la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Samstag 30.11.19

31 Kommentare

So wenig ich Rudolf Steiners Ideologie schätze, so sehr gefallen mir die Schulen, die in seinem Namen geführt werden, wohl aber nicht nach allen seinen Ideen. Und ganz besonders mag ich den Advent-Bazar der Waldorfschulen. Viel Stimmung, viel Musik, sehr gutes Essen aus hochwertigen Zutaten, originelles Kusthandwerk weitgehend völlig plastikfrei und ganz frische Adventkränze. Selbstbewusste und sehr freundliche Schüler*innen, eine Menge Workshops für Kinder, viele Schüler*inneneltern, die mitarbeiten. Eine äußerst gelungene Veranstaltung, der ich wünsche, dass sie auch so viel wie irgend möglich eingenommen hat um die Finanzierung ihrer vielfältigen Projekte zu unterstützen.

Beim Fotografieren war ich sehr kettenorientiert und habe mit der Dame, die diese Schalketten und Wollketten gemacht hat ein sehr anregendes „fachliches“ Gespräch geführt. Nein, ich habe keine gekauft, ich habe beschlossen, mir die Freude zu machen, selbst welche zu fabrizieren.

31 Kommentare zu “Samstag 30.11.19

  1. warum nennst du die Weltanschauung und Arbeit von Steiner und den Anthroposophen Ideologie? das klingt in meinen Ohren abwertend. Ist Christentum, ist Buddhismus eine Ideologie? Jedenfalls hat die Qualität der Steinerschulen schon was mit den Vorstellungen ihres Gründers zu tun – mehr vielleicht als so manche christliche Einrichtung. Ich bin keine Anthroposophin, aber nur deshalb nicht, wei ich mich nicht genug damit beschäftigt habe. Alles, was ich an Aktivitäten aus dieser Ecke kennengelernt habe – Schulen, Medizin, Landwirtschaft, Kosmetik, Handwerk, Bildungsanstrengungen, Internationalismus, Integration von geistig Behinderten kommt meinem Begriff von Mitmenschlichkeit und Qualität entgegen.

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    • Ich meine Ideologie nicht abwertend, eine Ideologie ist ein Gedankengebäude ebenso wie eine Philosophie. Ich mag Steiners Gedanken nicht, weil ich sie rassistisch finde. Vom „deutschen Geist“ spricht er, der allen anderen überlegen wäre, von den „nordischen Völkern“, die prinzipiell ganz anders sind, als die südlichen. Über manche seiner medizinischen Vorstellungen kann man nur den Kopf schütteln zB “ der Mensch wäre wie ein Baum und zur Behandlung von menschlichen Krankheiten an der unteren Körperhälfte wären die unteren Teile des Baums geeignet und zur Behandlung der oberen Körperhälfte die oberen Teile des Baums“ etc …..
      Tatsächlich finde ich den Umgang mit den Kindern in den Steiner-Kindergärten und -schulen auch sehr positiv. Ein Widerspruch, den ich für mich noch nicht auflösen konnte …

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      • Ich brauche dir nicht zu sagen, Myriade, dass ich deine Bemerkungen über Steiners angeblichen „Rassismus“ und „Überlegenheit der Deutschen“ etc pp für ein Konglomerat von Diffamierungen halte, die schon zig mal vorgetragen wurden und deshalb nicht wahrer werden. Der Widerspruch, den du für dich auflösen möchtest, gibt es nur in den Köpfen derer, die sich nicht die Mühe gemacht haben, Steiners Schriften zu studieren. Nichts für ungut. Herzlich, Gerda

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        • Ach Gerda, ebenfalls nichts für ungut, aber du bezeichnest so oft Dinge, die dir nicht in dein Denkgebäude passen als Diffamierungen und Gräuelpropaganda und Erfindungen etc.
          Die „Überlegenheit des Deutschen Denkens“ und der „nördlichen Völker“kannst du in Steiners eigenen Schriften nachlesen. Natürlich kannst du dann sagen, die wären alle von irgendjemandem gefälscht ……

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          • So oft?? Wenn mir etwas nicht in mein Denkgebäude passt? Mir scheint, das tust du in diesem Kommentar gerade, liebe Myriade. Über Steiner möchte ich jetzt hier nicht weiter auf diesem Niveau streiten. Wenn dir an einem echten Gespräch liegt, gerne, mit Werkangabe und Kontext, am besten per Mail. Liebe Grüße

