la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Über die Freude an neuen Wegen

16 Kommentare

Unangenehm wird das werden, habe ich mir gedacht, der Weg zum Arbeitsplatz ist jetzt mehr als doppelt so lange wie früher. Muss man sich vorstellen, mehr als doppelt so lange ! Wo ich doch so eine begeisterte Langschläferin bin. Quelle galère, nennt der Franzose sowas. Mit einem Wort, ich habe ein Maximum an Unbequemlichkeit und eine stete Quelle des Ärgers erwartet. Ganz abgesehen davon , dass ich mich auch ständig zu spät kommen sah.

Wie so oft ist die Realität ganz anders als befürchtet. Ich brauche tatsächlich doppelt so lange, aber es gibt mindestens 6 verschiedene Möglichkeiten mit Öffis zu fahren. Verschiedene Strecken, die durch verschiedene Bezirke führen, wo man verschiedene Menschen sieht, verschiedene Situationen, verschiedene Geschäfte, verschiedene Lokale und so weiter und so fort. Frühmorgens eine Strecke, abends eine andere, ein kurzer Spaziergang da, ein Essen dort. Abwechslungsreich und interessant. Urbane Lebensqualität nennt das meine Kollegin Karin und ich gebe ihr vollkommen Recht.

Früher ging ich 5 Minuten zu einer Bustation, fuhr 10 Minuten mit einem Bus und ging dann weitere 5 Minuten bis zur Tür meines Arbeitsplatzes. Die Busstrecke führte durch eine ruhige, grüne Gegend. Jeden Stein kannte ich dort, jeden Baum. Im Bus saßen oft dieselben Leute. Es war bequem, geruhsam, ohne unangenehme Überraschungen, aber insgesamt, im Rückblick betrachtet, fad, eigentlich öde Routine.

Nun gab es in meinem Leben Zeiten in denen ich heilfroh war, wenn Routine herrschte, ohne unvorhergesehene Ereignisse. „Fad“ war damals ein selten erreichter, erstrebenswerter Zustand. Dies ist aber lange vorbei und ich freue mich, dass ich diese anregenden neuen Wege sogar zu früher Morgenstunde genieße.

Obendrein haben wir aus Platzmangel die Situation, dass jede/r einen eigenen Arbeitsplatz hat, verändern müssen. Wir haben uns darauf geeinigt, die Tische immer freizuräumen sodass sich jede/r immer wieder woanders hinsetzen kann. Für Bücher und Unterlagen haben alle einen Spind. Auch diese Situation hatte ich mir sehr unangenehm vorgestellt. Irgendwie „heimatlos“ dachte ich, werde ich mir vorkommen, wenn ich noch nicht mal einen  Sessel und 1 Quadratmeter Tischfläche für mich hätte.

Aber auch diesbezüglich habe ich mich getäuscht. Ich finde die neue Situation großartig: ich sitze ständig neben anderen Kollegen, das fördert die Kommunikation mit Leuten mit denen ich bisher kaum jemals ein Wort gewechselt habe, obwohl ich sie seit Jahren kenne, es ist nicht weniger Platz als früher, weil wir ja nie alle gleichzeitig da sind, die Lage zwingt mich, meine Organisation zu straffen und zu verbessern, keine unnötigen Dinge anzusammeln und immer zu überlegen, was ich zuhause brauche und was nicht.

Also insgesamt bin ich wirklich, wirklich zufrieden mit dem neuen Gebäude trotz der Kilometer auf und ab und rundherum …. Und – niemand könnte sich darüber mehr wundern als ich selbst – ich bin immer früher da als notwendig ……

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16 Kommentare zu “Über die Freude an neuen Wegen

  1. Ja. Meist hat man erstmal keine Lust, alles Neue ist doof und blöd und überhaupt … und dann ist es manchmal viel besser als zuvor.

    Liebe Grüße

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  2. Klasse! Da freu ich mich glatt mit 🙂

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  3. Na, das ist ja mal eine erfrischende Morgenlektüre! So wird der öde Alltagstrott zum anregenden Morgentripp, bravo!

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  4. Super! Dass eben Sachen auch mal viel positiver kommen als befürchtet. Viel Spass auch weiterhin dabei!

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  5. Ich hab festgestellt, mal andere Wege zu laufen (spazieren) ist fast wie Urlaub, wenn man das zulässt. So ähnlich kann es sicherlich auch mit einem Arbeitsweg sein. Viel Glück, dass es dir weiterhin so gut gefällt. 🙂

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  6. Es ist schon manchmal erstaunlich, wie sich Dinge erst furchtbar anfühlen und sich dann alles zum Guten wendet… Es freut mich für Dich, dass Du so positive Erfahrungen machen durftest…

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  7. Ändere deinen Weg und es ändert sich dein Leben.

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