la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Es sollte kein Spaziergang des Gedenkens werden

4 Kommentare

Wenn man aber durch die Leopoldstadt, den zweiten Wiener Gemeindebezirk geht, in welcher Absicht auch immer, stößt man überall auf Gedanktafeln an den Wänden, auf Steine des Gedenkens, auf Denkmäler und Inschriften. Nach dem Ersten Weltkrieg lebten 180.000 Juden in Wien, ein Drittel davon in der Leopoldstadt, was fast die Hälfte der Bezirksbevölkerung ausmachte. Heute sind es wieder  um die 10.000, darunter auch streng Orthodoxe, die im Stadtbild sichtbar sind, was vor zwanzig Jahren noch nicht so war.

Es gibt jüdische Geschäfte und Lokale mit kosheren Lebensmitteln, jüdische Fleischereien und natürlich Geschäfte und Firmen, die von Juden betrieben werden. Es gibt überall in Wien jüdisches Leben, aber orthodoxe Familien haben ich noch in keinem anderen Bezirk gesehen.

Durch die Gasse „Im Werd“, läuft eine Schrift am Boden. Ein jüdischer Bub erzählt, wie seine Schule niedergebrannt, Lehrer und Schüler verprügelt oder gar ermordet wurden.

Am Ende der Gasse findet man dieses Gedenkmal. Eine recht bedrückende Atmosphäre, die ich in dieser Form dort noch nicht erlebt habe. Es lag wohl auch daran, dass der Markt menschenleer war und die Stände für´s Wochenende weggeräumt.

 

4 Kommentare zu “Es sollte kein Spaziergang des Gedenkens werden

  1. … und über dem Portal der Pfarrkirche Sankt Leopold, die auf den Grundmauern einer Synagoge steht, verkündet eine lateinische Inschrift, die auf die (zweite) Vertreibung der Juden aus Wien von 1670 anspielt: „… SYNAGOGA PERVERSA … IN ECCLESIAM CONVERSA …“

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  2. Gut, dass es solche Erinnerungsorte gibt. Intensiv, dein Spaziergang, und eindringlich, ihn nachzuverfolgen.

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  3. Ich habe vor einigen Tagen erst davon gelesen, wie grausam dieses wahnsinnige Regime auch hier den Juden mitspielte. Schrecklich wüteten sie in der ehemals friedlichen Stadt und verhökerten auch die Schätze, die sie fanden.

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