la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Freitag 5.7.19 – Engpässe und Liegen

6 Kommentare

Ich konnte gar nicht glauben, dass in Wiener Apotheken eine nicht geringe Anzahl von Medikamenten darunter auch lebenserhaltende wie etwa solche, die im Fall von Organtransplantationen die Abstoßungsreaktionen verhindern, fehlen, manchmal auf  unbestimmte  Zeit nicht lieferbar sind. Ich habe in einer Apotheke gewartet und konnte daher hören, dass bei jedem zweiten Kunden irgendein gewünschtes Medikament nicht vorhanden und/oder nicht lieferbar war. In den meisten Fällen gab es ähnliche Medikamente mit den gleichen Wirkstoffen, die angeboten wurden, aber nicht immer. Diese eigentlich beängstigende Situation ist darauf zurückzuführen, dass viele Pharmafirmen in Billiglohnländern produzieren lassen, dort kommt es öfter zu Engpässen an Rohstoffen oder sonstigen Produktionshindernissen und dann können auch lebensnotwendige Medikamente nicht ausgeliefert werden, weil sie nicht in ausreichender Menge produziert wurden. Eine ungewohnte Situation in Mitteleuropa.

Vieles fällt mir ein zu Medikamenten, von Nebenwirkungen  über Nicht-mehr-Wirken bis zu Abhängigkeiten, auf Lieferengpässe bin ich bisher noch nicht gekommen. Es gibt aber ohnehin so unendlich viele Dinge vor denen man sich fürchten kann …

Ich fahre gerne mit dem Zug, durchaus auch längere Strecken. Aus gegebenem Anlass habe ich die neuen Schlafwagen der ÖBB studiert. Sehen gut aus, die Sechser-Abteile aus meiner Erinnerung mit Liegen, die unendlich schmal und vor allem unendlich niedrig waren, gibt es offenbar nicht mehr. Die Sprachregelung lautet „Betten“ und nicht mehr „Liegen“. Als junge Frau auf Rucksacktour habe ich in vielen solchen Liegen ziemlich schlaflose Nächte verbracht. Das abenteuerliche an solchen Reisen hat alles aufgewogen.

Meine schönste Liegewagennacht verbrachte ich in einem Abteil, in dem zwei Gruppen zusammenstießen: eine Jugendfußballmannschaft mit ihrem Trainer und eine Klosterschulklasse von Mädchen in Begleitung von zwei Nonnen. Wir fuhren von Paris nach Wien. Im Grenzabteil zwischen zwei Welten waren der Trainer und ich, zwei Jungfußballer und zwei Klosterschülerinnen. Die beiden Nonnen patrouillierten die ganze Nacht auf dem Gang.

Heute sieht die Sache anders aus. Ich kann auch den Luxus eines Einzelabteils mit Bad in Betracht ziehen. Aber auch die Nicht-Luxus-Variante sieht bequem aus und das gute Gewissen mit dem Zug zu fahren statt zu fliegen, ist auch wertvoll.

6 Kommentare zu “Freitag 5.7.19 – Engpässe und Liegen

  1. Ich nehme nicht alles war, Manches interessiert mich nicht, z.B. Sportergebnisse.
    Das in Apotheken nicht immer alle Medikamente lieferbar, ist mir in Norddeutschland nicht neu. Liegen in Buchläden alle Neuerscheinungen?
    Ein Freund ist arbeitet als Pfleger in auf einer Transplantationsstation. Er sagt, dort gibt es auch manche Medikamente, die ähnlich wie bei Chemotherapien (Auch sie sind ein weites Feld.) die für Behandelte gemischt werden müssen, auch nach Entlassung.

    Nicht alles liegt an einer Globalisierung.

    Die Welt dreht sich, innen wie außen.

    Manchmal werde ich überrascht, auch von „der Bahn“. Vor zehn Jahren buchten wir Schlafwagenplätze von Stettin nach Krakau, schon „damals“ wollten wir nicht fliegen.
    Überraschung an der Wagenstandsanzeige. Schlafwagen gab es nicht. Wir fuhren zwanzig Stunden in einem Zug, in dem auch wir erst im Gang standen, bevor wir Plätze fanden.

    Ob ich mich mich fürchte oder nicht, wenn etwas nicht meinen Erwartungen entspricht, entscheide ich.

    Liken

  2. Diese schmalern Liegeplätze, in denen man sich an dem oberen den Kopf stieß, habe ich in mieser Erinnerung, bis auf einmal, als ich durch den deutsch-französischen Jugendaustausch – wir waren eine Mädchen- und eine Jungenklasse – mit einem Nachzug in die Savoyer Alpen fuhren. Da war es spannend und fidel und an Schlaf sowieso nicht zu denken 🙂 Da waren uns diese Kojen ganz egal

    Liken

  3. ich bin 1970 mit Säugling von Frankfurt nach Athen gefahren, Jugoslawienstrecke, 60 Stunden, Liegewagen. War abenteuerlich, aber nicht wegen der Liegen, die waren ok. Man hatte dem Zug vom Vortag in Belgrad die Lok ausgespannt, brauchte sie für Rom. Und nun drängten die Passagiere dieses Zugs, die 24 Stunden ausgeharrt hatten, in unseren voll belegten Zug….Einzelheiten erspar ich dir.

    Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s