la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Des ersten Durchgangs zweiter Teil

9 Kommentare

Es gibt also ein Ergebnis des ersten Wahlgangs. Der eine Vertreter der etablierten Parteien hat sich mit Würde zurückgezogen, muss ich ihm zugestehen, der andere wirkte als wäre er entweder noch im Schock oder ohnehin heilfroh aus der Sache herausgekommen zu sein.

Frau Gris, die wirklich parteilose Kandidatin war ganz euphorisch über ihre 18%, die sie tatsächlich aus dem Nichts heraus geschafft hat. Nur, was bringts, sie kommt damit nicht in die Stichwahl.

Van der Bellen, der wandelnde Gleichmut, wie immer halt.

Und der Baumeister Lugner, der es auf 2,4% gebracht hat, sieht sein Wahlziel, einen Feldzug gegen die Regierung zu führen, auch erfüllt. Auf die Frage des Journalisten wieviel Werbewirkung für sein Einkaufszentrum er sich von seiner Kandidatur verspreche, lächelte er. Seine Frau, Mausi oder Spatzi, ich kann mir die Namen der jungen Damen an seiner 83-jährigen Seite nicht merken, zischte aus dem Hintergrund „sag gar nichts, das ist eine Frechheit“. Wahrheiten stehen auch bei Lugners nicht hoch im Kurs.

Die Meinungsforscher, die alle unisono einen Sieg von Van der Bellen prognostiziert hatten, wirkten auch nicht gerade wie die strahlenden Sieger.

Das aus meiner Sicht interessanteste der Kommentare und Analysen waren die Prognosen für die Stichwahl. Mehrere Kommentatoren meinten, dass ein gräbenaufreißender Lagerkampf grün gegen blau, rechts gegen links oder wie auch immer definiert, Vorteile für Hofer bringen würde. Eine sachliche personenzentrierte Auseinandersetzung würde dagen Van der Bellen Stimmen bringen.Besonders förderlich für Hofer wären aber negative Kommentare über die Hofer-Wähler aus dem In- und Ausland, weil dadurch der in Österreich immer drohende „jetzt erst recht-Effekt“ ausgelöst werden würde.

Und der siegreiche Norbert Hofer ? Der war in seinem staatsmännischen Modus unterwegs. Bei Wahlreden und  Stammtischrunden klingt er völlig anders. Inhaltlich hat er sich allerdings in seinen Rollen etwas verheddert. Die Journalistenfrage, ob er denn tatsächlich gesagt hätte, dass er als Bundespräsident höchstpersönlich zu Verhandlungen nach Brüssel reisen würde obwohl das ja in der Verfassung nicht vorgesehen ist, brachte in leicht in Verlegenheit. Man kann sich vorstellen, dass so eine Aussage am Stammtisch sehr gut kommt, in einem seriösen Interview dagegen eher nicht. Aber er entschloß sich für die etwas abgemilderte Stammtischversion und erklärte jawoll, er würde – natürlich in Begleitung von Außenminister oder Kanzler – selbst nach Brüssel reisen, zum Beispiel um TTIP zu verhindern. Ja, das ist halt der Realitätsgehalt von populistischen Wahlversprechen …..

Ah ja, und zum Abschluss noch ein Schmankerl. Hätten die Männer kein Wahlrecht gehabt und nur die Frauen gewählt, dann hätte Hofer um etwa 10% weniger Stimmen bekommen, Van der Bellen wäre –  ganz knapp vor Gris – an erster Stelle gelegen.

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9 Kommentare zu “Des ersten Durchgangs zweiter Teil

  1. Die Frauen sind halt doch die schlaueren Männer! Danke für den Beitrag!

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  2. Hier in D wurde auch intensiv darüber berichtet.

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  3. im endeffekt ist das ergebnis passiert, das ich vor der ersten umfrage an befürhctet habe. langsam hoffe ich, dass keien meiner befürchtungen mehr eintreten 😦

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  4. Hätte eine Wahl von Norbert Hofer Signalwirkung? Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, ist euer Bundespräsident ähnlich machtlos wie in Deutschland. Aber dieser erste Durchgang zeigt, wohin die Reise gehen kann.

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    • Ja, ja, es ist ein eigentlich ein reines Repräsentationsamt, aber man kann ja Verfassungen auch interpretieren.
      Übrigens habe ich gerade gehört, dass Marine LePen dem österreichischen Volk gratuliert hat und die Lega Nort und der Vlaamsblok. Peinlicher gehts eigentlich nicht mehr 😦 😦

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  5. „Ah ja, und zum Abschluss noch ein Schmankerl. Hätten die Männer kein Wahlrecht gehabt und nur die Frauen gewählt, dann hätte Hofer um etwa 10% weniger Stimmen bekommen, Van der Bellen wäre – ganz knapp vor Gris – an erster Stelle gelegen.“ – ist das deine Vermutung oder bewiesen? Werden Stimmzettel nach Geschlechtern sortiert?

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