la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Betrachtungen zum Text Nr.2

23 Kommentare

Wie es aussieht, wird sich mein Schreiben nach ähnlichem Prinzip wie mein Malen abspielen: kein Plan, einfach einmal drauflos. An einem Punkt beginnen und daraus das Ganze entwickeln ohne dass vorher klar ist, wohin die Richtung geht. Und wenn ich einmal einen Plan habe, wie bei der folgenden  Museumsgeschichte, sieht das Ergebnis letztlich völlig anders aus.

Dies sollte eine Fantasy-Geschichte werden, weil ich fand, dass das ein einfacher Einstieg wäre. Es ist anders geworden, ich bin aber zufrieden mit dem Ergebnis. Immer bilde ich mir ein, ich könnte doch die Dinge nicht einfach so laufen lassen, wie sie laufen, sondern müsste einen Plan und ein Konzept und eine theoretische Grundlage haben. Gar nix muss ich! Die Phantasie oder Kreativität oder wie immer man diese Kraft nennen mag, funktioniert von selbst. Man muss sie nähren, mit Sinneseindrücken, Informationen, Überlegungen aber die Ausformung funktioniert irgendwie von selbst.

Und warum sollte ich mich – gegen meine Natur – um eine Vorgangsweise bemühen, die für andere gut und schlüssig sein mag, für mich aber schlecht funktioniert. Was habe ich nicht diesbezüglich für Kriege mit meiner Malmeisterin ausgetragen! Letztlich habe ich bei der Auseinandersetzung viel gelernt, nur nicht das, was sie mir unbedingt vermitteln wollte. Ich habe mich damit auseinandergesetzt, wie andere an ein Bild herangehen und meistens festgestellt, dass es mir so gar keine Freude macht und ich auch ganz schlecht bin bei der Erstellung eines Konzepts für einen kreativen Vorgang. Der Weisheit letzter Schluss für mich war, dass ich darauf pfeife, was andere Leute – inklusive der Malmeisterin – tun und vorschlagen und nach meinem eigenen Gefühl vorgehe. Ja, und was dabei herauskommt, hat mir nicht nur mehr Freude gemacht sondern ist auch besser als das Fremdbestimmte.

Beim Schreiben ist es insofern anders, als es da niemanden gibt, der/die mir dreinreden wollte. Womöglich wäre ein Schreibseminar oder etwas in die Richtung gar nicht das richtige für mich. Womöglich würde ein sogenannter Schreibanstoß bei mir ähnliche Aggressionen wecken wie die Übungsvorgabe „malen wie …  (irgendein Maler)“ Meine Malmeisterin liebt es, im Stil von irgendjemandem zu malen. Ich kann das gar nicht leiden. Ein bisschen konstruktive Kritik wäre natürlich schön …

23 Kommentare zu “Betrachtungen zum Text Nr.2

  1. Meine Schreib“lehrerin“ nennt das übrigens den kreativen Ungehorsam😁😉
    Aber sag mal – während des Lesens wurde ich neugierig auf deine Geschichte und hatte es irgendwie so verstanden, dass diese dann folgt…. oder war der Text die Geschichte? Sorry…. es ist noch früh…..☕😊

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    • Die Geschichte folgt auf dem Fuß 😉
      „Kreativer Ungehorsam“ gefällt mir sehr 🙂 Es braucht dazu aber auch eine Schreiblehrerin, die das aushält und sich nicht ständig in Frage gestellt fühlt. Meine Malmeisterin ist immer wieder beleidigt wenn ich ihren Direktiven nicht folge 😦

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  2. Was einem widerstrebt sollte man auch nicht tun, denke ich.
    So geht die Freude daran verloren.
    Mir geht es genau so.
    Warum sollte ich etwas tun, nur weil alle anderen es so machen?!🤔

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    • So ist es. Obendrein wird auch nichts daraus, wenn man versucht andere zu imitieren. Zumindest bei mir. Für manche ist das vielleicht der richtige Weg. Man muss einfach selbst den richtigen Weg finden

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  3. Die Etüden sind auch „Schreibanstöße“. Fühlst du dich da eher eingeengt oder herausgefordert – oder wechselt das?
    Wenn mir jemand sagt, ich müsse irgendwas NUR so oder so sehen/machen/bewerten, fahre ich gewohnheitsmäßig auch erst mal die Schilde hoch (allein schon das Wort „MalMEISTERIN“ kann so was von „Ich Chef, du nix“ haben).
    Ich glaube, der Punkt ist bei Bild oder Text: Was willst du aussagen? Wenn du das weißt und das ausdrücken konntest, dann ist der Rest ziemlich egal. Wobei ich bei der Aussage dann Einschränkungen mache, wenn es um Handwerkliches geht – das ist (mir) nie egal. Und dann ist da natürlich noch die Frage, ob du das, was du aussagen wolltest, transportieren konntest, und wer das beurteilt, und ob die Leute, die es beurteilen, die sind, die du ansprechen wolltest. Das nun wiederum ist wirklich ein weites Feld.
    Nachdenkliche Grüße 🤔
    Christiane 😁☕

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    • Ja, ja bei den Etüden hängt das für mich auch von den Wörtern ab. Wenn es Wörter sind, die ich gar nicht kenne oder nie verwende, dann blockiert mich das, der Schreibfluss holpert und ich bin unzufrieden und lasse es lieber bleiben. Es gibt öfter Etüden in denen manche Wörter in falscher Bedeutung verwendet werden oder völlig an den Haaren herbeigezogen. Das kann passieren wenn einem ein Wort nicht geläufig ist und das irritiert dann meinen Sprachliebhaberinnenanteil 😉 Es gibt ja aber auch einige Etüdenschreiber*innen, die es immer wieder schaffen, höchst überraschende Texte aus Wörtern zu basteln mit denen ich auf den ersten Blick gar nichts anfangen kann und dann fühle ich mich angenehm herausgefordert…

      Was ich ursprünglich als sehr einengend empfunden habe, ist die Wortanzahl. Aber inzwischen habe ich die 300-Wörter-Länge irgendwie ins Gefühl bekommen und das geht recht gut.

