Das BUCH-DATE ist wieder einmal vorüber

… und es ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Hier gibt es die gesammelten Beiträge 

Vielen Dank an Tausend für die Empfehlungen

Keines der drei Bücher hat mich auf den ersten Blick angesprochen und so habe ich mir alle drei besorgt, ein Lob an die Wiener Städtischen Büchereien, die alle drei vorrätig haben.

Gehört für mich in die Kategorie der rührseligen Schinken. Ist gar nicht abwertend gemeint, ich lese auch gelegentlich rührselige Schinken. Die Handlung ist so vorhersehbar, dass man schon nach ein paar Zeilen Covertext restlos informiert ist. Was etwas aus dem Genre herausfällt, ist eine seltsame Art des Humors: es wird hier Slapstick beschrieben und damit kann ich gar nichts anfangen. Wenn schon Slapstick dann im Film, in der Bewegung, aber in Worten …….

“ Der Trottel fährt ein paar Meter vor, wobei Ove deutlich erkennen kann, dass er den Hänger nicht richtig geradezieht. Dann beginnt der Trottel wieder rückwärts zu fahren. Geradewegs in Oves Briefkasten , so dass die Kante des Anhängers das grüne Blech aufschlitzt und verbiegt. (…) Ove knallt seine geballte Faust so heftig auf das Autodach, dass der Trottel zusammenfährt und sich den Kopf im Türrahmen anschlägt. Ove beugt sein Gesicht so weit zu ihm hinunter, dass die Worte kaum an die Luft kommen, bevor sie im Gehörgang des Trottels wieder verschwinden.

„Raus aus dem Wagen!“  „

Na ja ……


Das ist ein ungemein seltsames Buch, das mich an dem Label „Spiegel Bestseller“ sehr heftig zweifeln lässt. Laut Beschreibung handelt es sich um ein Zeitreise-Buch. Gut, Science Fiction lese ich gerne. Es ist aber so langatmig um nicht zu sagen langweilig geschrieben, dass ich es ohne Überblättern vieler Seiten gar nicht geschafft habe. Der Text beginnt damit, dass jemand sich eine Pistole aus dem Waffenschrank seines Vaters holt, um an einem bestimmten Ort Selbstmord zu begehen. Über hundert Seiten später ist er dort endlich angekommen.

Unendliche Monologe zu pseudophilosophischen Themen und zu wissenschaftlichen Fakten, die sich in weiterer Folge als Betrug herausstellen. Zu allem Überfluss ist es ein auktorialer Roman, in dem ermüdende Schleifen und Abschweifungen von der Handlung mit Wendungen eingeleitet werden wie „lassen wir nun XY durch diese Tür gehen und wenden wir uns inzwischen diesem und jenem zu“ Gelegentlich mühsam aufkommende Spannung wird sofort abgewürgt.

Nach hunderten Seiten stellt sich heraus, dass es eigentlich eine Geschichte über gefälschte Zeitreisen ist. Aha. H.G Wells samt gefälschter Zeitmaschine treten auf. Der Elefantenmann bekommt einen Auftritt, warum auch immer. Das ganze mäandert dahin….. Bei Seite 500 angelangt beschließe ich das Buch mit Überblättern vieler, vieler Seiten bis zum bitteren Ende fertig zu lesen, weil ich nun doch gespannt bin, wie eine derart abstruse Geschichte irgendwie zu einem Ende gebracht werden kann. 

Die Geschichte wird immer schlimmer: von den Zeitreisen über die Betrugszeitreisen landen wir nun bei doch existenten Zeitreisenden. Die Handlung überschlägt sich vor Absurdität, es wird immer langweiliger. NEIN, es reicht 

Amüsiert hat mich nur eine einzige Stelle in diesem Buch. H.G. Wells spricht in für den Autor ziemlich niederschmetternder Weise über ein Buch. Entweder ist Félix Palma sehr humorvoll selbstkritisch oder der Absatz gehört zu den gröberen Peinlichkeiten, denn die Beschreibung des grottenschlechten Romans durch Wells ist eine völlig zutreffende Kritik von „die Landkarte der Zeit“

„Die Handlung von G.Ms Roman konnte einen ebenfalls erröten lassen. Hinter dem hochfahrenden Titel verbarg sich die im Fieberwahn herbeiphantasierte Geschichte eines Irren (…) Eine derartige Geschichte konnte vielleicht als Satire funktionieren, aber Giliam nahm sie furchtbar ernst und gab ihr einen feierlichen Ton, der die Lachhaftigkeit der Handlung vollends peinlich machte. (…) Außerdem war sein Schreibstil ebenso kindisch wie großsprecherisch, die Charaktere blieben blass und die Dialoge waren weder spritzig noch witzig. So einen Roman schrieb jemand, der glaubte Schriftsteller könne jeder werden. 

Die Komposition Ihres Werks ist chaotisch und willkürlich,(…) man hat den Eindruck die Dinge passieren ohne jede erzählerische Logik, nur weil es Ihnen so gefällt. Das alles ruft beim Leser ein unüberwindliches Desinteresse hervor, wenn nicht sogar eine tiefe Ablehnung dessen, was er liest.“ p 451 f

Treffender kann man dieses Werk nicht zusammenfassen.

 

Die dritte Empfehlung schließlich, hat mir gefallen. Ein Buch auf dem Thriller draufsteht und Thriller drin ist. 

Die Protagonistin entdeckt in ihrem Haus einen Mann, der aus ihrer Sicht nur ein Einbrecher sein kann, selbst aber behauptet ihr Lebensgefährte zu sein, der mit ihr in diesem Haus wohnt. Sie erkennt ihn aber nicht. Ausgehend von dieser Situation entwickelt sich die wirklich sehr spannende Handlung, die abwechselnd vom Standpunkt der beiden Hauptpersonen aus geschildert wird, was den Überraschungseffekt lange am Leben lässt.

Kurze Sätze, alles in der Gegenwart geschrieben, hohes Erzähltempo, überraschende, phantasievolle Wendungen. Der Erzählstil passt zum Inhalt, die Handlung ist nicht alltäglich aber bewegt sich im Rahmen des Möglichen. PASST.  Wenn jemand einen spannenden Thriller lesen will, den man vor dem Ende kaum aus der Hand legen kann, dann ist er/sie bei diesem Buch richtig.

 

3 Gedanken zu “Das BUCH-DATE ist wieder einmal vorüber

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s