la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

ABC-Etüden – Das Klöppel-Virus

19 Kommentare

Hier gehts zu Christiane

Viele Namen hatte es bekommen, Schmidt-Monsanto-Virus, Merkel-Trump II17, schließlich hatte sich die Bezeichnung Klöppel-Virus durchgesetzt wegen der ruckartigen Fingerbewegungen, die die Betroffenen zwanghaft ausführten und die an die Bewegungen beim Klöppeln erinnerten.

2020 war das Virus aufgetreten und befiel mit atemberaubender Geschwindigkeit einen Kontinent nach dem anderen. Zuerst trat es in Gebieten auf, in denen größere Bäche oder Flüsse lange Strecken durch Agrarland flossen, als dieser Zusammenhang endlich erkannt wurde, war es längst zu spät. Flüsse wurden umgeleitet, Flussbette durchwühlt, doch das Virus, das seinen Ursprung in durch Schädlingsbekämpfungsmitteln mutierten Getreidesorten hatte, wurde durch die Luft übertragen und bald war praktisch die gesamte Menschheit verseucht.

Durch langwierige, intensive Therapien und Behandlungen gelang es manchmal  die ruckartigen Zuckungen auf eine Hand zu beschränken. Ein geringer Prozentsatz von Menschen versuchte die Zivilisation zu bewahren.

2120: prächtig wogten die Getreidefelder und das Superunkraut. Die Insektenpopulationen  mit ihrer enormen Vitalität hatten sich erholt Bienen, Schmetterlinge, Ameisen, Käfer summten, brummten und krabbelten durch die Natur. Menschen störten die Idylle nicht mehr.

19 Kommentare zu “ABC-Etüden – Das Klöppel-Virus

  1. Super! Gefällt mir ausgesprochen gut!

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  2. Ich habe eine Bekannte, die für den schnellen Untergang der Welt betet. Kein Witz. Sie findet, dass die Menschheit es nicht anders verdient hätte. Und um das gleich mal auszuschließen, nein, die ist in keiner Weise irgendwie radikal, eine freundliche, sehr sozial eingestellte, ältere Rentnerin.
    Aber die Idee mit dem Virus, die hat echt was … 😉
    Herzliche Grüße an die Wortspenderin
    Christiane

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  3. Könnte aber doch passieren, wenn auch vielleicht noch nicht 2020. Wenn man Pech hat ist der erste Erkrankte ein Mensch dessen Hautfarbe, Muttersprache oder Religion von der der Mehrheit des ersten betroffenen Landes abweicht. Patient Zero* reloaded, nur dieses mal mit Hetzjagd bis zum Dritten Weltkrieg bei der derzeitigen Situation der Welt.

    *wie in der angeblich erste AIDS-Überträger in den USA, der zufällig auch Ausländer war. Der Mythos um diesen Mann wurde erst letztes Jahr widerlegt. 30 Jahre posthume Verleumdung (auch der noch lebenden Angehörigen und Freunde), vordergründig um ein Buch besser zu verkaufen. Frühes postfaktisch, könnte man sagen.

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    • Grauslich, davon hatte ich noch nichts gehört.
      So ein Szenario wäre natürlich in vielerlei Bereichen des Lebens grauenhaft und das gefährlichste an solchen Situationen ist wohl, dass sie leicht außer Kontrolle geraten können, auch außer Kontrolle derjenigen, die vielleicht dachten alles im Griff zu haben und irgendeinen Profit daraus ziehen zu können

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      • Stimmt.

        Patient Zero ist auch kein Allgemeinwissen. Anfang der 80er Jahre hat ein kanadischer Flugbegleiter der AIDS-Forschung in Kalifornien helfen wollen und Angaben gemacht. Weil er nicht aus Kalifornien stammte stand auf seiner Akte ein O für „outside of California“. Durch einen Fehler beim Abtippen wurde daraus eine 0 und dann nahm das Unglück Fahrt auf und der Franko-Kanadier Gaetan Dugas, der zwar einer der ersten bekannten infizierten Fälle in den Staaten war, aber eben nicht der Ausgangspunkt der Krankheit, wurde zum „Patient Null“ etikettiert. Der Autor Randy Shilts (selbst infiziert und 1994, zehn Jahre nach Dugas, gestorben) hat das dann 1987 ordentlich in einem Buch ausgeschlachtet. Ins Selbstbild einiger Kreise in den USA passte schon immer „der Ausländer hat es eingeschleppt“. Das Buch gilt heute noch als essentieller Lesestoff in den USA, wurde in den 90er Jahren auch verfilmt.

        Und genau solche Entwicklungen klappen mit jeder Seuche, leider.

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  4. wow, aber wenn es passiert, werden wir nicht mehr viel davon mitbekommen.

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  5. Fast würde ich sagen – he he he, geschieht ihnen recht, den dummen Menschen. Aber eigentlich würde ich meinen Enkeln und Urenkeln wünschen, dass sie 2120 noch durch wogende Getreidefelder hopsen können.
    Ob wir doch noch das Ruder herumreißen können?

    Gefällt 3 Personen

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