la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Read on my dear – die Königin des fake

59 Kommentare

Sehr, sehr gut geschriebene Geschichten, die ich meist gerne gelesen habe, über eine erfundene Familie, erfundene Lebensumstände. So weit wäre das ja kein Problem, wenn sie nicht immer wieder die Authentizität ihrer Geschichten unterstrichen hätte. Eine erfundene jüdische Identität, 22 großteils erfundene Familienmitglieder, die sie sogar – trotz eindeutiger Gegenbeweise in den Archiven ihrer tatsächlichen Heimatgemeinde – in Yad Vashem als Holocaust-Opfer gemeldet hat. Ihr Großvater kein jüdisches Holocaust-Opfer sondern ein evangelischer Pfarrer, ihre Großmutter, von deren KZ-Trauma so oft die Rede war, ihre Schwester mit den fünf Kindern, der an Magersucht verstorbene Lebenspartner und so weiter und so weiter, ein ganzes dramatisches fiktives Universum. Die mit 19 Jahren gegründete Slumklinik in Indien, das Aufwachsen in vielen verschiedenen arabischen und afrikanischen Ländern, Studium in vier verschiedenen Ländern, ein buntes nur eben erfundenes Leben. Erfundenes Leiden über das sie sich von ihren zahlreichen Leserinnen trösten ließ. Geschichten über ein überdimensionales soziales Engagement, das hymnisch bewundert wurde.

Sie lebte nicht nur virtuell in dieser Phantasiewelt. Tatsächlich trat sie in ihrem wirklichen Leben in Irland als Jüdin auf, als Angehörige einer Familie, die ganz besonders unter den Nazis gelitten hätte. Diese frei erfundene jüdische Identität benutzte sie dazu, von den Höhen moralischer Autorität auf andere herabzusehen. Damit leistet sie den tatsächlich in Deutschland und Irland lebenden jüdischen Gemeinschaften keinen guten Dienst. Auch die angeblich mit 19 Jahren von ihr gegründete Slumklinik taucht in Texten aus der realen Welt auf

Der Blog ist gelöscht, wer sich für das Thema interessiert, kann bei „Spiegel“ und „Zeit“ nachlesen oder bei #ReadOnMyFake.

59 Kommentare zu “Read on my dear – die Königin des fake

  1. Warum wer wie handelt?
    Warum? Weiß ich nicht immer von mir und spekuliere nicht über Menschen,, die ich nicht Menschen, die mir persöhnlich nicht nah sind, auch wenn ich sie lese.

    Zur Literatur, auch wenn es autobiograhische Bezüge gibt, gehöhrt in meinem Verständmis dazu, Erlebtes zu verändern, zu fiktionalisieren, auch wenn in der Ich-Form erzählt wird. Das ist eine bewusste Entscheidung,, bei der der schreibender Mensch jenseits der Öffentlichkeit, sein Leben lebt.

    Etwas ganz anderes ist es, wenn sich ein Mensch mit seinem erzählten ( erfundenem) Ich soweit identifiziert, dass zum Teil der eigenen Biogrphie wird. und nach Außen wirkt, jenseits des Lierarischen. In diesem Kontext, z.B. Yad Vashem, öffentliche Auftritte , Selbstdarstellung im b eruflichen Kontext.
    Quelle: https://archivalia.hypotheses.org/99981
    Auch das ist eine Entscheidung dieses Menschen, die Konsequenzen haben kann. Ich vermute, bei einer Historikerin können sie anders sein, als z,B . bei einer Tischlerin.
    Auch ich bin für mein Handeln verantwortlich.

    Anbei noch mal ein Link, in dieser Sache;
    https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/irgendwie-juedisch-3/

    Interessant finde ich das Video von SPON, ohne Paywall.

    P.S. Auch ich hatte einen Großonkel, der sich als Shoaopfer ausgab. Kein Einzelfall.

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    • Psychologisch ist das hochinteressant. Noch dazu wenn es mehrere solche Fälle gibt, wie auch deinen Großonkel. Für „echte“ Juden, aber wenig erfreulich. Ich erinnere mich an einen Text, in dem sie über die Essenz des Jüdischseins nachdenkt und zu dem Schluss kommt, dass ein Jude eben moralisch überlegen sei. Damals war ich nahe daran ihr zu schreiben, dass diese unerträgliche als Demut getarnte Arroganz sämtliche antisemitische Klischees bedient.

