la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

2. Station der literarischen Weltreise

7 Kommentare

Die zweite Station liegt ungefähr 6700 km südwestlich von Österreich: Nigeria.

Ein Land mit ungefähr 140 Millionen Einwohner, die sich in den letzen 10 Jahren praktisch verdoppelt haben mit einer Lebenserwartung von 51,3 Jahren bei den Männern und 51,7 Jahre bei den Frauen. 70 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

Im ganzen Land werden von zahlreichen Volksgruppen und – grüppchen 514 verschiedene Sprachen gesprochen. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung sind Muslime, die andere Hälfte Christen oder Anhänger diverser afrikanischer Religionen.

Die in Brasilien und der Karibik praktizierten Voodoo-Kulte stammen aus dieser Region Westafrikas.

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Die Autorin des Buchs, das ich gelesen habe, stammt aus Nigeria, lebt aber in New York. Die Geschichten von Chimamanda Ngozi Adichie spielen in der nigerianischen Community in New York und auch in England, nicht aber in Nigeria. Das heißt, dass ich dieses Land nochmals literarisch bereisen werde. Vage sehe ich da ein Buch vor mir, das ich irgendwann gekauft, aber nie gelesen habe …..

„Mehr Feminismus. Ein Manifest und vier Stories“ heißt das Buch. Deswegen habe ich es gekauft. Ich fand es interessant zu erfahren, wie Feminismus in einem afrikanischen Land mit islamischer Mehrheit aussieht. Nun, das Manifest ist wahrscheinlich ein bisschen auf nigerianische Verhältnisse zugeschnitten, aber im Wesentlichen steht da nichts anderes drin als in jedem anderen Text, der sich mit Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Stellung der Frau befasst.

„Was wäre, wenn wir uns bei der Erziehung unserer Kinder auf Fähigkeiten konzentrierten statt auf Geschlecht ? Was wäre, wenn wir uns auf Interessen konzentrierten statt auf Geschlecht“

„Manche werden sagen, dass Frauen den Männern untergeben sind, weil unsere Kultur es so will. Doch Kultur unterliegt einem ständigen Wandel.Ich habe wunderhübsche fünfzehnjährige  Zwillingsnichten. Wären sie vor hundert Jahren geboren, wären sie der Mutter weggenommen und getötet worden, weil in der Kultur der Igbo Zwillinge vor hundert Jahren als schlechtes Omen galten. Heute ist dies Praxis allen Igbo unvorstellbar.“

Es plätschert so dahin zwischen Selbstdarstellung der Autorin und ziemlichen Banalitäten. Gerne würde ich auch schreiben, dass es da um Themen geht, die in Europa längst gelöst und nicht mehr aktuell sind. Das ist aber leider auch nicht wahr…

Was nun die „vier Stories“ betrifft, so finde ich sie nicht besonders gut. Die Hauptfiguren sind wandelnde Klischees, die Geschichten keine Geschichten sondern Illustrationen der Themen aus dem Manifest. So steht da zum Beispiel als Schlusssatz einer der Geschichten:

„Mich zu bemühen, mein wahres, mein menschlichstes Selbst zu sein, aber mich nicht zu verbiegen, nur damit die Welt mir Beifall spendet“

Trotzdem habe ich das Buch ganz interessant gefunden, weil es den Kulturcrash zwischen den nigerianischen Einwanderern und sonstigen Amerikanern beschreibt, wenn auch nicht in besonderer inhaltlicher und/oder literarischer Qualität

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7 Kommentare zu “2. Station der literarischen Weltreise

  1. Pingback: BUCHweltreisebericht Januar 2017 | umgeBUCHt

  2. am besten lernen wir vor Ort,Nigeria, ein sehr grosses afrikanisches Land , mit
    den unterschiedlichsten Verhältnissen, wie andere afrikanische Länder auch.
    Autoren (innen) die in einem anderen Kulturkreis dann ein Buch schreiben, entfernen sich leider auch von ihrem eigenen Land und Kulturkreis, müssen den Erwartungen der Leser des jeweiligen Landes entsprechen.Ergibt meist ein verschobenes eingefärbtes Bild. Vielschichtig unsere Blicke auf Afrika, man benötigte Jahre, um die reichhaltige Kultur zu erfassen bzw. zu begreifen.
    Über Musik und Kunst und Geschichte finde ich , erfährt man sehr viel mehr.
    Die negativen Berichte über dieses wunderschöne Land verdecken den kulturellen Reichtum dieses Landes.

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  3. Über die Autorin hatte ich auch was gelesen und ebenfalls überlegt, ob sich eins ihrer Bücher für meine Weltreise eignen würde. Anscheinend nicht. Danke!
    Liebe Grüße
    Christiane

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