Donnerstag 3.10.19 – Kreativitätskorsette und Freizeichnen

Im Vorjahr habe ich den inktober bald abgebrochen, aus zeitlichen und sonstigen Gründen. Diesmal zeichne ich ein bisschen vor. Die ersten Zeichnungen sind eigentlich keine Zeichnungen sondern Malereien mit Buntstiften, aber ab Nummer 8 habe ich mich freigezeichnet, einen minimalistischen Stil mit wenig Farbe gefunden und könnte mir vorstellen, dass ich diesmal bis zu Ende dabei bleibe. So wie die letzten Zeichnungen von heute Vormittag aussehen, hätte ich sie auch mit Tinte machen können. Irgendwo in den tiefen meiner Utensilien habe ich sicher passende Instrumente., Tintenstifte in verschiedenen Breiten habe ich auf jeden Fall ……. der Oktober hat ja gerade erst begonnen.

Viel Zeit bleibt dadurch nicht für sonstige Blogaktivitäten. Die von mir an sich sehr geschätzten ABC-Etüden liegen brach. Auch aber nicht nur aus Zeitmangel, ich mag mich ja selbst nicht belügen. Die Debatte um Trigger und Verantwortung würgt mich und schneidet mir irgendwie die ABC-Luft ab. Mein Blog ist meine unzensurierte, für alles offene Spielwiese und es irritiert mich enorm, dass kleine, spielerisch entstandene Texte in einem freien Bereich Kriterien von sozialer Verantwortung, politischer Korrektheit und weiß der Teufel was sonst noch erfüllen sollen. Es fühlt sich an wie ein Korsett und Korsette bringen bei mir keine kreativen Impulse hervor. Ich weiß, Christiane kann völlig zu Recht sagen, dass sie das so gar nicht geschrieben, gewollt, gefordert hat. Das weiß ich, bei mir ist es aber so angekommen und grummelt vor sich hin.

Manchmal lassen sich die Wurzeln der Kreativität anfassen. Wenn ich wieder einmal einen noch anderen Schulweg erforsche, unbekannten Häusern, Bäumen, Bussen und Wasserlachen begegne, begegne ich dabei auch visuellen Eindrücken und Sätzen, aus denen vielleicht etwas werden könnte. Leider vergesse ich sie aber auch gleich wieder ……..

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12 Gedanken zu “Donnerstag 3.10.19 – Kreativitätskorsette und Freizeichnen

  1. Als Kind wurde mir beigebracht: beim Grüßen nimmt man die Hände aus den Hosentaschen. Diese Regel befolge ich immer noch, jetzt nach mehr als 7 Jahrzehnten. Habe ich mich dadurch in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt? NEIN.
    Ich folge den 10 Geboten, weil ich sie gut und richtig empfinde. Ist dadurch meine Freiheit eingeschränkt? Ich sage NEIN.
    Ich bin seit mehr als 50 Jahren an meine Frau „gebunden“. Ist dadurch meine Freiheit, Kreativität eingeschränkt? Ich sage wiederum NEIN.

    Es geht nicht darum, welche Texte wir schreiben, sondern es geht nur um einen kleinen Hinweis an diejenigen, die davon „betroffen“ sein könnten. Ist das zuviel verlangt? Ich sage NEIN.

    Es ist ganz einfach: TU was Du willst, aber SAG es den Anderen.

    Warum willst Du denen die Freiheit nehmen, Deinen Text NICHT zu lesen?

    Sorry, aber ich muss Christiane ein wenig in die Bresche springen!

    LG Werner

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    1. Vielen lieben Dank, Werner. 👍👍👍
      Es ist kompliziert mit der Kreativität, ich verstehe das, und klar, ich habe das nicht gewollt.
      Ich meine das überhaupt nicht selbstmitleidig, aber der Bote der bösen Nachrichten hat halt normalerweise das Problem. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt, ich gebe es zu. ☹️
      Ich hoffe, du kommst bald wieder mit dir ins Reine und findest deinen Weg zum Schreiben zurück. Und wenn es nicht die Etüden sind, dann vielleicht was anderes. Ernsthaft. Du wirst es wissen, und ich werde mich mit dir freuen.
      Liebe Grüße
      Christiane

      Gefällt 4 Personen

      1. Liebe Christiane, danke für den lieben Kommentar. Ich habe nicht im geringsten die Absicht, die Diskussion nochmal zu beginnen. Werner hat mein Sinnieren über Kreativität als Kritik an dir interpretiert, was mir absolut fern liegt. Wenn ich mich überhaupt über jemanden ärgere, dann über die Verursacherin der ganzen Geschichte, aber auch das möchte ich hier nicht ausbreiten. Schließlich haben sich alle Mitdiskutierenden fair und zivilisiert ohne irgendwelche persönlichen Angriffe geäußert und darüber können sich alle freuen. Man kann so eine Debatte auch mit vor Bosheit und Zynismus triefenden Beleidigungen führen. *schauder*
        Ich denke, ich werde die Schreibbeklemmung mit Schreiben bekämpfen. Wie lieb von dir, dass du dich mit mir freuen wirst, wenn es soweit sein wird. Hoffentlich bald.
        Ich wünsche dir eine gute, ruhige, erholsame Nacht !

        Gefällt 2 Personen

        1. Richtig *mitschauder*. Will man nicht. Echt nicht. Was bringt Gepöbel an Lebensqualität? ☹️
          Ich hatte letzte Woche diese Ausschreibung für Halloween-Geschichten auf meinem Blog, das ist definitiv was Längeres, wäre das was für dich, weil eben keine Etüde? Alice ist dabei, ich schreibe auch. Allerdings ist nächste Woche schon Deadline.
          Hab einen guten Tag!
          Liebe Grüße am Morgen
          Christiane aus dem diesig-kalten Hamburg 😁😺👍

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    2. Lieber Werner, Entschuldige, dass ich die Diskussion nicht noch einmal aufwärmen mag. Für meinen Teil habe ich dazu alles gesagt, was ich sagen wollte. Hier habe ich nur über meine eigenen Befindlichkeiten sinniert und die stehen gleichberechtigt neben allen anderen Befindlichkeiten von Menschen mit und ohne Gewalterfahrung.

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich weiß, habe ein wenig davon mitbekommen.
        Sonst erlebe ich dich hier als freier Mensch der sich alles so zurecht rückt wie es dir am Besten passt. Und dies ist jetzt nicht bös gemeint. 🙂

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