ideologisch verbrämte Milchpakete

Ich greife immer zu der Heumilch mit der grünen Kuh auf der Packung. Bio-Heumilch steht drauf und wenn diese Milch in meinem Stamm-Supermarkt angeboten wird, ist das Ablaufdatum üblicherweise fast erreicht.Um zu frischerer Milch zu kommen, muss ich einen Angestellten überreden, nachzusehen ob irgendwo im Hintergrund, im Kühlraum vielleicht auch noch frischere Milch zu finden ist. Es handelt sich dabei um eine rein sportliche Übung, denn ich mag gar keine Milch und verwende sie auch nur selten zum Kochen.

Wenn ich mir die grüne Kuh so ansehe, steigt ein Bild in mir auf von grünen Wiesen und friedlich grasenden Kühen, die lockig bimmelnd da ein Gänseblümchen und dort ein Kräutl abweiden. Kunstdünger ist in diesem Paradies noch nicht einmal angedacht, das Wasser ist lupenrein sauber und zur Freude der Kühe gibt es auch ein paar Stiere. Die sind allerdings alle von der Kategorie des Stiers Fernando, der an Blumen riechen und nicht in die Stierkampfarena wollte.

Der Partner dagegen, der Milch sogar trinkt, greift immer nach der Bergbauernmilch. Er sieht wahrscheinlich glückliche Bauern, die für ihre Milch ausreichend bezahlt werden und sich daher nicht in vielen Nebenerwerbsbeschäftigungen krumm arbeiten müssen. Außerdem halten sich diese Bauern in den Bergen auf und das ist seine lieblingsheimatliche Landschaft. Grün sind die Kühe dort auch nicht, aber das ist ein Nebenaspekt.

Nachdem wir unsere Milchvisionen irgendwie zusammenbringen müssen, werden im Kühlschrank gleichzeitig oder abwechselnd glückliche Kühe und glückliche Bauern frisch gehalten.

23 Gedanken zu “ideologisch verbrämte Milchpakete

      1. Es kommt darauf an, ob ich sie für die Vorratskiste oder für den Sofort Verbrauch kaufe.
        Und bei Bananen sind in den unteren Kisten keine anderen oder besseren als in den oberen, aber gewühlt werden muss erstmal von den Leuten. Und jeder grabscht alles an.

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          1. Auf den Milchpackungen steht doch drauf, woher sie kommen bzw. wo sie produziert werden. Wenn aber die Leute -zig Packungen von hinten nach vorn holen und nichts wieder zurückräumen, wird es nur unordentlich, aber die Herkunft bleibt immer noch erkenntlich.

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  1. Wir waren mal am Chiemsee auf einen Bauernhof mit Kühen. Dort kam täglich der Abholdienst von der frischen Kuhmilch. Obwohl sie nur ca.20 Kühe hatten durften sie nicht aufs Feld. Sie machen sonst das Feld kaputt, wurde uns gesagt. Ich denke mal es war denen zu anstrengend die Kühe Morgens und Abends zum Melken reinzuholen. Soviel zum Thema glückliche Kühe und tolle, teure Milch.

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    1. Zu den Packerln gibt es aber keine Alternative. Sogar wenn man wollte, bekäme man keine Milch in Flaschen und welche Verpackung kommt sonst noch in Frage? H-Milch kommt mir auch nicht ins Haus 🙂

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