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      • Kleine Anmerkung zum Titel des Artikels bei der Jüdischen Allgemeinen: Nicht verwechseln mit dem Blog von Juna Grossmann. Juna Grossmann – die ja auch nicht unbekannt ist – führt das Blog „Irgendwie jüdisch“ (das kennt ihr doch?), insofern ist die Titel-Wahl der JA sehr unglücklich. Im ersten Moment oder auch wenn man es nicht weiß könnte man ob des Titels Frau Grossmann da mit reinziehen und die hat doch damit nichts zu tun. Ich könnte mir vorstellen, dass die sich jetzt auch nochmal nachgetreten fühlt.

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        • Ja, diesen Blog lese ich auch, der hat aber doch ein völlig anderes Konzept und eine völlig andere Sprache. Ich denke, die Wahl dieser Überschrift kann man der Jüdischen Allgemeinen nicht anlasten, die hat wohl keinen Überblick über sämtliche Blogs, die das Judentum thematisieren

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          • Mittlerweile haben die es geändert, weil Frau Grossmann zu Recht protestiert hat. Ich denke übrigens durchaus, dass Frau Grossmann und ihr Blog der Redaktion ein Begriff ist. Sie hat ja auch das Sachbuch über Antisemitismus geschrieben, das bestimmt mal rezensiert oder vorgestellt wurde.

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  2. Die Wayback Machine hat den Artikel noch, in dem sie damals (16. Januar 2018) das Gegenteil von dem, was sie jetzt behauptet behauptete noch (runterscrollen, man kann die Artikel nicht einzeln aufrufen, der gemeinte heißt „Dunkle Briefe“). Auszüge:

    „Dies ihr ist ein kleines und persönliches Blog. “

    „Das Blog gehört seinen Lesern, es verändert sich mit ihnen wächst, verwächst, schlängelt sich in eine andere Richtung, wie auch mein Leben, denn dies ist ja noch immer ein persönlicher Blog sich verändert mit den Jahren.“

    „Die Geschichten, die Sie hier lesen können, aber nicht lesen müssen, sind meine persönliche Sicht auf die Welt, manchmal ein Ausschnitt, manchmal ein Versuch Gedanken zu ordnen, aber das was dieses Blog wirklich ist, ist der Versuch das Gespräch mit meiner Großmutter nicht abreißen zu lassen, denn Deutsch ist meine Großmuttersprache. Vier Jahre lang habe ich so geschrieben und heute erreichte mich dieser Brief. Der Brief kommt, aber wer weiß das schon von einer Frau, die im Brustton der Überzeugung befindet, hier würde gelogen, das sich die Balken biegen und sie würde mich nun enttarnen- zu meinem eigenen Schutz wohlgemerkt, denn Indien, die Aufklärunsgsprechstunde, die jüdische Großmutter sei alles Lüge, nichts als Lüge, und sie die edle Rittern und Retterin auf hohem Schimmel, besorgt um die Wahrheit selbst. Deswegen hätte sie diesen Blog auch gleich bei den „Goldenen Bloggern“ als nicht authentisch gemeldet und wünsche mir, denn die Dame ist von großzügiger Gesinnung: „Alles Gute.““

    „So sitzt man dann da mit dem Schreiben der Lügnerin, die einen selber Lügnerin heißt und das ist das perfide an den Lügnern in allen Formen und Farben: ihr schleichendes Gift, ihre stolz vorgetragenen Behauptungen, ihre Schamlosigkeit über ein fremdes Leben herzufallen, sich als Retter der Wahrheit zu inszenieren, denn die Lügner wissen schon was sie tun und wissen auch: immer bliebt irgendetwas kleben. Perfide Erzählfiguren beschwört sie da herauf: den Deutschen, der vom Jude-Sein träumt, die Rassistin, die arabische Männer untenrum erzieht, die eiskalte Geschichtenklauerin, die psychisch gestörte Bloggerin, der man doch helfen müsste und sich selbst inszeniert sie als „Schlimmeres“ Verhindern, eine beliebte, eine bequeme Figur und fühlt sich sich sicher stolz und stark, hier so erfolgreich als Detektivin tätig geworden zu sein und ein kleines Blog enttarnt zu haben, um sich nun selbst wichtig zu machen und groß zu tun. Lügner aber haben ein schlechtes Gedächtnis, denn ich habe natürlich einen Kommentar von ihr veröffentlicht.

