la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Zwangsbeglückung und Aggression

34 Kommentare

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Aktionen von Zwangsbeglückern und Menschen mit Helfersyndrom zu heftigen Aggressionen führen können, fand kürzlich in unserer Lehrerküche statt.

Wir haben zwischen den Unterrichtsstunden nur 5 Minuten Pause und das reicht in einem weitläufigen Gebäude gerade um von einem Klassenzimmer ins nächste zu kommen. Wer aufs Klo gehen möchte und in derselben Pause vielleicht auch noch das Bedürfnis hätte, etwas zu essen oder zu trinken, muss sich da für eines von beiden entscheiden. Dennoch gibt es Kolleginnen und Kollegen, die in Pausen Kaffee trinken. Das macht ohnehin eine gewisse Dehnung der Pause erforderlich, fürs Abwaschen oder auch nur in den Geschirrspüler Stellen der Häferl (=Tassen) bleibt definitiv keine Zeit. Daraus folgt, dass es in der Küche immer Berge von schmutzigen Häferln, Löffel und Tellern gibt. Sieht nicht besonders gut aus, aber es hat ohnehin niemand Zeit das Chaos zu betrachten.

Soweit also eigentlich alles im grünen Bereich, gäbe es da nicht die Kollegin B., die wandelnde Zwangsbeglückerin.  Sie rettet uns alle, sie kommt sogar an ihrem freien Tag um ungebetenerweise das Geschirr zu waschen, den Kühlschrank zu putzen und was sonst immer noch anfällt. Dabei murmelt sie laut vor sich hin, in welchem Zustand die Welt im allgemeinen und unsere Küche im Besonderen ohne sie wäre und wie man nur so schlampig, schmutzig, unordentlich sein kann, und wo wir alle ohne sie wären, im Dreck erstickt, unter schmutzigen Kaffeehäferln begraben usw usf. Die ohnehin viel zu kurzen Pausen wurden immer unentspannter und das moralintriefende Gemurmel immer lauter.

Bis kürzlich dem Kollegen L. der Kragen platzte. Er sprang auf, eilte in Richtung Spülbecken und Kollegin B. Wir waren alle erwartungsvoll erstarrt. Ob er womöglich … ? Nein, das wollten wir denn doch nicht ! Obwohl, wenn damit die unerträgliche Situation beendet würde ….. Kollege L wurde aber nicht handgreiflich (ein Jurist, man stelle sich vor !) Er pflanzte sich vor B auf und schrie sie an „Wehe, du greifst noch ein einziges Mal mein verdrecktes Kaffeehäferl an, das ich in beispielsloser Schlamperei nicht selbst abwasche !!! “ Alle anderen Anwesenden schienen im Geiste mitzuschreien. Es war wunderbar befreiend !

Natürlich ist Kollegin B zutiefst beleidigt und gekränkt und vom Undank der Welt noch überzeugter als zuvor. Es war sicher nicht das erste Mal, dass ihr Ähnliches passiert ist. Aber ist sie nicht selbst schuld ? Müssen sich hundert Leute von einer Person tyrannisieren lassen damit diese ihr Selbstbild als Retterin der Menschheit befüttern kann ?

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34 Kommentare zu “Zwangsbeglückung und Aggression

  1. oh wie unerträglich solche menschen sind. unaufgefordert irgendwas erledigen und dafür den dank der welt zu erwarten. gut, dass endlich mal einer etwas gesagt hat.

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  2. Herrliche Geschichte! Solche Leute gibt es überall und es ist ihnen schwer beizukommen, denn sie wollen ja „nur nett“ sein…Dass das unendlich nervt, verstehen Sie nicht…..;-)

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  3. Diese Geschichte ist ein Versuch der Rechtfertigung eigenen Versagens . Sie grenzt eine Person negativ aus, die darin eine positive Rolle spielt. Im Gegensatz zu allen anderen, versucht sie den Alltag lebenswert zu gestalten. Ihre verzweifelten Ausrufe der Enttäuschung sind Bild der Ich-Gesellschaft.

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  4. macht durch hilfeleistung, ja. entweder man gibt (was auch immer: geld, geschenke, hilfe, zuwendung, liebe, trost …) frei (also: nicht mit dankbarkeits- und anderen erwartungen verknüpft) oder gar nicht. naja, das ist etwas ruppig und verkürzt gesagt … aber so zwangsbeglückerInnen haben was vampyrisches an sich, scheint mir …

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  5. Es liest sich schon so richtig erlösend, wenn du über den Kollegen schreibst, dem endlich mal der Kragen geplatzt. Stellvertretend für euch alle.

    Mir wäre dieser wandelnde Vorwurf auf zwei Beinen auch ein Dorn im Auge. Ich würde mir das auch nicht lange anhören. Oder eben gezielt weg hören. Bekommt scheinbar in ihrem Leben außerhalb der Schule keine Anerkennung. Ne arme Socke, eigentlich. Aber wer weiß was dahinter steckt?

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  6. Ich hab für solche Zwangsbeglücker normalerweise das Konzept:

    Wollen Hexen dich bedienen / mit Kakao und Apfelsinen / Lass sie doch, es macht sie froh / Hexen sind ja gar nicht so.

    Ich würde ihr also gnädig erlauben, meinen Dreck wegzumachen, aber unter der Voraussetzung, dass sie aufhört zu murmeln. Wenn sie dennoch murmelt, entziehe ich ihr dies Privileg. LG

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  7. Die Hilfe ist existentiell für den Geber, für die anderen, wenn unerwünscht, erdrückend….
    Liebe Grüße

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  8. die scheint unbeliebt zu sein, ein kleiner Blumenstrauss mit einem dankeschön könnte zur Entspannung vielleicht beitragen??????

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    • Ich fürchte dazu wird sich niemand aufraffen können. Die Frau ist sooooo nervig und sollte man sich für etwas bedanken, was man nicht haben will ? Dadurch würde sie zu weiterer Übergriffigkeit noch ermuntert.

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