la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Freitag 16.11.18 – Nix Bruegel

14 Kommentare

Die Bruegel-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum wollten wir besuchen. Für mich ist das ja schon ein größeres Unternehmen: in die Innenstadt mit dem Auto zu fahren garantiert Stress, mit den Öffis zu fahren, verbraucht meine ohnehin schon sehr geringen Mobilitätsreserven, so ein  Museumsbesuch  ist ja anstrengend. Es blieb das Taxi, teuer aber bequem und effizient. Wir fuhren also vor dem Museum vor, winkten der Kaiserin Maria Theresia, die ausladend auf ihrem Denkmal zwischen den beiden großen Museen sitzt und in Richtung des Kunsthistorischen zeigt. F. philosophierte darüber, wie die Welt wohl aussehen würde, wenn es mehr Denkmäler von solchen Matriarchinnen auf Sesseln gäbe statt in Bronze verewigte Kriegsherren auf Pferden. Pferde spielen ja derzeit auch in der österreichischen Innenpolitik eine Rolle. Aber ich schweife ab.

Wir freuten uns darüber, dass bei den Kassen kaum jemand stand. Einige meiner Kolleginnen, die schon in der Ausstellung waren, hatten gewarnt, dass sie ungeheuer überlaufen sei und die Tickets nur für Zeitfenster verkauft werden. Wir waren aber natürlich klüger, und vor den Kassen stand ja auch kaum jemand, also alles bestens. Ich machte eine kleine Foto-Runde, F. ging Tickets kaufen, kam kurz darauf zurück und ……. tja, für heute alles ausverkauft. Vor den Kassen standen nur diejenigen, die noch keine Tickets hatten und auch keine mehr bekamen. Wir konnten es gar nicht fassen. Es ist eine große, international beworbene Ausstellung, aber ausverkauft! F. war enttäuschter als ich. Bruegel ist nicht so unbedingt meines, aber schließlich war er mit mir bei einer Schiele-Ausstellung, die wiederum nicht unbedingt seines war. Nur auf den Bruegel hatte er sich gefreut, wegen der Szenen aus dem damaligen Alltagsleben, wegen der Bilder aus dem bäuerlichen Leben.

Da standen wir nun bei strahlendem Sonnenschein vor dem Museum und durften nicht in die gewünschte Ausstellung. Ins Gebäude selbst konnten wir wohl hinein und so landeten wir im Museums-Shop. Der Ausstellungskatalog ist im Kunsthistorischen immer um 10 € teurer als in allen anderen Museen, warum auch immer das so sein möge. Aber es gab abgesehen vom Katalog sehr viel Interessantes, neben heftigem Kitsch wie Klimt-Regenschirmen und Monet-Kochschürzen und vielem anderen in dieser Kategorie. So kamen wir beide recht zufrieden mit mehreren Büchern und einem Katalog wieder heraus.

Gibt es eigentlich ein Wort für die Mischung aus Mittag- und Abendessen? Wie immer es heißen möge, haben wir uns sowas einverleibt, beim Syrer, und über Monsterausstellungen nachgedacht.

Die Vermurksung des Fotos ist auf den Frust zurückzuführen. Aber immerhin sieht man den strahlenden Himmel hinter den imperialen Säulen.

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14 Kommentare zu “Freitag 16.11.18 – Nix Bruegel

  1. Ich stelle fest, nach eingehendem Lesen Deines Museumstextes, liebe Myriade, letztendlich war es doch alles in allem ein gelungener Tag 🙂
    Ich wäre vor einer Woche montags froh gewesen, wenigstens der Museumsshop wäre geöffnet gewesen, aber nix da, auch hier öffnete sich keine Tür, auch keine klein winzige mit einem Schlupfloch für mich *Montag Ruhetag…*

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  2. Wie überaus schade, dass du nicht an der Kasse gesessen bist!! Dein kreatives Handy finde ich aber sehr witzig und immer wieder unerwartet …

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  3. DAs mit Zeitfenstern bei einer Ausstellung habe ich zweimal hier in Berlin erlebt – einmal bei der Moma, da konnte ich es verstehen und wir haben dennoch über zwei Stunden in der Kälte und in der Schlange gestanden – und beim zweiten Mal wurde auf der Museumsinsel ein Museum nach langer Instandsetzung wieder eröffnet.
    Bei dir ist das durch die besonderen Umstände besonders blöd.

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    • Verstehen kann ich es auch. Wenn man einmal drinnen ist, ist man eh dankbar, dass nicht so viele Leute drin sind, dass man die Ausstellungsstücke nicht mehr sieht. Aber es ist natürlich ganz anders, wenn man vor der Tür steht …… Aha, in Berlin gibt es eine Museumsinsel. In Wien haben wir ein Museumsquartier. Das wird wohl dasselbe Konzept sein: mehrere Museen nahe beieinander

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      • Deine Intuition hatte ich natürlich auf den richtigen Weg geführt. Auf der Museumsinsel in Berlin sind grob geschätzt vier oder fünf Museen, unter anderem das Pergamonmuseum. Ich hoffe für mich und meine Bildung, dass sich im Laufe der vielen Berlin Jahre schon in allen gewesen bin. Aber in den letzten Jahren habe ich mich etwas zurückgehalten, denn die Eintritte sind ja nicht gerade preiswert. Als ich noch Hartz4 Empfängerin war, also bis 2010, da war ich oft im Museum, denn da hat der Staat den Eintritt gesponsert oder ganz bezahlt. Das finde ich eine gute Sache.
        Und als es das dann nicht mehr gab, habe ich angefangen zu bloggen, nehme ich genau im Dezember 2009.

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      • Jetzt kannst du dir was einbilden, ich habe extra deinetwegen den Computer hochgefahren, denn jetzt diesen Kommentar möchte ich nicht meinem „kreativen“ Handy überlassen *grins*
        Ich will nicht mit dir wetten, aber ICH wäre wahrscheinlich in die Ausstellung reingekommen, dieses Mal nicht mit dem etwas schlitzohrigen Weg wie hier:
        https://chh150845.wordpress.com/2010/02/26/cirque-de-soleil-mal-anders/
        sondern einfach mit der Wahrheit. Auch Kartenverkäuferinnen haben ein Herz – und du hast so viel Einsatz gezeigt. Wäre ich die Kassenfrau gewesen, ich hätte euch zwei Tickets verkauft. Es sei denn, du wärst eine Dralltonne von 150 kg Gewicht, die eine Besucherverdrängung von 3 Personen hat 🙂
        Computer wieder aus!!!!!!

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  4. Dein Bericht ist jedenfalls sehr gelungen – gelungener als manche Ausstellung. 😉

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