    Der Lügner hat kein Gedächtnis und auch kein Gewissen, für ihn gelten keine Grenzen, er schnüffelt und stöbert, er fragt nicht, er platzt hinein, er macht auch wohlmeinend und ist doch bösartig, er ist süßlich und klebrig aber niemals offen. Der Lügner ist hochmütig, sieht sich der Kritik enthoben und klopft sich noch auf die Schultern, der Lügner zweifelt nicht, er liebt Gerüchte und hat sich eingeschlossen in einem Zimmer, in dem nur er selbst sich Antworten auf falsche Fragen gibt.“

    Quelle: http://web.archive.org/web/20180125214826/readonmydear.wordpress.com/

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    • Die über 240 Kommentare zu diesem Artikel kann ich leider nicht aufrufen, die wurden von web.archive nicht gespeichert – oder ich müsste eine bessere Suchen-Finde-Mentalität haben.
      Es gebt ja sogenannte gespaltene Persönlichkeiten, die in verschiedenen Identitäten leben und auftreten. Ob es bei ihr ähnlich war oder ist?

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      • Kommentare speichert das Archiv wohl nicht mit.

        Ich glaube nicht, dass es sich bei ihr um eine multiple Persönlichkeit handelt. Kann es meines Erachtens nach deshalb nicht, weil sie ja überall das gleiche erzählt hat. Ich finde auch nicht, dass man als Laien und aus der Ferne überlegen kann was da vorliegt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist sie irgendwie psychisch krank, aber mehr kann man nicht sagen und sollte man der Fairness halber auch nicht.

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        • Habe verstanden – es geschah bei mir lediglich aus einem „sie-schützen-wollen-Instinkts“ heraus, weil ich viel zu wenig wusste und von Hause aus an das Gute im Menschen glaube und nicht an das Böse, dass jemand bewusst lügt (Ausnahmen wie manche Politiker ausgenommen.)
          Danke für deine Antwort.

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          • Sie hat sich auch immer als sehr gut dargestellt. Fast zu gut, das ist literarisch fast schon das Mary-Sue-Phänomen (Suchmaschine erklärt es) im Rückblick. Aber sie HAT bewusst gelogen, sie hat Yad Vashem belogen und etliche Leute online und offline. So jemand hat kein Unrechtsbewusstsein.

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            • Ich hatte sie mal kurz abonniert – das Stichwort „Tierarzt“ hat mich erinnert.
              Aber mir waren ihre Artikel zu lang und zu „gefühlsbetont“, da ich doch so ein ziemlicher Realist bin.
              In gewisser Weise will natürlich jeder im Netz als gut erscheinen, aber man oder frau sollten dabei nicht übertreiben 🙂 😉

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      • Wer weiß. Menschliche Gehirne sind zu vielem fähig.

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    • Danke schön ! Ich frage mich gerade, wieso ich dieses posting damals nicht gelesen habe. Ja und schade, dass der Brief nicht mehr zu lesen ist, von wem immer er gewesen ist, ist es doch erstaunlich, dass die „Enttarnung“ danach noch über ein Jahr gedauert hat.

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      • Zumindest als ich es aufgerufen habe konnte man die Grafik im Text sehen, das war wohl der Brief (nehme ich an) und soweit ich die Medien verstehe, hat die Schreiberin die Stralsunder Archivare kontaktiert, woraufhin die recherchiert haben.

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        • Aha, ich kann sie nicht sehen, genauso wenig wie die Fotos. Ich bin ein bissl unverschämt, aber könntest du mir den Brief, falls er noch zu lesen ist herüberkopieren ?

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          • Hast du einen Skript-Blocker an? Vielleicht siehst du es deshalb nicht. Ich kann die Bilder sehen. Ich klaue keine Grafiken, das heißt, ich würde dir dann einen relativ langen Text (den sie wohl bei Facebook bekommen hat) abtippen. Die Quelle hast du ja.

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            • Hmmmm, „Skript-Blocker“. Ich muss gestehen, ich weiß nicht einmal, was das ist. Ich werde halt nicht erfahren, was in dem Brief steht. Ob ich das aushalte 😉 🙂

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              • Ich habs dir abgetippt, leider hat der Kommentar das Zitierte nicht fett dargestellt, wie ich es wollte, damit es als Zitat erkenntlich ist. Kannst du das bitte entsprechend bearbeiten? Ein Zitat ist ein Zitat, die Quelle haben wir ja.

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                • Bei meinen Kommentaren, dort wo man sie bearbeiten kann, steht am Anfang und am Ende des Zitats „bold“. Nur sieht man das Fettgedruckte im Kommentar nur im ersten Absatz. Wieder einmal ein Blogwunder. Ich könnte „zitiert aus +Quelle“ dazuschreiben. Passt das für dich ?