      Für die „Malmeisterin“ kann meine Malmeisterin nichts, das ist mein Wort 😉 Was ich an ihr schätze – klingt absurd, ist aber so – ist, dass sie mich immer wieder in totale Verweigerungshaltungen treibt, die ich selbst als völlig unreif und unproduktiv empfinde und an denen ich dann arbeite und oft zu überraschenden Erkenntnissen komme. Also auf diese umständliche Art habe ich doch schon eine Menge gelernt, nur eben selten das, was sie vermitteln wollte 🙂

      Die Sache mit der Aussage gehört auch zu meinem „Problem“ dazu. Meistens schreibe oder male ich aus Spaß an der Freude und habe – zumindest bewusst – gar keine Aussage im Sinn. Die Interpretation kommt nachträglich manchmal von mir, meist von anderen. Es funktioniert bei mir nicht, wenn ich mir vornehme, ich schreibe jetzt etwas über zB „Armut“. Manchmal kommt das Thema aber heraus, weil ich natürlich Eindrücke und Meinungen dazu habe. Mir kommt oft vor, dass ich nur in sehr geringem Maß Kontrolle über den kreativen Prozess habe.

      Deswegen beschäftige ich mich derzeit mit dem Handwerklichen von dem du sagst, dass es dir nicht egal ist. Mir auch nicht. Und ich denke, dass es für meine Form des Schreibens bzw Malens der Aspekt ist, den ich bewusst beitragen kann. Wobei es auch nicht so läuft, dass sich das Erlernte üben lässt. Es taucht dann einfach irgendwo auf..
      Ich habe gerade eine Lange-Kommentare-Phase obwohl ich diese Mini-Spalten so richtig hasse

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      • So wie du es für dich feststellst, geht es mir auch: Ich brauche Freiheit und habe es mit Vorgaben schwer.
        ZB bei inktober, vorgegebenen Themen, konnte ich nur funktionieren, weil ich alte Bilder heraussuchte und dann umformte (bearbeitete, Technisches also). Eigentlich kreativ kann ich so nicht werden.
        Das Thema stellt sich irgendwann im Schreib – oder Malprozess ein, wird schrittweise klarer. dann kann ich es auch ergreifen. Aber im Voraus planen kann ich es nicht. „Mal sehen, was kommt“ – ist meine Devise, auch über lange Phasen.
        Das betrifft übrigens auch die technische Seite: seit einiger Zeit zeichne ich mit Kuli, vorher mit Bleistift, vorher legte ich Bilder, vorher benutzte ich Kohle, vorher malte ich, machte Collagen,… Ich kann jetzt nicht hergehen und beschließen: ich nehme den Bleistift. Das geht nicht, ich brauche momentan den Kugelschreiber, weiß der Himmel warum. Ich brauche die Präzision des feinen Strichs, die genaue Beobachtung, das pingelige Zeichnen, auch wenn mir meine älteren Kohlezeichnungen, meine freien Malereien, meine witzigen Legebilder teilweise besser gefallen als was ich heute mache. Aber ich habe es nicht in der Hand, ich muss meinen Impulsen folgen, bis sie sich „erfüllt“ haben, bis ich fühle: dies kenne ich nun, da kommt weiter nichts mehr. Dann erst bin ich frei zu Neuem. LG

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  4. Ich bin auch eher ein drauflos-Schreiber/Maler. Manchmal bereitet das mehr Arbeit und Ärger, aber anders fände ich irgendwie furchtbar. Durch das Chaos sammle ich Erfahrung und entdecke neue Welten. Wenn du weißt, welche Herangehensweise dir liegt, würde ich das nicht ändern.
    Grüße, Katharina

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  5. Das kenne ich. Meine Schreiberei erfolgt einerseits sehr spontan, aus einer konkreten Situation heraus. Ich brauche manchmal nur einen Satz zu lesen oder zu hören, etwa bei meinem „Lieblingsfeind“, Klaus Kleber, und schon muss ich mich hinsetzen. Auf der anderen Seite notiere ich mir Gedanken in einer Art Datenbank, in den Fällen, in denen sie, wie bei einem guten Stangenkäse, noch reifen müssen. Was mir schwerfällt, wenn man mir „einen Auftrag gibt“, das wird nur Krampf. Lg. R.

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  6. Mir geht es ähnlich, deshalb bleibe ich beim Bloggen, wo ich machen kann, was ich will. Würde ich ein Schreibseminar besuchen, würde ich vermutlich hochkant rausgeworfen, abgesehen davon ist die Vorstellung, meine Texte irgendwo laut vorlesen zu müssen, der blanke Horror. Bei den paar Kurzgeschichten auf meinem Blog hatte ich eine gewisse Vorstellung, habe dann aber drauflos geschrieben und nach und nach korrigiert.

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    • Verstehe ich gut. Autobiographische oder sehr persönliche Texte wollte ich auch nicht öffentlich vorlesen. Nicht, dass so ein Blog nicht öffentlich wäre 😉 aber man bildet sich doch eine gewisse Anonymität ein.

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  7. Ich gehe tatsächlich oft mit einemgewissen Plan anTexte heran – und einmal ins Leben gerufen bekommt der Text dann seine ganz eigenen Ideen und am Ende steht da etwas ganz anderes als ich mir vorstellte und es gefällt mit gut (oder auch nicht so gut, dann bekommt ihr es aber nicht zu lesen)

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