la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Daggi 12 – Oscar und die Dame in Rosa

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Eric Emmanuel Schmitt

„Oscar und die Dame in Rosa“

Fischer Taschenbuch 2005

Aufgabe 27: ein Buch eines Autors, der nicht aus Deutschland, Großbritannien oder den USA stammt

 

Ja, ja schon wieder ein Schmitt. Und noch einen weiteren habe ich mir bestellt, dann mache ich eine Pause. Es sind schmale Bände, gerade um die hundert Seiten herum, aber der Inhalt ist alles andere als schmal.

In diesem Text geht es um Oscar, einen zehnjährigen, der von seiner Leukämie weder durch Chemotherapie noch durch Knochenmarkstransplantation geheilt werden konnte und selbst auch weiß, dass er bald sterben wird.

Eine Besucherin, die er Oma Rosa nennt, bringt ihn dazu, jeden Tag einen Brief an Gott zu schreiben und sich jeden der wenigen Tage, die ihm bleiben als 1o Jahre seines Lebens vorzustellen. So durchlebt Oscar ein ganzes Menschenleben. Glücklich, erschöpft und manchmal auch enttäuscht, erzählt er Gott davon. Bis zu jenem Augenblick, in dem er zu müde ist, um noch ein wenig älter zu werden.

Ein berührendes Buch, das aber ohne jede Sentimentatlität auskommt. Ein Schmitt eben. Eine kleine Leseprobe:

So lieber Gott, das war mein Tag. Ich verstehe, dass man sagt, die Jugend sei das schwierige Alter. Sie ist schon sehr schwer.Ist man dann aber schließlich zwanzig, wird vieles einfacher. Daher mein Wunsch für heute: ich möchte, dass Peggy und ich heiraten.Ich bin mir nicht sicher, ob das Heiraten zu den geistigen Sachen gehört, ob du dafür zuständig bist (…) Ohne drängeln zu wollen, mache ich dich darauf aufmerksam, dass ich nicht viel Zeit habe. Also Hochzeit von Oscar und Peggy Blue. Ja oder nein. Mir wär´s recht, wenn du es einrichten könntest.

PS: Wie ist denn eigentlich deine Adresse ?

Und noch eine

Lieber Gott,

heute zwischen siebzig und achtzig, habe ich sehr viel nachgedacht.

Dabei hat mir das Weihnachtsgeschenk von Oma Rosa geholfen (…) Es ist eine Pflanze aus der Wüste Sahara, die ihr ganzes Leben nur in einem Tag erlebt.Sobald ihr Samenkorn Wasser kriegt, fängt sie an zu sprießen, sie wird zu einem Stängel, sie bekommt Blätter, sie kriegt eine Blüte, sie bringt Samenkörner hervor, sie wird welk, sie verdorrt, und hopp, am Abend ist es aus und vorbei.

(…)

…und bis zum Abend konnte ich ihr bei ihrem ganzen Leben zuschauen. Das hat mich richtig gepackt. Sicher, als Blume ist sie ziemlich blaß und mickrig – sie macht nicht soviel her wie ein Affenbrotbaum, aber tapfer wie ein Mann hat sie, ohne Schwäche zu zeigen, vor unseren Augen an einem einzigen Tag ihren Job als Pflanze getan.

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