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                  • Kannst du tun, klingt gut. Mir ist nur wichtig, dass es als Zitat erkennbar ist, wir wollen ja nichts klauen und das Thema ist so aufgeladen gerade, wer weiß was da noch kommt.

                    (Es gibt wie ich lesen musste eine Ärztin mit dem Namen der „lieben C.“, deren Praxis ja angeblich Drohbriefe bekommen hat. Ich hoffe, sie bekommt jetzt keine.)

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                    • Höchst seltsam: bei mir erscheint alles in fett, aber gut, man soll darüber gar nicht nachdenken 🙂
                      Heftig, wie viele völlig unbeteiligte Menschen wie die Namensschwester der „lieben C“ in diese Geschichte hineingezogen werden könnten.
                      Ein weiteres Kuriosum: der Briefschreiber/die Briefschreiberin formuliert einerseits mühelos, hat aber andererseits eine jenseitige Rechtschreibung. Dazu kann man sich auch einiges denken.

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                    • Das mit der Rechtschreibung der Briefeschreiberin fällt tatsächlich auf, ich wage das allerdings nicht zu beurteilen, denn so wie die Grafik aussieht war das auf Facebook und da achten ja viele Leute nicht so genau auf ihre Rechtschreibung, auch jene, die es eigentlich können. Es ist auch nicht nachvollziehbar ob der Brief vorgeschrieben wurde oder spontan getippt und dann nicht nochmal gegengelesen. Falls spontan geschrieben wurde, könnte es gewesen sein wie bei Blogkommentaren: Man möchte rasch etwas sagen, tippt und schickt ab ohne auf Fehler zu achten.

                      Ich vermute nicht, dass es sich unbedingt um eine Namensschwester der „lieben C“ handelt, es könnte auch die „liebe C“ selbst sein, die mit dem allen ja gar nichts zu tun hat. Es stand ja auch in mehreren Artikeln von Medien, dass die Emailadresse einer verstorbenen Person genutzt wurde und in deren Namen Emails verfasst wurden. Was ist wenn es sich um das reale Vorbild – in welcher Beziehung sie auch immer zu der Person gestanden hat – für den Tierarzt handeln sollte?! Meine Vermutung wäre, es war eine Person aus Irland, weil diese Person mit den Medien auf Englisch kommunizieren würde, während Readon mit den Medien auf Deutsch schreibt und durch die zwei verschiedenen Sprachen glaubt, es würde ihre Glaubwürdigkeit erhöhen. Es ist alles so schade und gemein. Und traurig.

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                    • Die reale Familie irgendwie in die falsche Identität einzubauen, ist wohl der schwierigste Punkt. Die Mutter, mit der sie als Kind durch 9(!) Länder gezogen sein will, in allergrößter Armut …… allerdings will sie die Sommer ja immer mit der Großmutter irgendwo in der DDR verbracht haben, es ist alles irgendwie widerwärtig.

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                    • Das ist eine der Sachen auf die ich irgendwie am stärksten reagiere, dieses sich auch so darstellen als wäre sie gar nicht deutsch noch zu der ganzen Lügerei. Um so mehr ich darüber nachdenke um so mehr fühle auch ich mich verarscht – man könnte jetzt etwas da rein interpretieren, dass sie von mir geschriebene Kommentare fast nie beachtet hat, aber das wäre Projektion meinerseits -, die hat sehr wahrscheinlich weder je Post von der Ausländerbehörde bekommen (weil sie keine im Ausland geborenen Angehörigen hat) noch je mit Hakenkreuzen verschmierte Pulte in der Schule gehabt (weil sie nicht zu einer Minderheit gehört) und sehr wahrscheinlich hat ihr auch nie jemand gesagt, sie soll „duschen gehen“. Sie verhöhnt die jüdischen Menschen, die geflohenen Menschen, die ausländischen Menschen, Menschen anderer Minderheiten, Menschen, die Gewalt erfahren haben und alles weil… Weiß ich nicht.

                      Weil sie nicht in Deutschland lebt kommt sie vielleicht sogar relativ unbeschadet aus der Nummer raus. In einem deutschen Betrieb könnte sie jetzt wohl ihre Sachen packen, das ist auch heute in x Medien.

                      Es ist bloß eklig und wird immer ekelhafter.

