la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Leben im trüben Bereich

5 Kommentare

Ich bin von diesem Text nicht besonders überzeugt. Manchmal denke ich, er schrammt hart am Klischee vorbei, manchmal denke ich, er ist mitten drin. Aber jetzt habe ich ihn schon geschrieben und stelle ihn auch rein

Mein Beitrag zu *txt. 4. Wort: trüb

Früher hatte sie in diesem Zimmer mit ihren beiden Schwestern gewohnt und mit ihrem jüngsten Brüder. Damals ging sie auch noch in die Schule, hatte Freundinnen. Sie durfte auch beim Turnunterricht mitmachen, sogar schwimmen gehen. Das hatte ihr Freude gemacht.

Dann gab es viel zu tun, das Aussuchen des Brautkleids, die Fotos, die der Bräutigam von sich schickte. Sie war so verliebt in ihn, er schrieb so süß. Dann überlegte sie mit ihrer Mutter wieviel Geld wohl in den Kuverts der Familienmitglieder sein würden und was man damit alles anfangen könnte. Ihre Freundinnen beneideten sie alle, der schöne, aufmerksame Bräutigam, das coole Auto, er hatte sogar einen Job in der Türkei, so einen würde er schon wieder finden, wenn er erst deutsch gelernt hätte. Dann könnten sie in ein großes Haus mit Garten ziehen.

In diesen Zeiten der Träume war sie auch öfter mit ihren Schwestern und Freundinnen unterwegs, manchmal waren sie bei Mc. Donalds, manchmal gingen sie nur spazieren, kauften manchmal Schminksachen. Ihre jüngere Schwester, die jeden Samstag in einem Drogeriemarkt arbeitete, war sehr großzügig mit dem Geld, das sie ihr manchmal gab und mit den Schminksachen, die sie immer mitbrachte. Bis sie dort gekündigt wurde.

Nun wohnte sie schon ein halbes Jahr mit ihrem Mann in diesem Zimmer. Im anderen Schlafzimmer in dem jetzt alle Geschwister gemeinsam wohnten, war es laut und lustig, aber sie fühlte sich davon ausgeschlossen und saß lieber vor dem Fernseher. Ihr Mann hatte das Deutschlernen erst gar nicht begonnen, wozu auch, er arbeitete jetzt im türkischen Supermarkt. Er hatte auch schon viele Freunde mit denen er abends und am Wochenende ausging und Freitags gingen sie gemeinsam in die Moschee. Sie könnte ja zuhause beten, hatte er gemeint, das sei ohnehin viel bequemer.

Vor ein paar Tagen hatte eine frühere Schulfreundin sie angerufen. Ob sie noch in die Schule ginge, hatte sie sie gefragt. Ja klar, sie wollte doch einen Abschluss machen. Aber sie riefe an um zu fragen, ob es sein könnte, dass sie letzten Freitag ihren Mann mit zwei Mädchen in der Disco gesehen hätte. Nein ? Na, umso besser, war schön von dir zu hören.

Und sie war jetzt wohl Hausfrau und noch nicht Mutter. Er hatte ihr schon öfter gesagt, dass er sehr enttäuscht sei von der Situation  hier , das hatte er sich ganz anders vorgestellt. Sie weinte, weil sie es sich auch ganz anders vorgestellt hatte. Er glaubte aber, dass sie sich schämte wegen der kleinen Wohnung und dem wenigen Geld und weil sie noch nicht schwanger war. Da tröstete er sie und sagte, wenn er erst reich und berühmt geworden wäre,  dann könnten sie mit ihren Söhnen nach Amerika gehen.

Inzwischen saß sie vor dem Fernseher. Ihre Mutter würde sie gleich rufen um ihr beim Kochen zu helfen. Der Vater würde von der Baustelle zurückkommen. Er war sehr froh darüber, dass er noch Arbeit hatte. Sie wusste, dass ihr älterer Bruder den ganzen Tag im Wettcafé verbrachte, aber Angst vor dem Vater hatte und immer vor ihm nachhause kam. Zum Essen waren dann alle da. Danach gingen ihr Bruder und ihr Mann weg, schließlich war es eng in der Wohnung.

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5 Kommentare zu “Leben im trüben Bereich

  1. Ich hatte und habe die Hoffnung, die Frauen lernen sich endlich selbst zu befreien.

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  2. OH.
    Der Text könnte zeugen von engem Kontakt mit verträumten Fluchtmenschen. Mit den Unterschieden zwischen weiblichen und männlichen Wesen, hier in unseren Landen gelandet, noch viel deutlicher sichtbar geworden!
    Das geht nahe!

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    • Oh ja, ich kenne Dutzende solcher junger Leute, die irgendwie von Wundern träumen und alle realen Möglichkeiten aus dieser Trübheit herauszukommen nicht annehmen wollen oder können.

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