la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Kunst genießen – ABC-Etüden

8 Kommentare

Die ABC-Etüden bei Christiane

Das neue Setting, die maximale Wortanzahl (300) statt der maximalen Sätzeanzahl (10) erlaubt es, flüssiger und freier zu schreiben statt ständig ein Auge auf die Satzanzahl zu haben.

Gibt es zum Thema „Kunst“ noch irgendetwas zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre, oft und von vielen? Sind allgemeine Richtlinien für die Beurteilung des einzelnen Werks überhaupt relevant? Ist es nicht die Beziehung der BetrachterInnen zum jeweiligen Kunstwerk die zählt? Was bleibt nach dem mehr oder weniger klugen Zerreden eines Kunstwerks übrig? Bin ich dann glücklicher, wenn ich davon ausgehen kann, dass ich die Komposition und die Farbgebung und die vielfältigen Einflüsse, denen die Inspiration der KünstlerInnen ausgesetzt war, verstanden habe?  Möchte ich, dass mir jemand erklärt, warum mich etwas beeindrucken soll oder auch nicht, ob dieses oder jenes Werk überhaupt eine Daseinsberechtigung hat, ob es mir denn überhaupt gefallen darf oder aus welchen Gründen ich es abzulehnen habe? Ist es legitim, dass ich es müde bin, zuallererst zu erfahren welcher Richtung, Strömung, Schule ein Kunstwerk zuzuordnen ist? Darf es sein, dass ich nicht unbedingt zu analysieren wünsche, wie ein Werk entstanden ist und in welcher Tradition es demnach zu sehen ist?

„Anfängergeist“ nennt man im Zen die frische Betrachtungsweise von allem, was in unserem Leben auftaucht. „Anfänger“ im positiven Sinn, als jemand der/die nicht voreingenommen, nicht belastet ist, sondern offen mit allen Sinnen das gerade Vorhandene wahrnimmt. Ich bin durchaus nicht ahnungslos, was Kunst und Kunstgeschichte betrifft, aber den ersten Moment der Begegnung mit einem Kunstwerk möchte ich nicht auf Worte und Erklärungen verschwenden. Die intellektuelle Begegnung kann später stattfinden und ist dann oftmals auch eine große Bereicherung, bei der es aber nicht auf meine persönliche Beziehung zu diesem Werk ankommt. Es ist ja möglich, etwas sehr gut gemacht zu finden ohne dass man persönlich auch nur irgendwie berührt wird und ebenso kann man tief berührt werden von einem Werk, das nach den Kriterien der Kritik nicht als Kunst zu betrachten ist.

296 Wörter

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8 Kommentare zu “Kunst genießen – ABC-Etüden

  1. Das sind Zeilen, mit denen du mir im Großen und Ganzen aus der Seele sprichst und die wunderbar formuliert sind.
    Oft hat man das Gefühl, dass man ohne den Abschluß eines Kunststudiums gar nicht berechtigt ist, eine eigene Meinung zu Kunst haben zu dürfen.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 39.40.18 | Wortspende von visitenkartemyblog | Irgendwas ist immer

  3. Du hast das Thema so aufgegriffen, wie es auch in mir schwingt, aber ich es noch nicht zu Papier gebracht habe, es drängelt sich immer wieder anderes dazwischen. Nun ist es gesagt und ich darf mich meinem widmen 😉 danke dafür, herzlichst, Ulli ja, ich hätte es anders gesagt, aber der Inhalt wäre kein anderer …

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  4. Ja, unbedingt (der letzte Satz), das sehe ich ähnlich. „Gut gemacht, aber nicht meins“, ist eigentlich eine meiner Standardaussagen. Wobei mich Infos zum Einsortieren dann durchaus interessieren. Aber wenn ich nicht damit warm werde, dann ist das alles eigentlich verlorene Liebesmüh. Andersherum braucht es keinen „großen Namen“, damit etwas an meine Wand (oder bei Büchern in mein Regal) darf, ich muss es einfach mit Herz und Verstand für „gut“ halten.
    Schön! Und schön deine Verwendung der Etüdenwörter. Ich sitze auch gerade an eine Nicht-Geschichte …
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

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