la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Daggi 16 – Jakob der Knecht

5 Kommentare

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Isaac Bashevis Ainger

„Jakob der Knecht“

Rowohlt 1965

Aufgabe 51: ein Buch, das du einer Wanderbuchkiste entnommen hast. (Nun es war keine Wanderbuchkiste, es war der Büchertauschort in meinem Wohnhaus)

 

Nach dem fürchterlichen Aztekenbuch, das mich in einige Eigenabgründe blicken ließ, habe ich ein wirklich gutes Buch gelesen, das mir zufällig über den Weg gelaufen ist.

Es spielt im Polen des 17 Jahrhunderts, teilweise in einem polnischen Dorf, teilweise in verschiedenen jüdischen Shtetln. Der Autor, selbst 1904 in Polen geboren, wurde 1978 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Ich muss gestehen, dass ich noch nie etwas von ihm gehört hatte.

Isaac Bashevis Ainger schreibt eine dichte, poetische Sprache, die das Beschriebene fast zum Angreifen real macht.Ich habe das Buch verschlungen !

Der Protagonist ist Jakob, ein junger Mann aus einer Rabbiner-Familie, der durch die Folgen eines Pogroms, bei dem seine Frau und seine Kinder getötet werden, zum Knecht eines polnischen Bauern wird. Der Status eines Knechts, war wohl zur damaligen Zeit der eines Leibeigenen. Es entsteht eine Liebesbeziehung zu der Tochter dieses Bauern, die abrupt beendet wird, weil Jakob von seinen Glaubensbrüdern freigekauft und wieder in seine Stadt zurückgebracht wird. Dort möchte ihn die Gemeinde mit einer aus ihrer Sicht passenden Frau wiederverheiraten, aber Jakob lehnt sich dagegen auf, holt das polnische Mädchen aus ihrem Dorf und zieht mit ihr in eine andere Stadt, in der ihn niemand kennt. Aus Wanda wird Sarah, die stumme Sarah, weil sie kein akzentfreies jiddisch sprechen kann und sofort als Nicht-Jüdin enttarnt würde. Obwohl sie sich zur jüdischen Religion bekennt und darüber mehr weiß als die meisten anderen, würden aber weder sie noch ihre Kinder als vollwertige Gemeindemitglieder anerkannt werden.

Man gewinnt durch diesen Text Einblicke in eine Welt, die von außen stark bedroht wird: es kam immer wieder zu Pogromen, bei denen ganze Dörfer ermordet wurden. Es ist auch eine Welt, die in sich sehr restriktiv ist, in die man nur durch Abstammung von einer jüdischen Mutter Aufnahme finden konnte. Es gibt auch Einblick in Sitten, Gebräuche und gesellschaftliche Strukturen der damaligen Zeit in Polen.

Wanda-Sarah stirbt bei der Geburt ihres ersten Kindes. Hier verläßt die Geschichte dann ein wenig den Boden der Realität und geht von detaillierter zu skizzenhafter Schilderung über. Jakob wandert mit dem Säugling nach Palästina aus. Die Geschichte überspringt dann 20 Jahre von Jakobs Leben, bis zu dem Zeitpunkt als dieser wieder zurück nach Polen kommt, weil er die Gebeine seiner Frau nach Palästina überführen möchte. Der letzte Teil des Buchs beschreibt kurz wie Alte und Kranke in dieser Gesellschaft leben und endet mit Jakobs plötzlichem Tod.

Ein äußerst empfehlenswertes Buch.

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5 Kommentare zu “Daggi 16 – Jakob der Knecht

  1. Das hört sich fürchterlich an! o.O Nichtsdestotrotz interessant. Habe auch noch nie von diesem Autor gehört.

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  2. ich habe einiges von ihm gelesen, ich mag ihn auch gerne. Da ich ja auch Jiddisch lesen und verstehen kann, und den Hintergrund von einigen der Geschichten kenne, da ist es fuer mich auch viel leichter

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  3. Danke für diese Besprechung! Ich mag Singer sehr und habe das Buch sofort bestellt.

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