la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Daggi 26 – Wider die Natur

Hinterlasse einen Kommentar

img_0372

Tomas Espedal

„Wider die Natur“

Suhrkamp 2015

Aufgabe 53: ein Buch mit weniger als 300 Seiten

Nein, es geht hier weder um Inzest noch um irgendeine ausgefallene Sexualpraxis. Es handelt sich nur um einen großen Altersunterschied. Ausgehend von der Erzählung dieser Geschichte, schwenkt der Autor zurück in die Vergangenheit und schildert die Lieben seines Lebens

So beginnt das Buch:

„Ich werde allmählich alt; ich kenne mich selbst nicht mehr.Das hat mir immer gefallen, dieses Bild von Altsein: der ältere Mann und die junge Frau. Ich weiß nicht, woran es mich erinnert, an ein Verbrechen vielleicht, oder an die Natur; an die Brutalität und Gewalt der Natur, ihre Unschuld. Man weiß nicht, wer der Schuldige ist, er, der auf dem Stuhl sitzt, oder sie, die über ihm sitzt, auf seinem Schoß, in einem schwarzen Abendkleid mit Ausschnitt.

Die weiße Haut und das nicht mehr junge Gesicht, das an der nackten, jungen Brust lehnt.“

Über die Beziehung mit Agnete:

“ Unser Liebesleben hatte nichts Natürliches an sich. Sie hatte all diese Ideen, diese Vorschläge, die eine Grenze überschreiten, über das Normale Hinausführen sollten; es gelang ihr nicht, normal zu sein, sie konnte es nicht; ich glaube, sie wollte aber normal sein, ich glaube sie wollte natürlich sein, im Einklang mit den Menschen und der Welt um sich herum, aber sie schaffte es nicht, und später, viele Jahre später, sollte sie all ihre Kräfte einsetzen, um dem näherzukommen, was sie für natürlich hielt, und daran starb sie.“

Wir lebten zusammen, hatten ein Kind miteinander, kooperierten ganz gut, aber die Liebe zwischen uns war weg. Vielleicht hatte es sie nie gegeben. Jetzt würden wir also heiraten. Das war natürlich.“

„Er blies seine Trompete, und mich traf der Gedanke, wie falsch ich lebte, so schwach und feige, so still und vorsichtig; ich wollte werden wie dieser Mann mit Hut und Poncho. Ich wollte ein aufrichtiger, kompromissloser Mensch werden, ich wollte so schreiben, wie er sang. Ich wollte ein schwieriger, ehrlicher Mann sein.“

Nach dem Ende der Beziehung mit Janne:

„Für wen soll ich mich bewegen ?

Das Haar wächst, der Bart wird länger. Es ist schwierig geworden, sich zu bewegen in all dem Ddreck, dem Müll, der sich wie abgefallenes Laub auf dem Kellerboden ansammelt, zwei Meter unter der Erde; hier wohne ich, es ist fast so, wie in der Natur zu wohnen.“

Ungewöhnlich finde ich die große Vorliebe des Autors für Strichpunkte. Ein Satzzeichen, das ja so gut wie ausgestorben ist; und den Wechsel des Gesichtspunkts: er erzählt über sich selbst abwechselnd mit „ich“ und „er“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s