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Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Alltag #7 – die Fleischfressende mag keinen Kalk.

18 Kommentare

Ullis Alltagsprojekt

Wasser und Pflanzen sind wichtige Teile meines Alltags. Wasser in jeder Hinsicht: ich trinke es gerne, ich bin eine begeisterte Regenspaziergängerin und es zieht mich sehr stark an Flüsse, Seen und Meere. Pflanzen stehen bei mir überall, drinnen und draußen in großer Anzahl. Nachdem das Mikroklima im sechsten Stock sehr heiß und windig ist, brauchen sie viel Wasser.

Ich lebe in Wien und das Wiener Leitungswasser gehört zu den positiven Aspekten des Lebens in dieser Stadt. Es stammt aus den Alpen und wird über zwei sogenannte Hochquellenwasserleitungen in die Stadt geleitet. Die erste wurde 1873, die zweite 1910 fertiggestellt. Wenn Bewohner*innen Wiens aus dem Ausland zurückkommen und gefragt werden, ob und was ihnen abgegangen sei, kommt praktisch immer das gute Wasser sehr weit oben in der Liste vor.

Wie alles im Leben hat auch das Wiener Wasser eine nicht so positive Seite: es ist sehr kalkhaltig. Das stellt für Menschen kein Problem dar, wohl aber für manche Pflanzen.

Kürzlich habe ich mir auf einem Pflanzen-Raritätenmarkt unter anderem eine dieser hübschen fleischfressenden Venusfliegenfallen gekauft. Sie soll an und für sich sehr pflegeleicht sein, verträgt aber keinen Kalk im Wasser. Mit anderen Worten, ich kann sie nicht mit Leitungswasser gießen sondern muss entweder destilliertes Wasser besorgen oder Regenwasser sammeln. Die dritte Möglichkeit Leitungswasser mehrmals zu kochen und dann zu filtern, klingt mir zu kompliziert. Ich habe also begonnen Regenwasser in diversen Gefäßen zu sammeln und dann in Flaschen zu lagern. Ob das reichen wird, ist noch ungewiss. Das Pflänzchen trinkt unheimlich viel und obendrein habe ich auch noch eine zweite Pflanze erstanden, die keinen Kalk mag: einen Schachtelhalm.

Schon lange wollte ich einen Schachtelhalm. Der F. ,ein Naturbursche lachte mich immer aus, weil doch Schachtelhalme überall wild wachsen. Nachdem er mir aber nie auch nur den kleinsten Schachtelhalm irgendwo ausgegraben hat, musste ich ihn mir eben anderweitig besorgen. Etwas frustriert hat mich außerdem , dass meine Schwägerin auf meine triumphale Meldung, dass ich endlich im Besitz eines Schachtelhalms sei ebenfalls meinte, dass die bei ihr im Garten wild wachsen. So sind die Menschen eben. Wie auch immer, ich habe einen Schachtelhalm, der ebenfalls keinen Kalk mag und es kommen mir langsam Zweifel, ob das gesammelte Regenwasser für diese beiden heftig saufenden Gewächse ausreichen wird.

18 Kommentare zu “Alltag #7 – die Fleischfressende mag keinen Kalk.

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  4. Die Fleischfresser hatten wir früher oft, geanuso wie Mimosen. Meine Kinder fanden sie total faszinierend. Überlebt haben sie leider nie lange. Vielleicht weil sie von den kids zu viele Fliegen bekommen haben….. 🙂

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  5. Ja, Myriade, so sind sie die Menschen, ich wurde als ich vor 19 Jahren in den Schwarzwald gezogen bin, im ersten Frühling belächelt, weil ich bittersüßen Nachtschatten in eine bestimmte Ecke meines Gartens pflanzte, ich liebe seine Gestalt sehr, es hieß, dass der doch ÜBERALL wird wachse … oft ist er mir wahrlich hier noch nicht begegnet und ich hatte 4 Jahre meine Freude an ihm, dann sind wir umgezogen und fanden einen vorgeformten Garten vor, da musste ich umdenken.
    Und Schahctelhalm ist auch nicht Schachtelhalm, es gibt den Ackerschachtelhalm (=Heilpflanze) und den Waldschachtelhalm (ich meine er wird so genannt, der aber nicht wirklich bekömmlich ist) und es ist eine der ältesten Pflanzen auf unserem Planeten, schön, dass du ihn ehrst!
    Pflanzen gehören, wie du ja längst weißt, auch zu meinem Alltag. Hier sammeln wir auch Regenwasser für die trockenen Monate, 3x1000l, die wurden dann im letzten Jahr knapp, wir mussten aus der Leitung auffüllen.
    Hab herzlichen Dank für deinen Beitrag, wie immer war es eine Freude deins zu lesen und anzuschauen.
    Liebe Grüße
    Ulli

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    • Ja, der Schachtelhalm gehört wohl gemeinsam mit Farnen und dem Ginkgo zu den lebenden Fossilien. Meiner heißt Equisetum japanicum robustum oder Winterschachtelhalm. „Robustum“ klingt ja vielversprechend 🙂
      Ihr müsst ja ziemlich gewaltige Regensammelbehältnisse haben. In einem Garten ist das natürlich alles ganz anders als auf dem Dach.
      Ich mag dein Projekt sehr gerne, weil es mich auch zum Nachdenken über „Alltag“ bringt.

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      • Stimmt, das sind drei große Plastikbehälter, jedes fasst 1000l.
        Wer auch noch zu den „Uralten“ gehört ist der Bärlapp, in den Urzeiten groß wie ein Baum, wie die Schachtelhalme auch, heute ein „Pflänzchen“ …

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  6. Die Fleischfressende sieht so schön aus, so gesund und wohlgenährt 🙂

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  7. So gibst Du Deinen Pflanzen eben nur fein gefiltertes kalkreduziertes Wasser…..

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  8. Gib ihnen kein destilliertes Wasser – denn ein paar Nährstoffe brauchen sie ja durchaus – nur eben keinen Kalk.

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