la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Die finsteren Seiten der Wirt´n um´s Eck

7 Kommentare

Ich spiegele mich in der Sonnenbrille der Studierenden, die mir gegenüber sitzt. Zu jeder Jahreszeit trägt sie  Sonnenbrillen, nicht auf der Nase sondern wie einen Haarreifen auf dem Kopf und zum zweihundertsten Mal frage ich mich, wie die Brille auf dem glatten Stoff des Kopftuchs hält, ganz besonders wenn die junge Frau wie jetzt gerade den Kopf über ihre Mitschriften gebeugt hat und die Brille in einem Winkel liegt, der es mir erlaubt mich darin zu spiegeln. Neben ihr sitzt eine Afrikanerin mit einer besonders faszinierenden Zöpfchenfrisur. Bei dieser Version hat man den Eindruck, dass die Zöpfchen schwerelos sind und in alle Richtungen die tollsten Kaskaden bilden. Sonnenbrillen, Zöpfchenfrisur, bei mir erfüllen wahrscheinlich die Ohrringe den gleichen Zweck.

Oft, oder genauer gesagt jedes mal wenn ich dort gegessen habe, beschließe ich nicht mehr zu dem Wirten gegenüber der Schule zu gehen. So ging ich also heute wieder einmal hin. Immerhin sitzt man da im Freien und es gibt vernünftige Zeitungen zu lesen. Was soll ich sagen, die „Minestrone“ genannte Flüssigkeit war extrem fett und die Nudeln sahen wie Maden aus. Das Brathuhn mit Risibisi – hier Risipisi genannt – war so zäh und trocken als hätte es Urlaub in der Wüste gemacht, gemeinsam mit den Erbsen. Der Reis war immerhin genießbar wenn man ihn im Bratensaft anfeuchtete bzw ertränkte. Wieder einmal beschloss ich nie wieder hier zu essen, zumindest morgen nicht.

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7 Kommentare zu “Die finsteren Seiten der Wirt´n um´s Eck

  1. Der Wirt ums Eck ist wirklich schlecht. Deine lautmalerische Beschreibung würde mich abhalten nur einen Schritt dorthin zu setzen.

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  2. also, ich würde da nicht mehr hingehen, möge es für uns ein guter Tag werden.

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  3. …und ich dachte bei den „finstern Seiten“ plus Kopftuchfrau-Einstieg sofort an belauschte Stammtischgespräche oder schlimmere rechte Unverschämtheiten – wie wunderbar, daß es einfach mal um schlechtes Essen geht (frau übt sich, man merkt es hoffentlich, im bemerken der erfreulichen Kleinigkeiten *gg*)

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    • Nein, nein zum Glück musste ich nicht auch noch in der Nähe eines faschistoiden Stammtisches essen. Ich hab schon mehr als genug von der aktuellen österreichischen Politik und ihren Vertretern.
      Von den erfreulichen Kleinigkeiten lebe ich derzeit, das große Rundherum, das private und das öffentliche ist nicht so erfreulich ……. wird schon wieder ……. irgendwann …..

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