la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Hüftchroniken #8 – Die Mühen der Ebene

13 Kommentare

Die großen Schneeflocken fallen rund um mich herum und auf mich drauf und auch auf die Krücken und auf den Boden, aber es bleibt nichts liegen und so kommt mir mein Spaziergang ganz ungefährlich vor. Sogar falls eine Krücke auf dem nassen Boden wegrutschen sollte, wäre das kein Unglück weil ich mich kaum mehr darauf stütze.

Eigentlich sollten die Krücken nun dabei helfen wieder zu einem normalen Gang zurückzufinden. Das ist gar nicht einfach, weil ich lange gehinkt bin und sich dieses Gehmuster ins Hirn eingeprägt hat. Und wie tief!

Jedesmal wenn ich vor einem Randstein oder gar einer Stufe stehe, stehe ich so, dass die logische Fortsetzung wäre mit dem rechten Bein hinaufzusteigen, wie ich es monatelang gemacht habe, weil es mit dem linken einfach nicht mehr ging. Das Hirn hat die Schritte so gelenkt, dass die Position vor jeder Stufe die gleiche ist. Und das hat auch auch viele Wochen lang gut gepasst. Jetzt passt es aber ganz und gar nicht mehr. „Wir steigen jetzt aber mit dem linken zuerst“ sage ich zu meinem Hirn. Dieses aber zeigt sich stur und leistet Widerstand. Dabei habe ich es ausprobiert: ich kann ebenso problemlos wie schmerzfrei mit dem linken voraus steigen.

Mit.dem.linken!! Ich schaffe es, stelle mich dabei aber so ungeschickt an, dass ich mich beinahe in den Umhängegurt der Krücken verheddert hätte. Es ist deutlich zu sehen, dass ich mit meinen eigenen Verhaltensmustern kämpfe. Ich hoffe sehr auf den Sieg, aber es wird wohl noch eine Weile dauern.

Ich habe sogar überlegt, die Kamera mitzunehmen und ein paar ästhetische Alltagsbilder einzufangen, nasses, schneebedecktes, gefrorenes, habe es mir aber wieder anders überlegt. Derzeit bin ich so zentriert auf die Basics des Lebens, dass jede kreative Inspiration brach liegt. Ein wandelndes Beispiel für die Maslow´sche Bedürfnispyramide: wenn die Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, funktioniert „Höheres“ gar nicht. Andererseits ist auch Maslow nicht unumstritten. Und überhaupt, ich glaube ich mache morgen eine Fototour auf den Markt vielleicht, je nach Wetter.

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13 Kommentare zu “Hüftchroniken #8 – Die Mühen der Ebene

  1. Die heilige Gewohnheit!
    Ich habe (meistens) keine Schmerzen, trotzdem tue ich manche Dinge immer gleich, und wenn ich mal drauf stoße und sie andersrum zu machen versuche, will mein Körper das nicht.
    Aber dem Hirn (und bei Dir nunmal jetzt auch dem linken Bein – oder gar dem rechten, weils entlastet wird!?) tut es gut, mal umdenken zu müssen, also zwingen wir unsere Hirne und unsere Körper mal ruhig ein wenig ….. dann werden wir nicht so schnell alt 😉

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  2. Ich mußte jetzt mal sehr überlegen, mit welchem Bein ich beginne… Bin auch ein umerzogener Linkshänder, der dann zum Beidhänder wurde. Ich steige rechts zuerst.
    Kannst Du versuchen, gar nicht daran zu denken? Links zu beginnen würde mir sehr schwer fallen…
    Klingt aber alles schon sooo gut bei Dr!

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  3. Es braucht eine Weile bis sich die Snapsen neu schließen und so dick werden, wie die, die du nun so lange aktiviert hattest, je öfter du dir sagst: linkes Bein, linker Fuß zuerst, umso schneller geht es. Ja, es braucht Konzentration, da der „Automatismus“ erst einmal schneller ist. Auf der anderen Seite ist es ein gutes Training für meditatives Gehen 😉 und die Kamera nimm ruhig mal mit, dann schenkst du dir zudem noch eine Freude beim Training. Glück auf!

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  4. Auch ohne Fotos tust du etwas kreatives. Du blogst!🤗

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    • Aha, interessant! Ich bin ziemlich beidhändig, aber es geht nicht ums Starten sondern ums Ankommen vor einer Stufe. Ich komme derzeit immer so an, dass für den nächsten Schritt, den Schritt hinauf immer das rechte Bein dran wäre ….

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