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                    • Ich bin mir nicht so sicher, ob das eine Projektion deinerseits war. Mir ist es ähnlich gegangen. Ich glaube eher an eine sehr geschickte Form der Manipulation: einige wenige werden ausgezeichnet , die anderen mehr oder weniger ignoriert, mit gelegentlichen Brosamen, die wieder zu größerer Anstrengung anspornen um von der Lichtgestalt wahrgenommen zu werden, fängt sie die Ignorierten dann wieder ein.

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            • Falls du es wirklich nicht siehst, ich habe es dir (mit original Rechtschreibfehlern, es sei denn ich habe etwas übersehen) abgetippt:

              Ich schreibe Ihnen hier weil es mir nicht gelungen ist auf Ihrem Blog Read on my dear einen Kommentar zuhinterlassen (man muss anscheinend selbst ein Blog haben).

              Ich glaube es gibt keine 200 Drohbriefe pro Woche an die Praxis in der kleinen Stadt (soviel kriegt nicht einmal Angela Merkel). Es gibt weder eine indische Klinik noch eine jüdische Großmutter (zumindest nicht so wie von Ihnen beschriebenen).

              Sie schreiben toll. Außerdem steht Ihnen eine Kariere als Historikerin bevor. Warum setzen Sie das für ein paar erfunden Geschichte aufs Spiel?

              In Ihrem Blog spielen Sie Authentizität vor, die ihren Geschichten Glaubwürdigkeit verleihen soll. Aber ich halte Geschichten dieser Art nicht für ein „victimless crime“: Araber als derartig ungebildet darzustellen das sie nicht wissen wo die Vagina sitzt und dies als Erklärungsmodell für sexuelle Übergriffe anzubieten wird weder den betroffenen Opfern noch den Arabern gerecht. Inder als tumbe Idioten darzustellen, die zu blöd sind Schulaufsätze zu schreiben geht nicht. Weismachen zu wollen das ein traumatisiere Holocaustüberlebenden in den 50ern aus Israel in die piefige antisemitische DDR geht schon garnicht. Mir erscheint dies wie eine verdrehte Wiedergutmachungsphantasie einer jungen Deutschen die die Last der deutschen Geschichte spürt aber nicht so recht weiß wie sie sie verarbeiten soll.

              Als Historikerin sollten Sie wissen das man nicht so einfach das Schicksal andere Menschen „klauen“ kann. Wahrheit ist wichtig.

              Bitte werden Sie authentisch, machen Sie klar was erfunden ist und was nicht. Leider bügeln sie öffentlich geäußerte Kritik oder Zweifel in ihrem Blog ab (oder veröffentlichen sie wahrscheinlich erst garnicht).

              Ich habe mich an die Goldenen Blogger gewannt und deutlich gemacht das ich Ihren Blog für nicht authentisch halte. Es geht mir nicht darum Sie bloßzustellen aber ich weiß das viele Betroffene (z.B. Nachfahren von Holocaustüberlebenden) eine wie von Ihnen betriebene Verdichtung der Tatsachen für problematisch halten.

              Alles Gute!

              zitiert nach
              http://web.archive.org/web/20180125214826/readonmydear.wordpress.com/

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  3. Ich bin vor gut einer Stunde nach einem vollen schönen WE mal wieder an den PC und wollte lesen, was Frlreadon die letzten Tage so schrieb, weil ich sie gerne las und länger nicht auf dem blog war, als ich ziemlich schnell über Deinen Artikel stolperte, dachte, hoppla, was??!!, alles mögliche andere dazu quer und kreuz las und jetzt wieder zu Dir komme und garnicht weiss, was ich denken soll. Der erste Gedanke war so „verdammte Hacke, was hat sie sich dabei gedacht?“ auf dem blog, auf twitter auf insta als Jüdin aufzutreten, über diese Schiene mit wirklichen Juden in Interaktion zu gehen, verdammt? Ich verstehe nicht, was sie dazu begracht hat, eine gewalte Ineinanderverschiebung von Fiktion, Realität, vielleicht gewünschter Opfer+Moralapostelinrolle? Ich bin durchaus ebbes geschockt. Das ganze Ausmaß wird sich vermutlich erst noch zeigen. Wenn das Blog nur literarische Fiktion gewesen sein soll (was sie ja oft genug abstritt) dann ist es mindestens grenzwertig für das Leiden eines fiktiven Lebensgefährten und fiktiver Familienmitglieder und Vorfahren all das Mitleiden, Anerkennen, Bedauern, Trösten etc. wie soll ich sagen einzuheimsen. Ich komme mir im nachhinein zum einen verhoben vor, zum andern frage ich mich durchaus sehr ernst nach dem Umfang einer psychischen Störung der von mir doch sehr geschätzten Autorin all dieser Geschichten. Was hat sie sich gedacht?

