la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Beginn der literarischen Weltreise

3 Kommentare

Auf gehts zur 1. Station der literarischen Weltreise

test

Zum Auftakt der Reise habe ich ein bisschen zuhause – in Österreich – gelesen. Einen Autor von dem ich noch nie etwas gehört hatte:

Josef Peter Ortner, geboren 1935 in Gmunden.

img_1052

img_0809

Josef Peter Ortner

„Bist du jetzt ein Donaufisch ?“

Wien: Czernin Verlag 2007

ISBN:978-3-7076-0232-6

Ein ungewöhnlicher Titel für ein ungewöhnliches Buch. Der Text besteht aus vielen unterschiedlich langen Teilen, Prosa , Lyrik, ein bestenfalls sehr loser chronologischer Zusammenhalt. Es geht um die Bewältigung der Katastrophe im Leben des Autors: seine Frau und zwei seiner Kinder verunglückten in einem Gletscherbach, bei einem Familienspaziergang

„Gegen den Tod sind viele Kräuter gewachsen, aber keines gegen die Liebe.“ Dieses Motto stellt Josef Peter Ortner seiner Erzählung voran und er widmet sie „Uta, Mathis und Ulrik“

Ich wusste nichts über das Buch, es stammt aus der Aktion in meiner Bücherei „blind date mit einem Buch“. Ich habe hineingelesen und dachte es handelt sich um eine Erzählung, in der ein Kind etwas altklug aber witzig zu lesen über das Familienleben berichtet

„Man hätte glauben können, dass die Kinder nicht der Elternliebe entspringen, sondern einer langwierigen quietschenden und keuchenden Folter, die hundertmal wiederholt werden muss. Erst die Entbindung war meiner Mutter vergleichsweise angenehm. Bei meiner kleinen Schwester, der Amrei oder Anni, wie wir sie oft nannten, und die wir dann endlich gekriegt haben, hat sich das wieder bestätigt. Wenn ich heute aus meiner darüberschwebenden Position darauf zurückblicke, muss ich natürlich meinen fundamentalen Irrtum bekennen. Doch der Regelhaftigkeit  des Gefühlslebens meiner Eltern misstraue ich noch heute „

So geht das eine Weile ganz vergnüglich dahin bis plötzlich dieses erste Kapitel abrupt endet mit:

„Die Mama ist bald danach mit mir und dem Mathis verunglückt. Ich weiß, dass sie sich über meinen Tod und den vom Mathis niemals hätte trösten können. Ich bin froh, dass sie mit uns gestorben ist. Das war für sie und auch für den Papa das Bessere.“

Dann wechselt die Erzählperspektive und der Autor wird zum Ich-Erzähler, der einerseits die Geschehnisse rund um den Unfall erzählt und andererseits Betrachtungen über die Toten und die Liebe anstellt und über seine Tochter, die zum Zeitpunkt des Unfalls erst drei ist. Eingestreut sind kurze lyrische Passagen, ein Text von Hesse… Trauerarbeit in Form von Literatur, stellenweise berührend zu lesen. Beeindruckt haben mich die Briefe, die der Autor an seine beiden toten Söhne schreibt und die Beschreibung der Art wie die Tochter Amrei auf den Verlust von Mutter und Brüdern reagiert und wie der Vater versucht, ihr die Situation kindgerecht zu erklären.

Insgesamt ein Text aus dem ich schon was mitnehme

Advertisements

3 Kommentare zu “Beginn der literarischen Weltreise

  1. Pingback: BUCHweltreisebericht Januar 2017 | umgeBUCHt

  2. Das klingt nach einem sehr berührenden Buch… und überaus interessant. Das merke ich mir mal

    Gefällt 1 Person

  3. Ein interessante Aktion deiner Bücherei und ein besonderer Start für deine Literarische Weltreise. Klingt nicht gerade fröhlich, aber doch sehr beeindruckend.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s