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            • An Gesprächen liegt mir immer, nur sehe ich bei einem Thema wie Steiners Anthroposophie nur Zeitverschwendung auf beiden Seiten. An Volksseelen und übersinnliche Wahrnehmungen glaubt man oder eben nicht, Beweise für die eine oder andere Seite gibt es nicht und es kann nur ein großer Streit dabei herauskommen, was ich nicht möchte weil ich dich und deinen blog schätze.
              Wenn sich jemand ein bisschen einlesen möchte, hier ein link zu „die germanische Seele und der deutsche Geist“

              Klicke, um auf 064_05.pdf zuzugreifen

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              • Also gut, lassen wirs.
                Der von dir verlinkte Text ist lesenswert, aber man muss schon in bisschen sich hineinfinden in Steiners Sprache und Denken, um ihn zu verstehen. Solche Vorträge wurden ja vor Menschen gehalten, die dem geisteswissenschaftlichen Denken, wie Steiner es entwickelte, nicht fremd gegenüber standen. Viele werden solchen Texten heute (wie natürlich auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts) verständnislos gegenüber stehen, weil sie nicht gewohnt sind, in so großen Zeiträumen zu denken und weil sie mit Begriffen wie „altes Hellsehen“, Imagination, Intuition, Imagination (drei Formen des übersinnlichen Wahrnehmens, über das alte Völker verfügten, wir aber nicht mehr) u.ä. nichts verbinden können.
                Mit Rassismus haben seine Ausführungen über die Entwicklung der Volksseelen jedenfalls nichts zu tun.

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                • Noch ein Zitat, nach wikipedia: „Wolfgang Benz, Leiter des Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, betont, dass sich Steiner ausdrücklich „vom rassistisch-völkischen Antisemitismus seiner Zeit“ distanziert hat und resümiert: Sein „Plädoyer für die Assimilation unterscheidet ihn vom Anhänger des Rasseantisemitismus.“[98] „

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                  • Diese Erklärung erschien angebracht, weil Steiner schließlich davor erklärt hatte, dass sich das Judentum überlebt hätte …..

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                    • ja, hat er: Als Volk, meinte er, sollten Juden keinen neuen Staat bilden, sondern sich assimilieren, ganz ähnlich wie (im obigen Vortrag erwähnt) die germanischen Völker, die ins Römische Reich vordrangen. Dadurch kam es zu den größten kulturellen Durchbrüchen (er erwähnt die romanische Kunst als Ergebnis dieses germanisch-römischen Zusammenstoßes). Die Assimilation der Juden hat in Europa zum kulturellen und geistigen Leben enorm viel beigetragen. Ohne ihren Beitrag ist zB Wien der Zwischenkriegsjahre kaum bedeutend.
                      Steiner war gegen die Idee des Zionismus, er hielt es für verkehrt, einen völkischen Staat Israel zu bilden. Die Zeit des „Volkes Isreael“ sein vorbei. Aus heutiger Sicht würde man wohl anders dazu stehen. Aber konnte er wissen, zu welcher Barbarei das „deutsche Volk“ fähig war? Eine andere Mission hatte er sich erhofft, eine, die aus dem deutschen Idealismus – insbesondere aus Goethes Denken – hätte herauswachsen sollen. .

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                • Woher allerdings Steiner und seine Anhänger das „Wissen“ über „altes Hellsehen“ und „übersinnliche Wahrnehmungen“ genommen haben wollen, bleibt ungeklärt. Es ist natürlich einfach zu sagen, dass diejenigen, die damit nichts anfangen können nicht über weite Zeiträume denken können.

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                  • Dieses „Wissen“ stammt zuallererst aus der esoterischen Tradition, Aber darüberhinaus lässt es sich ja auch schulen – nicht das „alte Hellsehen“ natürlich, denn das ist angeboren und heute nur wenigen Menschen zugänglich, wohl aber die Fähigkeit zu Intuition und Imagination. Geht es dir nicht auch so, dass du gelegentlich einfach „weißt“, dass etwas so und nicht anders ist? Obgleich du dafür keinen wissenschaftlichen Beweis vorlegen kannst?

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                    • Nun ja, für subjektives Erleben braucht es keine wissenschaftlichen Beweise, aber ich finde es dennoch unzulässig das eigene Erleben als Basis für eine Weltanschauung zu nehmen, die ich anderen als objektive Wahrheit darstelle. Das ist es, was mich daran stört. Es ist ja allen unbenommen zu glauben woran immer sie wollen, solange es klar bleibt, dass es sich hier um Glauben handelt und nicht um Wissenschaft.