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    • Tja ….. man fragt sich vieles …… Ich bin mir bewusst, dass ich selbst ziemlich voyeuristisch unterwegs war und wissen wollte, wie es mit dem Tierarzt weitergeht und mit ihr selbst. Ich habe den Blog als soap konsumiert, die ich für sehr rührselig und manchmal vor moralischer Überlegenheit triefend empfunden habe, aber doch auch sehr gut geschrieben.
      .
      Nach Aufdecken der ganzen Sache denke ich, dass sie ein massives psychisches Problem hat und wünsche ihr, dass sie zu einem Arzt geht und etwas für sich tut. Dazu müsste sie aber erst einsehen, welchen Schaden sie angerichtet hat und danach sieht es ja nicht aus …..

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    • Ahh, danke. Wäre interessant, ob
      das mit oder ohne Zustimmung der Autorin noch dort steht.

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      • Ich weiß nicht genau, wie die Seite arbeitet,

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      • Garantiert ohne Zustimmung, so nach dem Motto: „Das Internet vergisst nichts“. Ich sollte mal für eine Sache Strafe zahlen für die Veröffentlichung von Fotos, wo ich mir keiner Schuld bewusst war. Natürlich habe ich die entsprechenden Artikel sofort gelöscht oder zumindest auf privat gestellt.
        Doch dort auf dieser Seite konnte ich sie noch in ihrer vollen Herrlichkeit finden.

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        • Interessant wäre, zu welchem Zweck so eine „Erinnerungsseite“ betrieben wird.

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          • Mir ist damals nichts passiert – die Betreiber der Mikrobiologieausstellung haben sich von meinen Argumenten überzeugen lassen und ich musste nicht Strafe zahlen für zwei ihrer Fotos, die ich abgewandelt hatte.
            Da habe ich begriffen, dass Artikel für die normale Öffentlichkeit gelöscht werden können, aber nicht für „das geheime Archiv“
            Man kann sie wohl nicht unbegrenzt rückwirkend aufrufen, aber einige Zeit schon.

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  4. Ich kenne den Blog nicht – vielleicht leider, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mich all diese Themen sehr interessiert hätten. – Wie gkazakou könnte ich vermuten, dass es eine Art Sinnesspaltung bei ihr war, dass sie Realität und Fiktion nicht mehr trennen konnte. – Hätten es alle anders gelesen, wenn sie geschrieben hätte, dass es nur „Erfindungen“ sind?
    Karl May hat doch auch alle seine Bücher geschrieben ohne je ein einziges Mal seinen Fuß in diese Länder gesetzt zu haben.

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    • Das Problem ist, dass sie Menschen erfunden hat und sie als reale Holocaust-Opfer bei der israelischen Gedenkstätte Yad-Vashem angegeben hat. Das ist eindeutiger Betrug. Sie hat auch behauptet eine Slum-Klinik in Indien gegründet zu haben und das steht auch in ihrem offiziellen Lebenslauf.
      Als hätte Karl May Winnetou als Referenz für seine untadelige Lebensführung angegeben 🙂

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      • Das habe ich schon alles bei dir gelesen. Natürlich ist es äußerst fragwürdig, was sie gemacht hat. Aber hat sie sich dadurch einen Vorteil erschlichen? Oder ist es wirklich nur eine unheimlich weit fortgeschrittene psychische Erkrankung? Schade, dass ich in dem Blog nicht mehr lesen kann.

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        • Ja, das ist schade, die Geschichten haben mir oft sehr gut gefallen. So gut, dass ich öfter mal darüber nachgedacht habe, wie dies und das zusammenpasst und es hat halt nicht immer zusammengepasst ……

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          • Danke – so eine Seite habe ich vor Jahren wegen meines Blogs aufgerufen – ich wollte sehen, ob gelöschte Posts dort noch zu finden sind.
            Das, was ich bisher von ihr gelesen habe, ist vollkommen harmlos, sehr poetisch, sehr schön zu lesen.
            Ich erinnere mich, ich hatte sie kurze Zeit in meinem Feed, aber selten so viel Zeit, um ihre sehr, sehr langen Texte zu lesen. Ich habe einfach zu viele Leute abonniert oder die Leute schreiben zu viel hahaha 🙂 😉
            Ich werde die Seite abspeichern und immer wieder einzelne Sachen aufrufen. Aber mir ist, dass die „Falschaussagen“ schon vor 2019 stattgefunden haben.
            Ich habe noch bei zwei anderen Bloggern von ihr gelesen.
            Die Aussage: „Damit spielt sie den Holocaustverneinern in die Hand“ fand ich am interessantesten.
            Danke noch einmal für den Link.

