la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Etüdensommerpausenintermezzo #4

8 Kommentare

Und warum muss man als Goldfisch immer am Boden der Realität bleiben?  In welches Wasser ist das eingraviert?

Verschwommen ist unsere Welt, farbig und undefiniert. Niemand weiß wirklich, was dort ist, wo sie endet. Bäume sollen diese fließenden Gebilde heißen, manchmal sind sie grün, dann ist die Atmosphäre naß-warm, wenn sie aber schwarz werden, oder gar weiß, dann atmen wir naß-kalt und manchmal wird der Himmel hart. Winterbäume heißen sie dann. Das hat mir der riesige, alte Goldfisch einmal erzählt. Er weiß viel zu erzählen von der anderen Welt, nur glaubt ihm niemand – außer mir. Dass es dort oben nicht überall Wasser gibt, dass die Dinge seltsam fest wirken und viele verschiedene Wesen in diesem Nicht-Wasser leben. Und wie bitte sollten diese Wesen atmen?  sagen dann alle und wie kann ein Ding fest wirken? So ein Unsinn sagen sie dann alle und schwimmen flossenschüttelnd davon.

Aber ich denke, vielleicht hat er recht, vielleicht hat er wirklich in der anderen Welt gelebt. Es ist doch möglich. Manchmal erzählt er, dass er dieser Welt ein bisschen nachtrauert, weil es dort so bequem ist. Die Nahrung fällt von oben ins Wasser und man muss nur das Maul aufmachen.

Wie sollte man denn dort oben überhaupt sehen können? fragen sie immer wieder, wenn doch die Sonne und der Mond immer in unserem Wasser schwimmen und nicht dort oben sind? Reine Erfindungen sind das. Ein Esoteriker ist der riesige Goldfisch, warum ist der überhaupt so riesig? Nein, nein, das sind alles Hirngespinste mit denen die Jugend verdorben wird. Du solltest ihm gar nicht zuhören, sagen sie dann zu mir, halte dich an die Realitäten und das alte Wissen, da oben ist nichts und die Welt ist naß.

Eines Tages werde ich es schon herausfinden. Ich muss ja nur da hinauf zu den Bäumen.

8 Kommentare zu “Etüdensommerpausenintermezzo #4

  1. Pingback: Etüdensommerpausenintermezzo IV: Am nächsten Tag war alles anders | Irgendwas ist immer

  2. Pingback: Etüdensommerpausenintermezzo 2019 -III: Zwischenfazit Herzen („Lieblingsetüden“) und Kronen | Irgendwas ist immer

  3. 🙂 was für eine superfeine Lieblingsetüde
    und flossenschüttelnd schwimme ich grinsend vondannen und weiß, daß alles infrage gestellt werden muß, um irgendwo und wiewie höchst lebendig sein zu können

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  4. Ein traumwandlerischer Feintext!

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  5. Bei dir folgt #4 auf #2, und ich habe dich händisch nachgetragen, damit du auch in der Liste auftauchst, aber sonst ist alles gut. 😉
    Die ist toll, deine Unterwasseretüde, die mochte ich damals schon. Was so ein kleiner Perspektivwechsel doch ausmacht!
    Liebe Grüße
    Christiane 😀

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