la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Das etwas andere Wien

10 Kommentare

Wenn ich Zeit habe, spaziere ich gerne durch völlig untouristische Bezirke meiner Stadt. Slums gibt es in Wien nicht und die Bevölkerung ist nach wie vor in allen Bezirken ziemlich gemischt. Aber es gibt schon Gegenden in denen nicht eine einzige Villa steht und Deutsch als Umgangssprache sehr wenig zu hören ist. Diesmal habe ich mich nach politischen Aussagen umgesehen. Die Fotos sind alle in einer einzigen Straße gemacht worden, die vom Herzen des 15.Bezirks in Richtung Schönbrunn führt.

Hier gibt es zum Beispiel eine Menge schriftlicher Lebenszeichen der Anarchisten, von deren Überleben sonst eigentlich nie etwas zu hören ist. Das Plakat ist dann auch noch von einem Fastenaufruf garniert.

IMG_8084„Volkskrieg in Indien“ sagt mir jetzt nicht wirklich viel und ich habe auch keine Ahnung wer wohl Ajith ist, für dessen Freilassung hier geworben wird. Unter Indien wieder die in dieser Straße allgegenwärtigen Anarchisten …IMG_8086Ein Aufruf gegen Weihnachtsgeschenke und für mehr soziale Wärme hat es bis in den Juli geschafft, wenn auch etwas lädiert.IMG_8088Anstatt um teueres Geld Plakate drucken zu lassen, kann man natürlich auch Hauswände als Werbeträger benutzen, die neuen Anstriche bezahlen ja andere. Die ACAB ist auch eine Jugendbande, die von Tschetschenen dominiert wird und in den Parks mancher Wiener Bezirke immer mehr auffällt.

IMG_8089Um welche Art von Aufstand, für oder gegen wen es sich hier handelt, muss man als Leser offenbar wissen.

IMG_8090Am Übergang zu schöneren Bezirken – Schönbrunn liegt in 15 Minuten zu Fuß – gibt es auch gepflegte Dienstleistungen des horizontalen Gewerbes. Es ist eindeutig ein Fortschritt, dass die Prostituierten nicht mehr auf der Straße herumstehen, zu ihrem eigenen Schaden und zum Ärger der Umgebung.IMG_8097

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10 Kommentare zu “Das etwas andere Wien

  1. Ein Puff mit Namen Laufhaus. Das verrät Witz. Wienerischen. Der einzige, der es in unserer Altstadt noch bis in die Mitte der 90er geschafft hat, der die Stadt wird sauber Welle zu widerstehen (dann haben sie auch kapituliert) hiess glaub ich rote Lokomotive. Laufhaus. Amüsant.

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    • Gibts bei euch keine Laufhäuser ? Das ist kein Eigenname, sondern der Oberbegriff für Puffs ohne Zuhälter. Die Frauen (oder Männer) können sich ein Zimmer mieten und dort „ihren Tätigkeiten nachgehen“ statt auf der Straße zu stehen und auf den Schutz von Zuhältern angewiesen zu sein und können somit selbst über ihren Verdienst verfügen. Von behördlicher Seite erleichtert das eine umfassende medizische Kontrolle der Prostituierten. Eigentlich für alle Beteiligten eine Verbesserung der Bedingungen.

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  2. Beim Laufhaus musste ich die Fäuste ballen. Die Bilder aber mag ich. Du hast ein gutes Auge dafür.

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    • Danke schön ! Findest du nicht, dass ein Laufhaus doch eine deutliche Verbesserung für die Prostituierten ist ? Sie müssen immerhin nicht auf der Straße stehen und sie brauchen keine Zuhälter. Das verringert die Gewalt und erhöht die Einnahmen und die Selbstbestimmung.

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      • Und solche tollen Errungenschaften wie Laufhäuser beruhigen dann das (schlechte) Gewissen der Menschen und alle leben glücklich und zufrieden? Prostitution ist (ein Schimpfwort deiner Wahl einsetzen). Aber ich denke da sind wir einer Meinung. Ich schreibe noch was zum Thema bei Gelegenheit.
        Schönen Abend dir.

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  3. Muss ich mal dumm fragen. Also bei Euch bedeutet ACAB was gänzlich anderes als bei uns. Na schau mal einer an.
    Aber zu der daneben stehenden Aussage würde schon das „All Cops Are Bastards passen“ 😉

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  4. Ja, Wien hat viele Gesichter und Gedanken und Sprachen und … wenn man nach längerer Abstinenz wieder hinkommt, ist es erstmal wieder gewöhnungsbedürftig 😉

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  5. Sehr interessanter Artikel!

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