la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Abschiedszeremonie

12 Kommentare

Sukhavati-Zeremonie

Meine verstorbene Freundin Barbara war Buddhistin und daher wurden für sie von verschiedenen buddhistischen Gruppen Sukhavati-Zeremonien abgehalten. Für mich sind das Abschiedszeremonien wenn sie  auch in einem System, das an Wiedergeburt glaubt noch zusätzliche Bedeutungen haben.

Die Zeremonie bestand aus drei Teilen.

Zunächst wurde der Verstorbenen gedacht. Kinder und Erwachsene, Familie und Freunde haben  über sie gesprochen, es wurden Anekdoten erzählt. Es wurde gelacht und geweint.

Im zweiten Teil wurde Tonglen betrieben. Das ist eine buddhistische Übung, bei der Schlechtes eingeatmet, transformiert und Gutes wieder ausgeatment werden soll. In Kurzfassung werden gute Gedanken an die Verstorbene geschickt, die ihr dabei helfen sollen alle Hindernisse des Überganges zu überwinden.

Und der dritte Teil der Zeremonie ist das Loslassen. Egal ob man nun an Wiedergeburt glaubt oder nicht, ob man an ein Leben nach dem Tod glaubt oder nicht, auf jeden Fall ist es hilfreich die Toten loszulassen. Bei dieser Zeremonie wird ein Foto der verstorbenen Person verbrannt und dabei NAMO AMITABHAYA HRI rezitiert bis von dem Foto nur Asche übrig bleibt. Ich nehme an, dass beim Original dieser Zeremonie kein Foto sondern der Leichnam verbrannt wird.

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Ich habe die Zeremonie sehr eindrucksvoll gefunden, optisch: das brennende Foto, und akustisch; es wird mehrmals der Gong geschlagen. Vor allem fand ich sie aber psychologisch sehr schlüssig. Zuerst wird intensiv über die Verstorbene gesprochen, gelacht, geweint. Dann gibt man eigene Energie, schickt Liebe, Wärme, Unterstützung und schließlich läßt man los, was für die eigene Psychohygiene wichtig ist. Es tut niemandem gut, sich gedanklich an Verstorbene zu klammern.

Mein Verhältnis zum Buddhismus ist kein so nahes, ich glaube weder an Auferstehung noch an Wiedergeburt. Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, so käme mir die Wiedergeburt schlüssiger und natürlicher vor als eine Auferstehung, aber ich bleibe doch beim Agnostizismus: niemand weiß es und niemand wird es jemals ergründen können.

Die Zeremonie war aber sehr schön. Zunächst hatte ich den Eindruck, dass Barbara auch danei war und mitgelacht, mitgeredet und vielleicht auch mitgeweint hat und dann war sie weg und die Art dieses Weggegangenseins kam mir gut und richtig vor. Es war eine tröstliche Zeremonie, nicht eine von der Sorte nach denen es allen Beteiligten schlechter geht als vorher.

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12 Kommentare zu “Abschiedszeremonie

  1. Solcherart Zeremonien sind so wichtig. Vielen würde das helfen, anstatt allein mit dem Schmerz dazustehen, der ohne Abschiedrituale oft über Jahre unvermindert stark bestehen bleibt.

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  2. es klingt wirklich gut. Ein schoener Abschied

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  3. Ich stimme dir zu, diese drei Schritte scheinen mir eine sehr gute Form des Abschiednehmens zu sein, ich wollte, es gäbe solche Hilfen immer für Hinterbliebene. Besonders beeindruckt mich, dass du die Präsenz der Verstorbenen gefühlt hast. Danke fürs Teilen. Gerda

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  4. mir gefällt diese Zeremonie so gut, dass ich sie für alle Fälle in mein Hirnchen einbrenne! (Nur das Mantra macht meiner Zunge Muskelkater….grmpf)

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  5. Interessant auf alle Fälle. Ich tue mich schwer mit Zeremonien in schwierigen Situationen, die ich nicht kenne. Klar helfen sie über manches hinweg, da sie die Regeln des Verhaltens vorgeben und in gewisser Weise ein Schutz vor Fehlern sind.
    Ein Erlebnis einer Abschiedszeremonie in einem Hospiz hat sich bei mir eingebrannt, ich würde es als glaubensmäßig neutral bezeichnen, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nicht nur individuelle Abschied nehmen durfte, sondern praktisch in der Gruppe. Übrigens ein ähnliche Fall, mein Alter, also zu jung.
    Anekdoten, klar, die gibts bei den meisten Abschieden.
    Und das Thema Wiedergeburt und Auferstehung sollte man meines Erachtens wie so vieles andere nicht so wörtlich nehmen, unser Intellekt ist doch noch sehr begrenzt. Wenn ich die Nachrichten höre, sogar dicht an der Steinzeit. Aber vielleicht lebt etwas von deiner Freundin im Verhalten anderer Menschen weiter, vielleicht sogar in deinem, dann ist da doch was weitergetragen worden. Da sind die Begrifflichkeiten natürlich schwierig. Ob man das nun einer Religion oder einem ‚Vorkommnis‘ zuordnen möchte ist ein anderes Thema, aber es kann tröstlich sein, denn es ist ein Teil der Grundlage der menschlichen Fortentwicklung.
    Schöne Tage nach Wien.

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    • Vielen Dank für deinen einfühlsamen Kommentar ! Der Gedanke, dass Menschen einen Teil von sich in Form von Verhaltensweisen und Gedanken in anderen hinterlassen, ist mir noch nicht gekommen, gefällt mir aber sehr gut. Mir fallen sogar spontan Bespiele dafür ein …
      Ich wünsche dir friedliche, glückliche und stressfreie Tage

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  6. Ich freue mich, dass du auf diese Weise Abschied nehmen konntest, mit einer würdigen, tröstlichen Zeremonie. Solche Rituale sind wirklich hilfreich.
    Fühl dich umarmt.
    Silke

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  7. Das klingt nach einer sehr tröstlichen Zeremonie…

    Gefällt 2 Personen

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