la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Opfer des Schicksals? Viktor Frankl? HVB

18 Kommentare

Nie und niemals und unter gar keinen Umständen sollte sich ein Mensch selbst als Opfer betrachten. Als Opfer irgendwelcher höheren Mächte, als Opfer des Schicksals, als Opfer anderer Menschen, Als Opfer bestimmter Lebensumstände.

„Du Opfer“ sagen Jugendliche und meinen das als sehr grobe Beschimpfung. Das irritiert mich immer wieder. Es kann keine Schande sein, zum Opfer zu werden. Selbstschädigend ist es aber unbedingt, sich selbst als Opfer zu betrachten, als hilflos ausgeliefert, als unfähig zu irgendeinem Schritt zur Verbesserung der Lage und sei es nur in der Vorstellung, als immerwährende/r Ausfüller/in der Opferrolle. Immer, bis zum letzten Atemzug gibt es irgendeine Möglichkeit auf seine Lebensumstände zu reagieren. Vielleicht ist es nur eine ganz winzige, von außen kaum wahrnehmbare Reaktion und doch gibt sie dem Menschen die Würde der Selbstbestimmung wieder. Betrachtet man sich selbst als Opfer, überlässt man die Gewalt über das eigene Leben anderen.

Man denke nur an Viktor Frankl, der seine Logotherapie und Existenzanalyse, die von vielen als dritte Säule der Psychoanalyse betrachtet wird, während seiner Inhaftierung in mehreren KZs entwickelt hat und seinen „Willen zum Sinn“ nicht nur selbst gelebt sondern auch an andere in derselben Lage weitergegeben hat. Es gibt wohl nicht allzuviele Situationen, in denen man mehr Anlass hätte, sich als Opfer zu betrachten als Insasse eines Konzentrationslagers zu sein, errichtet und geführt von einem mörderischen Regime und zu den zu vernichtenden Feindbildern dieses Regimes zu gehören. Dennoch….  Ich halte Viktor Frankl nicht für einen Heiligen oder einen Übermenschen, aber für jemanden, dem es gelungen ist, sich selbst und anderen in einer absoluten Opfersituation die Menschenwürde und Selbstbestimmung zu erhalten.

18 Kommentare zu “Opfer des Schicksals? Viktor Frankl? HVB

  1. Mich trifft keine Schuld. Andere sind verantwortlich. Für alles Unglück, für alle Widrigkeiten und für mein Leben. Das ist eine verbreitete Weltsicht mit der man sich zum perfekten Opfer macht.

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  2. Lieben Dank für dieses Gedankenfutter, das mich voll überzeugt! Herzlich, Petra

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  3. In solch einer Situation NICHT zu verzweifeln, macht aus dem beabsichtigten Opfer einen echten Helden, auch in weiblicher Form anwendbar!

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  4. Das Wort Opfer gilt bei den Jugendlichen nicht unbedingt als grobes Schimpfwort.

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