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  5. Du weißt, ich habe sie auch gern gelesen und auch mehrmals empfohlen oder bei ihren olfaktorischen Monatsrückblicken mitgemacht. Es gab so Sachen, die sich für mich nicht gereimt haben und wo ich dann dachte, dass da etwas nicht stimmt, einiges um den kranken Freund zum Beispiel. Da waren einige Sachen untypisch für Anorexie, da hatte ich schon das Gefühl, dass sie das ausschmückt oder schreibt, was sie gern sehen würde, habe das aber als ihre Form gesehen damit klarzukommen (wer mit so jemandem zusammen lebt wird automatisch psychisch in Mitleidenschaft gezogen und Co-Abhängigkeit kann seltsame „Realitäten“ schaffen, da habe ich das eingeordnet). Was mich auch stutzig gemacht hat, sie hat mal gesagt sie wäre aus einer armen Familie gekommen, wenn das gestimmt hat (so wie ich die Medienrecherche verstehe nicht), dann kann man damit nicht beruflich so weit kommen und auch noch x Projekte gründen. So ein Krankenhaus ist ja nicht Peanuts.

    Was ich am schlimmsten finde sind aber die erfundenen Opfer. Sie tritt wirklichen Opfern und deren Angehörigen ins Gesicht, wie du auch sagst.

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    • Der Zugang über typische Verhaltensweisen von Co-Abhängigen ist interessant. Den habe ich nicht. Aber mir sind Zweifel gekommen wegen dieser Slum-Klinik. Nie hat sie Konkretes von dort berichtet, das Thema Indien wurde immer nur in Form von Erinnerungen behandelt und dann gab es immer wieder Kommentare von Leuten, die Geld dafür spenden wollten und sie hat immer abgelehnt ohne zu erklären warum. Wenn man so ein Projekt tatsächlich betreibt, wird man sicher keine Spenden ablehnen. Und dass sie als 19-jährige so eine Klinik, wie klein sie auch sein möge gegründet haben soll, konnte ich auch nicht glauben. Mit welchem Geld ? Wo sie doch immer erzählte wie arm sie als Studentin gewesen wäre. Wie so eine arme Studentin in viere verschiedenen Ländern studieren konnte, kam mir auch seltsam vor.
      Ich glaube, dass sie entweder psychisch krank ist und unter totalem Relitätsverlust leidet, oder eine Betrügerin im großen Stil denn ihre angebliche Slum-Klinik kommt auch in ihren offiziellen Lebensläufen vor bei linkedin, bei dem Bericht über ihre Promotion, bei dem Bericht über ihren Job bei Intel. Das habe ich mir vor einer Weile angesehen, jetzt ist alles auf privat gestellt oder gelöscht …..

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      • Die Klinik mit 19 (!) ist auch verdächtig, da habe ich mir damals meinen Teil zu gedacht, weil ich mir zwar vorstellen konnte, dass man mit 19 monateweise in so etwas mitarbeitet (ich kannte mal jemanden, die im selben Jahr wie Readon geboren wurde und mit 19 drei Monate in Südafrika gewesen war, wo sie wohl so eine Art Streetwork mitgemacht hat), aber eben nicht gründet. Wo von denn?! Und die Fähigkeiten dazu hat man mit 19 frisch vom Abi weg auch nicht.

        Betrug ist es für mich auf jeden Fall wegen der Yad Vashem-Sache, da macht die Kliniksache für mich den Kohl auch nicht mehr fett. Wobei auch da wieder für mich auffällig ist, dass man da doch viel medizinische Kenntnisse braucht – die falls das mit dem Sanitätertum stimmt ja teilweise vorhanden sein können – und später bei allem was den Freund betrifft so viel konträr und medizinisch unlogisch ist. In einem Beitrag kann er kaum laufen, im nächsten schafft er eine große Reise, im nächsten kann und will auch noch Sex haben (was bekannt ist, dass Menschen mit Anorexie zu vermeiden versuchen oder gar nicht mehr dazu fähig sind)…. Auch auffällig: Sie stellte sich ja immer so stark hin und machte dann noch dieses und jenes – die Klinik, die Flüchtlingshilfe etc. – jemand mit der Reflektion, Erfahrung und Menschenkenntnis lässt sich nicht mit jemandem, der psychisch so krank ist wie der Freund ein. Vielleicht war der ja wirklich schwer krank, hatte aber irgendwas anderes, woran er dann gestorben ist. Kafka hatte gemäß diverser Quellen Anorexie, vielleicht hat sie das über den Freund gestülpt, wenn sie plötzlich behauptet, das sei nur Literatur.

