13. März 2020 und 1848 – Revolution

13. März 1848 – die Märzrevolution in Wien. Wenigstens ist man Metternich damals losgeworden, der am 13. März zurücktrat, aber die Revolution fand auch schon am 9. November ihr Ende, mit der standrechtlichen Erschießung ihrer Anführer. Verglichen damit, ist es derzeit friedlich.

Ab Montag werden alle Geschäfte mit Ausnahme vom Lebensmittelhandel und den Apotheken geschlossen. Alle Gastronomiebetriebe und Lokale jeder Art müssen um 15:00 schließen. Mit der Begründung, dass die ohnehin schon unter schwierigen Bedingungen arbeitenden Menschen die Möglichkeit haben sollen zu Mittag zu essen. Das ist eine österreichische Lösung, die mir gefällt. Sie trifft die goldene Mitte zwischen Normalität und Dramatik. Überhaupt bin ich vom Krisenmanagement der Regierung beeindruckt. Von den Maßnahmen selbst und von der Transparenz mit der sie kommuniziert werden. Kurz hat Gelegenheit seine rhetorische Brillianz zu zeigen. Als römischer Volkstribun hätte er den Senat permanent vor sich hergetrieben. Allein, wie er allen dankt, die das normale Leben aufrecht erhalten von den Verkäufern zum Gesundheitspersonal und auch allen anderen. Hat mir auch gefallen, obwohl mir klar ist, wie manipulativ sowas sein kann.

Anschober wirkt überaus solide und kompetent. Der Bundespräsident hält eine seiner Kuschelreden, die ich gerne mag, aber inhaltlich nicht so ganz nachvollziehen kann. Er spricht von einem „Team Österreich“, das die Herausforderung gemeinsam lösen wird. Ob das die Leute waren, die heute Vormittag in den Wiener Supermärkten wie die Irren Clopapier gehamstert haben ? „18 Paletten kommen morgen“ sagt mir eine Verkäuferin in dem großen Supermarkt, in dem wir meistens Freitags einkaufen.“aber wie lange die wieder reichen werden, weiß man nicht“. Ganz unter uns: wir wollten auch zwei Packungen Clopapier erwerben, es war aber keine einzige mehr da.

In Tirol werden die Hotels gesperrt und mehrere Gemeinden tatsächlich abgeriegelt. Ausländische Touristen dürfen natürlich ausreisen, die Einheimischen stehen unter Quarantäne. In Tiroler Bergtälern hat es Tradition von der Welt abgeriegelt zu sein … Im Hintergrund sieht man eine Gruppe chinesischer Ärzte, alle mit Mundschutz und Schutzanzug einem Flugzeug entsteigen. Sie kommen um ihre Erfahrungen mit dem Virus weiterzugehen.

Der F hat sich noch nicht entschieden, ob er er auch ins home office zieht. Er ist noch beim Abwägen der Vor- und Nachteile. Man wird sehen. Ich entschleunige einmal. Ungeklärt ist noch, ob wir die Schularbeiten und sonstigen Prüfungen der Abschlussklassen nächste Woche doch durchführen (müssen). Ich verstehe schon, dass es für den ganzen Jahrgang wichtig ist, Matura machen zu können, aber kann man nicht einfach alles um einen Monat verschieben?

20 Gedanken zu “13. März 2020 und 1848 – Revolution

  1. Deutschland ist gerade dabei, die Schulen, Kitas, Gottesdienste(!), Sportligen etc. für mindestens zwei Wochen zu schließen. Wir ziehen also nach.
    Es wirkt alles bisschen seltsam.
    Geht es dir gut?
    Liebe Grüße
    Christiane 😀🍷🌟👍

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  2. Ich war am Do Abend wider besseres Wissen doch zum Doppelkopf – und da habe ich euren Sebastian Kurz erwähnt – und da war eine so begeistert von ihm, dass ich lachen musste. Ich finde ihn auch nicht schlecht, so jung und schon so einen verantwortungsvollen Posten. Außerdem hat er den gleichen Namen wie mein Sohn.

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  3. Ein wirklich seltsames Gefühl. Wir kennen solch drastische Schritte nicht und es wäre seltsam, wenn sie einen nicht berühren, beunruhigen oder irritieren würden. Die Ausbreitung zu verlangsamen finde ich persönlich auch wichtig und hoffe für uns alle, dass der Spuk schnell vorüber zieht und die Auswirkungen danach gestemmt werden können. Liebe Grüße zu dir.

    Gefällt 3 Personen

  4. Die Mannheimer Schulen sind erst mal bis zu den Osterferien geschlossen. Einige Krankenhäuser haben einen Besucherstopp. Eine Begleitperson darf meine Tochter zur Entbindung dabei haben und DAS beruhigt mich jetzt sehr, denn die Begleitperson ist der Papa ihres Babys, auf das wir täglich warten.

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