idee auch nicht von ihr, was auch aussagekräftig wäre …
      Heute ist der letzte Tag – zwiespältige Sache ….

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        1. Erst im Herbst. Was ich sehr gut finde, weil ich da schon Zeit gehabt haben werde mich auf die neue Situation einzustellen. Auch das alljährliche Abschlussfest findet nicht statt, was ich schade finde, weil es immer ein schöner Abschluss vor Ferienbeginn war.
          Warst du länger am Meer oder tagesausflugsmäßig? Ich würde mich schon über eine halbe Stunde Meer freuen, aber ich bleibe jetzt bei dem Entschluss im Sommer nicht zu reisen. *seufz*

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          1. Tagesausflug, und nicht am Wochenende, weil dann die Strände platzen *seufz*, gerade bei gutem Wetter.
            Ich denke gerade über das Etüdensommerpausenintermezzo nach, mir spukt da was mit #stayathome im Kopf herum …

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  3. Ich schaue in den Spiegel und sehe meine Mutter. Mit dem Alter immer mehr. Nie wollte ich so werden, so aussehen. Ich schaue auf meine Kinder und sehe mich selbst. Sehe die Fehler, die sie begehen und kann sie nicht davor bewahren, da sie ihre Erfahrungen machen müssen. Erst dadurch werden sie ihren Weg finden. Wir können uns nicht von uns selbst befreien. Das sind Konditionierungen, die durch Evolution, Gene und Erziehung im Gehirn und jeder Zelle unseres Körpers eingraviert sind.
    Wir können das aber erkennen, verstehen und akzeptieren. Dann kann das ziemlich interessant werden, denn die spannende Frage, wer bin ICH eigentlich, steht plötzlich im Raum. Viele liebe Grüße und trotz dieser vielen Veränderungen wünsche ich dir eine schöne Woche, Monika

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  4. Da bin ich eine weitere Frau, die es erfolglos versucht hat, so anders wie irgend möglich zu werden – und dann kommt eine alte Tante daher und zwitschert fröhlich „Du wirst deiner Mutter immer ähnlicher!“, und ich würde sie am liebsten ins Knie beißen, obwohl die Aussage ganz nett gemeint ist.
    Was den Schirm angeht: versuche doch mal, ihn zu imprägnieren. Früher nahm man dazu Essigsaure Tonerde (riecht, wie es klingt).

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    1. Ich hoffe darauf, dass es noch irgendeine weitere Stufe der Weisheit gibt, auf der man dann erkennt, dass die Ähnlichkeiten eigentlich wunderbar sind
      Essigsaure Tonerde klingt grauenhaft. Ist das nicht ein Hausmittel für Verstauchungen oder sowas ? Ich warte einmal den ersten Regen ab …

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      1. Essigsaure Tonerde waren doch Fußwickel gegen Fieber, in meiner Kindheit zumindest.
        Bei uns ist es leider auch so, dass wir manchmal die Stimme unserer Mutter in meinen Worten hören. Selten aber erschreckend genug. Vielleicht hilft der große Abstand zu ihr als Erwachsene mehr Eigenes zu entwickeln. Noch glaube ich, dass das ganz gut gelingt. Hoffentlich stimmt es. Wo Ähnlichkeit besteht, kann ich diese vermutlich nur bedingt ändern.

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