la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Vom Minirock zur schwarzen Säule

18 Kommentare

Das Gespräch, das ich heute abend mit einer Studierenden geführt habe, war so interessant, dass man uns beinahe im Schulgebäude eingesperrt hätte. Gerade noch im letzten Moment bevor der Schulwart die Alarmanlage eingeschaltet hat, sind wir hinausgekommen.

Sie hat mir von ihrer Großmutter erzählt, die als junge Frau in Afghanistan ein relativ freies Leben führte und Lehrerin war. Nach dem frühen Tod ihres Mannes zog sie allein zwei Söhne groß, einer davon der Vater der jungen Frau, doch dann kamen die Taliban und reduzierten sie auf eine schwarze Säule. Sie erzählte, wie die Großmutter die ganze Familie zur Auswanderung gedrängt hatte. Ich habe nicht gefragt, ob die Großmutter selbst auch mitgekommen ist. Die Frage werde ich nachholen

Sehr spannend fand ich auch das Verhältnis der jungen Frau zum Islam. Sie teilt ihr Leben in verschiedene Bereiche ein. In der Bäckerei, in der sie arbeitet, könnte sie ein Kopftuch tragen, tut es aber nicht, weil sie meint, dass ihre Religion nicht als Provokation herhalten soll. In der Abendschule trägt sie ein loses Kopftuch, die Art wie man sie an Frauen im Iran sieht; weder das Haar noch der Hals sind eigentlich bedeckt. Auf meine Frage, wie man ein Leben zwischen Arbeit und Schule mit fünf Gebeten am Tag verbinden könne, sagte sie, dass das darauf ankäme, wie man „Gebet“ definiere. Nach einer modernen Auslegung des Islam, wäre alles, was man gerne für andere tue, auch als Gebet zu betrachten. Wenn das viele Menschen so sähen, würde das der Gesellschaft sehr gut tun.

Jedenfalls eine interessante, neue Studierende, die gerne redet und gerne Auskunft gibt über ihre Meinungen.

18 Kommentare zu “Vom Minirock zur schwarzen Säule

  1. Sehr interessant. Und: Diese Einstellung zum Gebet gefällt auch mir sehr. Ich will daran glauben, dass das allen Widrigkeiten zum Trotz Schule macht.
    Herzliche Grüße
    Agnes

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  2. Spannend. Und erfreulich! Möge sie hierbleiben dürfen 🙂

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  3. Wenn es doch nur mehr von ihrer Art gäbe.

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  4. Eine moderne Frau, die zwischen verschiedenen Welten lebt und alle Seiten, so scheint es mir, toleriert.

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  5. Eine schöne Betrachtung des Gebets.

    Gefällt 3 Personen

  6. Du kennst sicher das Buch von Husseini, Drachenläufer, über das Leben in Afganistan, bevor erst die Russen, dann die Taliban und dann alle anderen kamen….

    Gefällt 2 Personen

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