Donnerstag 12. März 2020

Wie es aussieht, bleibt kein Stein auf dem anderen. Ab Montag sind alle Oberstufenschulen und Unis geschlossen. Am Mittwoch folgen die Schulen der der 6 bis 14 jährigen, allerdings soll es eine Betreuung geben, für jene Kinder, deren Eltern sie nicht betreuen können. Diese Betreuung wird, fürchte ich, etwas problematisch werden, was passiert sobald jemand vom Lehrpersonal infiziert ist? Und das kann nicht lange dauern, denn die KInder, die zum Glück anscheinend selbst nicht krank werden, sind lebende Virenschleudern.

Zu meiner großen Verblüffung hat Kanzler Kurz angekündigt, dass jene Firmen, die Mitarbeiter zur unbedingt notwendigen Kinderbetreuung freistellen ein Drittel des Gehalts dieser freigestellten Mitarbeiter aus öffentlichen Geldern bekommen sollen. Das ist doch eine wirklich soziale Maßnahme. Überhaupt kommt mir das Krisenmanagement von Kanzler und Gesundheitsminister gar nicht schlecht vor. Die Landsleute werden verstehen, was ich damit meine, wenn ich mir vorstelle, dass die Gesundheitsministerin von der FPÖ, Frau Hartinger-Klein noch im Amt wäre …

Ununterbrochen erfährt man, dass diese und jene Firma schließt oder zumindest den Kundenverkehr einstellt. Es schließen Museen, Großveranstaltungen jeder Art werden abgesagt, sportliche, kulturelle. Wir werden aufgerufen, soziale Kontakte möglichst zu meiden. Durch die Reduktion von Sozialkontakten auf ein Viertel soll eine signifikante Abflachung der Infektionskurve möglich werden.  Es gibt ein errechnetes Szenario, dass, wenn der exponentielle Anstieg der Infizierten nicht gebremst wird, mit 1. April keinerlei Spitalsbetten mehr zur Verfügung stehen würden, die Intensivbetten wären schon Mitte März alle belegt. Leider lässt sich an der Mathematik nicht rütteln.

Ich werde versuchen, mich der Entschleunigung zu widmen, allein.

 

27 Gedanken zu “Donnerstag 12. März 2020

  1. Ich hatte gestern in 3sat das Interview mit dem österreichischen Bildungsminister gesehen, etwas gewundert hatte ich mich, dass es für die Grundschüler Betreuungsangebote geben soll. Wer betreut denn dann? Freiwillige? Lehrer/innen?
    Ich schätze, hier bei uns wird heute Nacht lange und heftig diskutiert, da es noch keine einheitliche Linie zu den Schulschließungen gibt. Am Ende wird es wohl auf italienische Verhältnisse hinauslaufen, wenn auch erst in ein paar Wochen.
    Selbst wenn die ganze Geschichte glimpflich ausgeht, da haben sich grundlegende Dinge schon geändert.
    Grüße!

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    1. Mir kommt auch vor, dass einiges zurückbleiben wird von dieser Pandemie, im positiven Sinn.
      Diese Betreuung hängt in der Luft, weil ja noch niemand weiß, wie viele Kinder es sein werden. Zuständig sind die Schulen und somit die dort beschäftigten Lehrer*innen …

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  2. Ist bei uns auch nicht anders. Die Regierung tut, was sie kann, sowohl was die Abflachung der Ansteckungskurve als auch die Hilfestellung für die wirtschaftlich am schwersten betroffenen Regionen und Branchen. Und das bei einer durch jahreange Sparmaßnahmen stark geschwächten Wirtschaft. Ein Riesenproblem sind die Flüchtlingszentren, keine Ahnung, wie sie damit fertig weren wollen, dazu auch noch die täglichen Kämpfe an der Grenze mit Menschen, die Erdogan uns schickt und die Griechenlan nicht auch noch aufnehmen kann. Es handelt sich nicht um Flüchtlinge als Idlib, sondern um Menschen, die schon seit Jahren in der Türkei leben. Na ja. Sonst everything under control. Mir macht es weiter nix aus, die Menschenmassen zu meiden, nur die Metro fehlt mir.

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    1. Gerda, das denke ich die ganze Zeit. Was ist in diesen lagern los? Was passiert an der Grenze? Wer hilft da? Oder wird das in Kauf genommen? Es macht mir tatsächlich Angst. Es wird so klar, in welchen Klassen wir leben und wer das Glück einer medizinischen Versorgung hat und wer nicht. Ach, was für Gedanken…..

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  3. Hatte gerade meine letzten Yoga-Stunde an der VHS. Auch die Volkshochschulen schließen bis nach Ostern. …… Es heißt daheim Yoga machen. ….. Wir sind dieses Leben ja fast gewohnt mit wenigen Sozialkontakten. Wir hoffen auch auf positive Änderungen im Umgang miteinander. Etwas mehr emotionales Miteinander. ….. Also danach. Kann mir aber vorstellen, dass es vielen Angst machen könnte zu entschleunigen. Finde es dennoch gut, dass auch die dies lernen müssen irgendwie.
    ….. Bin neugierig, wie es sich entwickelt. Auch wie das mit dem e-learning gehen wird.
    Hab eine gute Zeit, liebe Myriade. 🍀🍀🍀🎶🌺
    Herzliche Grüße
    „Benita“

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    1. Das e-learning als solches ist überhaupt kein Problem, aber wenn ich im Ministerbrief lese, dass die Lehrerschaft dafür zuständig ist, zu gewährleisten, dass Schüler*innen die empfohlenen Aufgaben auch machen, so frage ich mich heftig, wie das aussehen soll …

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          1. Das klingt nach einem Wunsch des Ministers, dass den Lehrenden weiter die Verantwortung fürs Lernen der Schüler*innen gegeben wird, um den Eltern sagen zu können, dass alles gut ist und die Kinder bzw. Jugendlichen trotz Fernunterricht gut versorgt sind. …… Ein bisschen Augenauswischerei. ……Aber vielleicht solltet ihr Stunden über Skype oder so machen, damit du in Kontakt mit den Schüler*innen bist?

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              1. Ja, aber es müssten halt die Eltern darauf schauen, dass die Kinder die Aufgaben machen. Und das evtl. neben ihrer beruflichen Tätigkeit, die in die eigene Wohnung verlagert wurde. …… Da ist für alle etwas zum Lernen dabei. ….. Wer weiß, vielleicht sprechen die Leute in der Familie wieder miteinander?! 😉

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