        Psychisch krank könnte bei ihr natürlich auch zutreffen. Ich würde sagen, ziemlich sicher, aber ich bin keine Psychologin und halte nichts von Ferndiagnosen.

        Mir tun vor allem die jüdischen Menschen leid, die bei ihr gelesen oder mit ihr interagiert und ihr vertraut haben. Wie die sich jetzt fühlen müssen… Die sind noch viel mehr betrogen worden als alle anderen.

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        • Aha, na wer weiß, Kafka verehrt sie ja besonders. Ich nehme an, der Tierarzt war auch eine fiktive Figur. vielleicht hat sie sich bei seiner „Erschaffung“ an Kafka orientiert.
          Ihre Anbiederung an jüdische Menschen finde ich auch ziemlich widerlich. Und das bis ins Detail: koschere Rezepte und Bilder von selbstgemachtem koscheren Essen, Tischdekorationen für Sabath …

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          • Das ist, so wie sie es macht, kulturelle Aneignung. Wenn es nur Rezepte wären, wäre das okay (also wenn sie sagen würde, sie kocht das weil sie das gut findet). Mir tun auch die Leute leid, die sie darein gezogen hat. Nehmen wir an, der Tierarzt hat in irgendeiner Form eine reale Entsprechung, egal ob das nun ihr Freund war, ob der Anorexie oder sonst was oder gar nichts hatte, wenn so jemand in ein fiktives Schabbat-Mahl-Setting gepackt wird und das noch nicht mal weiß (weil er die Sprache nicht kann), dann belügt sie ihn auch. Was ist mit den Verwandten, die sie tatsächlich hat? Es ist mittlerweile in mehreren Medien ihr Herkunftsort genannt worden, ihr Nachname ist öffentlich und sie hat oft über „die liebe C.“ geschrieben. Es gibt an dem Ort vielleicht eine Frau, die C. Hingst heißt, was ist wenn jetzt irgendwelche Spinnenden diese Frau belästigen weil sie sauer auf Readon sind?!

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  6. ich habe inzwischen nachgelesen und sehe, dass der Falll doch sehr problematisch ist, denn die Autorin ging von der fiktiven in die reale Welt über und meldete Personen als Holocaust-Opfer, die nie gelebt haben oder die keine Opfer waren. das ist allerdings verwerflich.

    https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=11&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjK25-2ocniAhXNLFAKHVj2AEEQFjAKegQIBBAB&url=https%3A%2F%2Farchivalia.hypotheses.org%2F99981&usg=AOvVaw2E_mOtlgFNbKn7QhFRU8-L

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    • Ja, ich habe manche Geschichten auch gerne gelesen, obwohl sie mir manchmal gar zu edel und sentimental waren, aber ich finde sie schreibt sehr gut. Man weiß nun nicht, warum sie so weit gegangen ist, ihre Fiktionen ins reale Leben zu bringen. Womöglich hat sie ihre eigenen Fiktionen geglaubt und es handelt sich um eine psychische Krankheit.

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    • Ein sehr interessanter, umfangreich belegter Artikel. Danke für den link !

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    • Danke für diesen Link, liebe Gerda. Wie man dort lesen kann, ist sie ja mit dem Erfinden eines jüdischen Schicksals nicht allein. Irgendwie kommt mir der Vergleich zu dem Autor der falschen H…..tagebücher, auf die eine große deutsche Illustirerte auch reingefallen ist.

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  7. ich habe ihre Erzählungen sehr sehr gern gelesen, auch als ich schon wusste oder vielmehr ahnte, dass die Autorin ihre Identität erfunden hat. Sie kann wunderbar schreiben, und ihre Erzählungen von all den erfundenen Personen, besonders auch von der jüdischen Großmutter, werden mir fehlen. Fiktion oder Wirklichkeit – wer möchte das auseinander dividiern, wenn es um das menschliche Erleben geht?

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