la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Evolution – ABC-Etüden

24 Kommentare

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane . Die Wörter kommen diesmal von Ulli Gau

Diese 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Der Alte sah wie jeden Abend starr den Vögeln zu, wie sie kreisten und schwebten und den Himmel in Besitz genommen hatten. Er dachte sehr langsam darüber nach, was die Vögel konnten und seine fast ausgestorbene Art nicht zuwege gebracht hatte, was denn den Vogelflug vom Flug der Dinosaurier unterscheiden könnte. Wie jeden Abend kam Wind auf, blies durch seine Federn und reinigte seine Schuppen.

Vielleicht war er der allerletzte seiner Art, der letzte, der noch wusste wie die Dinosaurier wirklich gewesen waren. Der Letzte, der darüber trauern konnte, dass die Evolution andere Wege eingeschlagen hatte und seine Art vergessen sein würde. Ängstlich flatterten die Vögel auf, wenn er Abends zu seinem Schlafplatz donnerte. Sie schwangen sich in die Luft und flogen davon. Sie wussten wohl noch nicht, dass die Zukunft ihnen gehörte.

„Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen“

24 Kommentare zu “Evolution – ABC-Etüden

  1. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 45.46.19 | Wortspende von „Meine literarische Visitenkarte“ | Irgendwas ist immer

  2. Ein Wesen, halb Vogel, weil Federn, halb Urweltkrokodil, weil Schuppen und knallt sich donnernd auf seinern Schlafplatz…

    Eines der letzten seiner Art, übriggeblieben von vielen und sehr einsam. Ein melancholischer Text, den man gespannt liest.

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  3. Hn der letzte Mensch wird wohl nicht so friedlich dasitzen können. Toll geschrieben. Deine Etüde macht auf jeden Fall nachdenklich.
    Grüße, Katharina

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  4. Frage: wie konnten die Vögel denn das Inferno überleben, das damals über die Dino-Erde hereinbrach …
    feine kleine Geschichte 🙂

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  5. Er weiß, dass er einer der Letzten ist, und dass er nichts dafür kann, das finde ich irgendwie traurig.
    Schön! Sehr berührend.
    Liebe Grüße
    Christiane 😁😺👍

    Gefällt 1 Person

  6. Oh, ein Requiem, ein Abgesang auf die Menschheit: Missa pro defunctis.

    Wer eine gute Stunde Zeit zu hören hat:

    Wer nur Text möchte:
    https://de.wikisource.org/wiki/Ein_deutsches_Requiem

    Und all das darf nicht verloren gehen. Deswegen glaube ich: wir schaffen das!

    LG Werner

    Gefällt 3 Personen

  7. Chapeau, liebe Myriade, für diese Etüde!
    Interessant finde ich noch, dass auch in meiner Etüde (vorbereitet für Freitag) ein „Alter“ eine Rolle spielt, allerdings in menschlicher und nicht in urzeitger Gestalt 😉
    Beziehen aber lässt sich auch deine Etüde auf die „Alten“ und die „Jungen“ – es wäre noch schön, wenn die Alten den Jungen ihre Zukunft liessen und die Jungen den Alten lauschten.
    Herzlichst, Ulli

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