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    • Oh, da schneidest Du natürlich ein sehr kontroverses Feld an. In meinen Augen sind jegliche Glaubensgemeinschaften auch ideologisch geprägt. Übrigens empfinde ich den Begriff auch nicht negativ, er ist nur so konnotiert worden, vielleicht sogar um den Menschen die ‚unkontrollierte Solidarisierung‘ abzugewöhnen.

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  2. Waldorfschulen sind großartig, ohne sie über einen Strang zu scheren. Ich habe mich im Studium lange damit beschäftigt und habe bei Steiner auch diese „bis hierher und nicht weiter Momente“. Aber egal – was dabei heraus gekommen ist, würde ich heute jedem Kind wünschen. Und mir würde ich wünschen, ich hätte diese Chance gehabt.

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  3. Ich bin sehr froh, dass meine Enkelkinder auf einer Waldorfschule sind. Klar, gibt es etwas zu kritisieren, gibt es letztlich überall, aber hier wachsen gerade Menschen heran, genau hierin werden sie gefördert, sowie ein kritisches und eigenes Bewusstsein auszubilden.
    Ich habe auch schon sehr gute Erfahrungen mit antroposophischer Medizin gemacht. Selbst verstehe ich Steiner und seine Lehre nicht immer.
    Der Makel des Rassismus … ich habe mich zu wenig mit ihm auseinander gesetzt, um dies beurteilen zu können. Gelehrt wird heutzutage auf alle Fälle Weltoffenheit und wenn dies die Folge von einer Lehre ist, die nun auch schon hundert Jahre und mehr alt ist, dann kann die Lehre an sich nicht so verkehrt sein.

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  4. Meine Kinder waren auf einer Waldorfschule. Ich habe neben einem pädagogischen Studium eine Waldorflehrerausbildung.
    Ohne Kenntnis der „Erziehungskunst“ hätte ich wohl nie verstanden, wie ein Kind seine Entwicklung durchläuft und wie Erwachsene es dabei unterstützen können.
    Steiners kultureller Ansatz ist nichts Neues, sondern seiner Zeit entnommen und zusammengesetzt. Wer sich ernsthaft und kritisch damit auseinandersetzt, wird rasch bemerken, dass andere Autoren und Autorinnen jener Zeiten für uns Heutige ähnlich, wenn nicht drastischer ihre Gedanken und Erkenntnisse beschrieben haben.
    Was mir an Steiner gefällt, war seine Modernität z.B. in Sachen Medizin oder Pädagogik. Und weil er ebenso verbohrte Nachplapperer wie erbittere und dabei meist nur mässig informierte Gegner hat, halte ich es noch immer mit einem Steinerschen Ausspruch: „wer sich einer Idee nicht lebendig gegenüberstellt, gerät unter ihre Knechtschaft“

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    • Was ich an Steiner nicht mag, sind seine esoterisch-völkischen Ansätze. Von seiner Pädagogik kenne ich nur etliche „Ergebnisse“, die ziemlich eindrucksvoll sind. Man kann aber nicht sagen, ob die Kinder einfach gute Anlagen und viel Förderung auch von Zuhause hatten oder ob es an der Schule liegt. In den mir bekannten zwei Waldorfschulen gibt es keine Kinder aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen ….. Ich kenne auch mehrere Waldorflehrerinnen und bin oft beeindruckt von dem Einsatz, dern sie bei der Produktion eigener Unterrichtsmittel bringen. Ich weiß aber auch, dass die Schüler*innen deer oberen Klassen Kurse in anderen Schulen belegen zB in Mathe, weil sie sonst die staatlichen Abschlussprüfungen nicht schaffen. Nichts ist nur gut oder nur schlecht.

      „wer sich einer Idee nicht lebendig gegenüberstellt, gerät unter ihre Knechtschaft“
      Ein ungemein kluger Gedanke ! Aber dass Sie auch so ein Diplomat sind, lieber Herr Ärmel! Dieser Gedanke eignet sich wunderbar zur Befriedung von Anhängern und Gegnern Steiners. „Ja, eben, genau“ können Vertreter beider Seiten sagen. Die Befürworter meinen, dass sich die Gegner der Idee nicht lebendig gegenüberstellen und sich nicht ausreichend ernsthaft damit beschäftigt haben, die Gegner meinen, dass die Befürworter in die Knechtschaft schwurbeliger Esoterik geraten sind. Und alle sind zufrieden 🙂

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      • Was die Kindergartenkinder oder die Schüler betrifft, muss man sicherlich jeden Fall individuell betrachten.
        Ich danke für das Kompliment in Sachen Diplomatie. Sie kennen meine Meinung zu den „Diskussionen“ in Kommentarspalten. Ich schätze Gespräche mit einem realen Menschen mir gegenüber.

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