la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

19. Station der Leseweltreise – USA

23 Kommentare

Liebhabern des Schauerromans oder der Horrorliteratur ist Howard Philipps Lovecraft (1890-1937) sicherlich ein Begriff. Was dabei herauskommt, wenn ein etwas paranoider, rassistischer Sonderling mit einer Vorliebe für die unheimliche Phantastik und Talent zum Schreiben zur Feder greift … Ich lese Lovecraft richtig gerne und finde, dass er E.A Poe, der ihn stark inspirierte in nicht allzuviel nachsteht. Immerhin hat er in den wenigen Jahren seiner literarischen Karriere den doch ziemlich umfangreichen kosmischen Cthulhu-Mythos erdacht.

Viele seiner Kurzgeschichten habe ich gelesen. Ach, „Schatten über Innsmouth“ oder „die Farbe aus dem All“, „die Ratten im Gemäuer“ und viele andere. Ein etwas ungustiöses, aber prickelnd schauerliches Lesevergnügen. Mir fallen spontan die Stufen ein, die unter dem uralten Familienschloss durch den Felsen hinunterführen tief in die Erde hinein, zu unsäglichen Gräueln (um mit Lovecraft zu sprechen). Nach ausgiebigen Andeutungen über diese Gräuel ist der Höhepunkt der Geschichte, dass diese in den Fels gehauenen  Stufen …….. von unten nach oben gemeißelt wurden.

Eine sprachliche Anmerkung: ich denke noch darüber nach ob Gräuel grauenhafter sind als Greuel ….

Abgesehen von vielen Kurzgeschichten in verschiedenen Längen hat Lovecraft auch ein  Werk über das Horrorgenre geschrieben „Supernatural horror in literature“ und einen einzigen Roman „Der Fall Charles Dexter Ward“, den ich kürzlich gelesen habe.

Die Geschichte unterscheidet sich nicht wesentlich von vielen anderen: ein bis zu einem gewissen Zeitpunkt relativ normaler junger Mann, der sich sehr intensiv für die Geschichte Massachusetts und vor allem seiner Heimatstadt Providence interessiert, gerät in den Bann eines mysteriösen Vorfahren, der mit alchemistischen und sonstigen finsteren Praktiken Tote erweckte und dem es irgendwie gelungen ist das Übernehmen eines Nachfahren vorzubereiten und schließlich durchzuführen. Wer das Genre nicht mag, wird im besten Fall verwundert den Kopf schütteln …

S.T.Joshi, der – wie ich erfahre – weltweit führende Lovecraftexperte hat den Text, den ich gelesen habe ausführlichst kommentiert. Sein Fokus lag dabei auf der realistischen Beschreibung von Providence und einiger prominenter Zeitgenossen von Lovecraft. Dieser Aspekt hat mich allerdings nur am Rande interessiert.

Ah, und noch ein Hiweis für Lovecraftfans: kürzlich habe ich in einer Wühlkiste doch tatsächlich dieses gefunden:

Es gibt ja Leute, die sowas sogar kaufen *hüstel* Nach Überfliegen der Einleitung scheint das ein ernstgemeintes Werk zu sein, in dem etliche gelinde gesagt eigenartige Rituale, Symbole und Anrufungen beschrieben werden. Der Autor soll ein Priester sein. Na ja, also zu meiner Ehrenrettung betone ich, dass es ein extrem billiges  Sonderangebot war ….

23 Kommentare zu “19. Station der Leseweltreise – USA

  1. Denk dir nichts, Lovecraft ist Kult und es gibt extrem viel Literatur und Fanprojekte zu ihm.
    Er hat das Genre geprägt.

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  2. „…ich denke noch darüber nach ob Gräuel grauenhafter sind als Greuel…“
    Während mir persönlich Gräuel staubig kalt vorkommen, erscheinen mir Greuel eher modrig grünlich dumpf —–

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  3. Ich besitze auch dieses schwarze dicke Buch von ihm…
    Aber gelesen habe ich es immer noch nicht…

    Rassistisch war er? Inwiefern?

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  4. Das ä in Gräuel wird als e gesprochen, da wäre es doch sinnvoller Greuel zu schreiben, wobei manche Gräueltaten trotzdem unaussprechlich bleiben.

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  5. Pingback: BUCHweltreisebericht Oktober 2017 | umgeBUCHt

  6. Nein, nein, das Necronomicon ist ungefähr so ernst wie die Zombie-Etüden-Katze neulich bei Frau Flumsel und dir … na gut, es steckt erheblich mehr Arbeit drin, aber das macht es nicht real funktionierend. Du hast allerdings recht, dass in der Magieszene jede Menge Haarsträubendes unterwegs ist.
    Schau mal die der Wikipedia rein, die ist sehr ausführlich dazu:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Necronomicon

    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Von real funktionierend ist ja natürlich keine Rede. Ich bin doch keine Anhängerin obskurer Sekten, aber es klingt ernstGEMEINT. Es wird auch nicht als Manuskript ausgegeben wie die diversen Werke, die bei Wikipedia aufgeführt werden…. Ich werde bei Gelegenheit genauer hineinschauen …. Ich habe kurz gesehen, dass es da so vergnügliche Dinge gibt wie Anleitungen zur Aussprache von Beschwörungsformeln der „Alten Götter“

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  7. Danke für’s „Vor“-lesen, ich hab mir solche Literatur abgewöhnt seit ich – sobald der Zug in einen Tunnel einfährt, an Dürrenmatts Erzählung denken muss … 😉

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  8. Leider bist Du, was den Rassismusvorwurf betrifft auf den allgemeinen Zug aufgesprungen, ohne den konkreten Zeitbezug zu beachten. Zu Lovecrafts Zeit war das normaler Sprachgebrauch (ich will das damit gar nicht entschuldigen, um dem Vorwurf gleich vorzugreifen). Ich finde es halt nur problematisch, Personen und Geschehen einer geschichtlichen Periode aus deren Zusammenhang zu reißen und an heutigen Moralvorstellungen zu messen. Damit hat man immer ein Totschlagargumebt und zack ist das entsprechende Etikett angebracht. Lovecraft war nicht rassistischer als seine Zeitgenossen, auch wenn uns das durch die heutige Brille betrachtet so erscheint.

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    • Nun ja, ich kann den Grad des Rassismus und Antisemitismus, die zu Lovecrafts Zeit geherrscht hat nicht beurteilen. Tatsache ist – und das kann man ja auch in dem von dir verlinkten Artikel lesen – dass er sich diesbezüglich schon sehr „ausgezeichnet“ hat. Für mich persönlich ist das ziemlich irrelevant. ich lese Lovecraft als erstklassige Gruselgeschichten und nicht als Manifeste für Menschenrechte. Dafür wären sie wahrhaftig ungeeignet 🙂

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