la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

38. Station der Literaturweltreise – Kongo

Ein Kommentar

Meine Literaturweltreise wird von Yvonne begleitet.

Gerade noch rechtzeitig vor Ende des Jahres habe ich eine weitere Literaturreisestation erreicht, den Kongo. Nicht jenen Kongo in dem heute gewählt wurde, sondern den kleineren Kongo, mit der Hauptstadt Brazzaville nicht Kinshasa. Interessantes Detail am Rande: Brazzaville war von 1940 bis 1943 nominell die Hauptstadt des Freien Frankreichs.

Der Roman spielt allerdings nicht in Brazzaville sondern in Pointe-Noire, einer Küstenstadt. Es ist der klassische Kindheitserinnerungsroman, von denen ich von afrikanischen Autoren schon so viele gelesen habe. Allerdings ist Alain Mabanckou als er nach 23 Jahren Abwesenheit der Stadt seiner Kindheit einen Besuch abstattet schon ein bekannter Autor und wurde vom dortigen Institut Francais eingeladen.

Alain Mabanckou ist ein Jahrgang 1960, er wurde im gleichen Jahr geboren, in dem sein Land die Unabhängigkeit von Frankreich erhielt. Während seiner Kindheit hieß das Land „Volksrepublik Kongo“ und lehnte sich in Regierungsform und Verwaltung stark an die Sowjetunion an. Es sind recht bunte Kindheitserinnerungen, die man in diesem Buch lesen kann. Für die europäische Leser*in sind es recht unbekannte Familienstrukturen, von denen da die Rede ist; einerseits die polygamen Familien: ein Mann, mehrere Frauen und im Normalfall sehr viele Kinder, die einander als Geschwister betrachten und andererseits die weit verzweigten Großfamilien, deren sämtliche Mitglieder sich auf ein wohlverdientes Geschenk des in Europa lebenden Verwandten freuen.

Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um kulturelle Besonderheiten, um eine Lebensbilanz des Autors. Lieber hätte ich das Buch im französischen Original gelesen, aber diese deutsche Übersetzung hat mich in der Bücherei gefunden.

„Lange Zeit habe ich meine Leser im glauben gelassen, meine Mutter lebe noch. Ich will mich bemühen von nun an zur Wahrheit zurückzukehren, in der Hoffnung, diese Lüge abzuschütteln, mit der ich bisher meine Trauer nur aufgeschoben habe. Mein Gesicht ist noch immer von diesem Verlust gezeichnet, und selbst wenn es mir gelingt, die Narbe durch eine aufgesetzte Fröhlichkeit zu kaschieren, tritt sie wieder zutage wenn mein lautes Lachen plötzlich verstummt und in meinen Gedanken die Silhouette jener Frau auftaucht, die ich nicht alt werden sah, die ich nicht sterben sah und die mir in meinen schlimmsten Albträumen den Rücken zuwendet und ihre Tränen vor mir verbirgt.“

 

 

Ein Kommentar zu “38. Station der Literaturweltreise – Kongo

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