la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Zugehörigkeit – ABC-Etüde

18 Kommentare

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die Wörter kommen diesmal von Bernd (Red Skies over Paradise)

Diese 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

 

Im Gras liegend, mit den Händen in der Erde, Pflanzen zwischen den Fingern, ein Käfer, der über einen Fuß kriecht, der Blick in den Himmel auf ziehende Wolken, kreisende Vögel, unscharfe Horizonte, die Geräusche des Winds in den Blättern, die Vorstellung des Innenlebens eines Baumes, die zahllosen Bewohner seiner Rinde. Das Brausen der Wellen, der Sand zwischen den Zehen, das Wasser, das die Felsen schleift, Schiffe mit bunten Segeln, der Blick in undefinierbare Weite, das Lachen von Kindern. Die Oberfläche von Steinen, rau oder glatt, trocken oder feucht, stechende Nadelbäume, kalter, geschmeidiger Schnee. Die Geometrie von modernen Bauten, Straßenmusikanten und Symphonieorchester, farbenprächtige Wiesen, geradewachsende Halme und wuschelige Blüten. Schönheit und Leben. Natur und Kultur. Als Teil der Welt fühle ich mich. Was muss ich mühsam erhaschen, was nicht schon da wäre ?

Schwermut kann die Verbindung zum Leben unterbrechen, kann jemanden hinauskatapultieren aus dem Gefühl der Eingebundenheit und Verbundenheit mit der Welt. Muss aber nicht. Auch in schwermütigem Gemütszustand kann es ein Gefühl der Zugehörigkeit, der Verbundenheit geben. Die Überzeugung das Schicksal alles Lebenden zu teilen. Wachsen und Vergehen.

„Unbehaustheit“  ein Begriff, den eine naturabgewandte Denkrichtung geschaffen hat. Lebendigkeit ist nicht anzustreben, auch keine Freude, zum Leiden wäre der Mensch geboren, je mehr desto verdienstvoller. Empfinden Menschen sich als unbehaust in ihrem Leben, sind sie leicht zu lenken und zu manipulieren, zu vielem zu verführen. Wer seinen Platz in Leben und Tod fühlt, muss keinen Heilsversprechungen nachlaufen, muss Leiden nicht verherrlichen.

18 Kommentare zu “Zugehörigkeit – ABC-Etüde

  1. Pingback: Fazit Textwochen 47.48.19, willkommen Adventüden! | Irgendwas ist immer

  2. In den ersten beiden Absätze finde ich mich wieder. Danke für den dritten Absatz, für eine andere Sicht auf Unbehaustheit. Fein. Liebe Grüße, Bernd

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  3. Wundervoll, Dein Text, Deine Etüde! Mehr Worte braucht es nicht.

    Gefällt 2 Personen

  4. Sehr gut!
    Nur … jetzt kann ich nicht mehr unvoreingenommen an die „Unbehaustheit“ herangehen …

    Gefällt 2 Personen

  5. Unbehauste kann man leicht in seine Schubladen ziehen und ihnen dann eine „Erleuchtung“ bereiten, damit sie einem dann sorglos folgen. Die perfekteste (oder sollte man lieber sagen perfideste) Methode dabei ist dann noch, den Unbestimmten in ihrem Jetzt und Heute alles abzuverlangen und die Austeilung der Belohnung erst in einer virtuellen Zukunft zu versprechen.

    Sehr schön auf den Punkt gebracht!

    Gefällt 4 Personen

  6. Ja, bravo, das unterschreibe ich. Speziell den letzten Satz – aber eigentlich auch die anderen zuvor.
    Das ist mit ein Grund, weshalb es in so vielen leicht fabel-haften Geschichten immer um den Namen geht. Es geht darum zu wissen, wer man ist, und aus diesem Selbst-Bewusstsein heraus zu agieren.
    Um es mit den Worten meiner Lieblingsfantasyautorin zu sagen: „Der Weise kennt seinen Namen.“
    Hach, danke, ich hatte gerade so eine Grundsatzdiskussion …
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 3 Personen

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