la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Kein Kommentar – Mitmachblog

14 Kommentare

Eine Zeit lang habe ich es interessant gefunden zu beobachten und zu studieren, wie es gelingen kann, seine Meinung und seinen Standpunkt ganz deutlich zu machen ohne dabei jemanden zu beleidigen oder zu verschrecken. Meine Freundin B beherrscht das großartig. Sie war auch 2o Jahre lang  Sozialarbeiterin und hat in wirklich schwierigen Projekten gearbeitet zB in der „Justizanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“ , eine Anstalt, die man auch mit vielen anderen Namen bezeichnet. Als ich sie einmal darauf ansprach, wie sehr ich dieses Talent an ihr bewundere, lachte sie und meinte, ich hätte ja gar nie erlebt, wie sie jemandem wirklich schwierige Inhalte ganz freundlich vermitteln könnte.

Eine weitere Person, die ich diesbezüglich sehr bewundere, ist unsere ehemalige Außenministerin,Ursula Plassnik. Zunächst, ich muss es gestehen, gefiel mir diese Dame optisch. Sie ist 1.91 groß und überragte damit die meisten ihrer Kollegen im diplomatischen Dienst. Es hat mir zum Beispiel einfach gefallen, eine Gruppe von arabischen Scheich-Politikern zu sehen unter denen der Kopf der Frau Plassnik eindeutig herausragte. Oder zu Zeiten des Bundeskanzlers Schüssel, der von vielen so auch von mir richtiggehend verachtet wurde. Frau Plassnik war (leider) seine Kabinettchefin und es war ein wirklich interessanter Anblick, wie diese hochgewachsene Dame hinter dem auch körperlich kleinen Kanzler über den Ballhausplatz schritt.

Das sind natürlich Äußerlichkeiten. Wirklich bewunderswert finde ich ihre Kunst der Debatte und Gesprächsführung. Es gelingt ihr auf überzeugende Weise alles was sie sagen möchte zu sagen, auch wenn ihre Meinung in keinem Punkt mit der ihrer Gesprächspartner übereinstimmt ohne auch nur im mindestens unfreundlich oder gar aggressiv zu wirken. Sie ist ganz kultivierte Sachlichkeit. Und das imponiert mir ganz außerordentlich. Im übrigen imponiert es mir immer, wenn jemand seinen Beruf wirklich gut ausübt, egal um welchen Beruf es sich handeln möge.

Zu etwas keinerlei Kommentar abzugeben ohne „kein Kommentar“ zu sagen, fällt auch in die hohe Kunst der Diplomatie. Den Gesprächspartnern den Eindruck zu vermitteln, man hätte sich über das Thema ausgiebig ausgetauscht obwohl das keineswegs der Fall ist, ebenfalls.

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14 Kommentare zu “Kein Kommentar – Mitmachblog

  1. Ich kenne eure Ex-Ministerin nicht, doch ich denke, diese körperliche Größe hat es ihr unter Männern nicht leicht(er) gemacht, zumindest nicht unter arabischen.

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  2. Eine Meinung zu vertreten und dies auch kundzutun – so wie du es schriebst – finde ich gut. Nicht gut finde ich, wenn man das verwechselt mit viel „heisser Luft“ und es kommt inhaltlich nix dabei rum Sowas beherrschen z. B. Politiker sehr gern… Sagen viel und eigentlich nix….
    Kommt also drauf an, worum es geht und wie man es sagt. 🙂

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  3. ich mag die Plassnik auch. Am besten hat es mir gefallen, wie sie sich aber trotzdem einen Kommentar abgerungen hat, damals als Gusenbauer und Faymann wegen der EU einen Kotau vor der Krone machten. Sie aber bei ihrer Meinung blieb.

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  4. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass auch gezieltes Schweigen eine Waffe sein kann. Es gibt nur wenige Gehenüber, die Stille aushalten. 😉

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