la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Soll ich oder doch nicht ….

19 Kommentare

Die heute vorgestellte Kreativtechnik bei Jutta Reichelt ist eine Art automatisches Schreiben: 5 Minuten, einfach drauf los, möglichst ohne zu denken, ohne zu konstruieren. Die Methode war im Surrealismus beliebt, man wollte so direkt an das Unbewusste herankommen. Ich denke das funktioniert prinzipiell gut. Man kann sich etwas mehr oder etwas weniger einlassen. Das ist ein Text bei dem ich mich ein bisschen eingelassen habe, nur so als Beispiel. Trotzdem könnte ich – wie Jutta das vorschlägt – einzelne Sätze herausnehmen und sie als Anfangssätze für einen neuen Text nehmen.

Ich kenne die Technik vom Malen. Was immer man tut, irgendwie fließt das Unterbewusste durch die Hand, es können Bilder daraus werden, oder Sätze. Immer aber ist es eine Form des Dialogs mit sich selbst, der erstaunliche Ergebnisse bringen kann oder auch nicht, je nachdem. Die Herausforderung ist es, für sich selbst zu entscheiden, was das nun geworden ist.

Donnerstag, der vierte, mehr zum Ende als zum Anfang. Anfang ist auch anstrengend, Arbeit, vielleicht in einem Stall, ausmisten, Kühe, Kühe mit Locken und Glocken … und Socken. Stroh, das pickst, Heuboden, Jugendabenteuer, aber nur auf dem Land. Löwenzahn in gelb, natürlich nicht rot , Rosen blühen und welken, auch in anderen Farben. Nachtfrost im März, gab es früher auch oft und viel ist erfroren. Die gelbe Rose, die den ganzen Winter durchgehalten hat, ist gestern Nacht erfroren. Vielleicht war sie ja schon tot und nur durch die Kälte in einen scheinlebendigen Zustand versetzt. Verglichen mit dem frischen Grün bemerkt man das dann. Aber auch das frische Grün ist letzte Nacht erfroren, mitten im Frühling und unter Coronaviren. Wie die auf Pflanzen wirken, weiß man ja nicht. Wahrscheinlich gar nicht, warum sollten sie auch. Gähnen, gähnende Leere, im Lagerhaus, auf den Plätzen, fertig, los  und 5 Minuten sind vorbei.

19 Kommentare zu “Soll ich oder doch nicht ….

  1. Eines der Themen, die mich beschäftigen: Wie wird Denken in literarischen Texten dargestellt – und wie findet es wirklich statt? Dein Text ist ein schönes Beispiel für letzteres … Vielen Dank fürs Teilen!

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  2. Mit einem Fläschchen Rotwein und netten Leuten macht das automatische Schreiben richtig Spaß. Geht aber leider momentan nicht 😦

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  3. Bei dir kommt auch noch was Lesbares raus, wenn du NICHT denkst. – Bei manchen ist das anders – die denken und es kommt nichts Lesbares raus.

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  4. Eine spannende Methode, liebe Myriade. Probieren wir vielleicht auch mal. Und eher nicht öffentlich. 😉 Aber nur 5 min. sind knapp.
    Herzliche Grüße 🍀
    „Benita“

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  5. Das Schreiben ohne Nachdenken, das Schreiben wie im Fieber, wie gerne mochte ich das.
    Leider bin ich zur Zeit wie blockiert.
    Aber vor einigen Jahren war es anders:

    Was ich schrieb

    Letzte Nacht
    schrieb ich
    Ich schrieb wie
    im Fieber

    ich schrieb wie
    im Traum
    Wort um Wort,
    immerfort

    Du fragst
    was ich schrieb?
    Ich weiß es nicht
    Fort sind die Worte
    für immer fort

    Vielleicht war’s
    ein Gedicht
    ich weiß es nicht

    Mittwochabend, 16. Juni 2010

    Es ist aus wortbehagen

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