la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Daggi 4 – Die Konkubine von Shanghai

3 Kommentare

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Aufbau Verlag, Berlin 2011

Copyright Hong Ying 2005

ISBN 978- 3-7466-2707-6

Aufgabe 54: ein Buch mit mindestens 400 Seiten (es sind 459)

 

Meine erste Begegnung mit der Autorin fand über Frau Tonari statt. Sie ist book-crosser und hat dieses mir sehr interessant erscheinende Buch angeboten. Die Autorin beschreibt darin ihre Kindheit in einem Slum am Yang-tse in den 1960er und 70er Jahren. Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir gleich vier weitere Bücher der Autorin besorgt habe.

„Die chinesische Geliebte“ habe ich als zweites gelesen. Auch dieses Buch hat mir gefallen. Die Handlung spielt im China der 1930er Jahre und eine der beiden Hauptpersonen ist Julian Bell, ein Neffe von Virginia Woolf, der an einer chinesischen Universität englische Literatur unterrichtet und dabei die zweite Hauptperson kennenlernt. Skurril finde ich, dass dieses Buch in China 2003 verboten wurde, auch wegen pornographischer Darstellungen, vor allem aber wegen „Ahnenverleumdung“. Hong Ying meint dazu aber, dass es eigentlich wegen ihrer „kühnen Beschreibung weiblicher Selbstbestimmung“ zensuriert wurde.

„Die Konkubine von Shanghai“ finde ich verglichen mit den beiden anderen etwas enttäuschend. Der Text spielt im Shanghai des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts. In China herrscht noch die Quing-Dynastie.

Angezogen hat mich der Hinweis der Autorin „Der Inhalt dieses Buchs ist nicht fiktiv; alle Charaktere und Ereignisse beruhen auf realen Vorbildern und Begebenheiten. Die Autorin ist auf eventuelle Klagen gut vorbereitet.“

Wenn ich das nicht vorher gelesen hätte, wäre mir die Handlung möglicherweise etwas klischeehaft vorgekommen: die Hauptperson, ein Waisenmädchen vom Land wird von ihrer Tante an ein florierendes Bordell in Shanghai verkauft. Auf ihrem weiteren Lebensweg wird sie die Geliebte von gleich drei aufeinanderfolgenden Anführern einer mächtigen Triade, dem Hong-Bund. An der Ermordung eines dieser Herren ist sie durch die Erarbeitung des Mordkomplotts persönlich beteiligt. Außerdem wird sie zu einer höchst populären Sängerin und Schauspielerin, die sogar einer volkstümlichen Form chinesischer Oper zu großem Erfolg verhilft.

Es gibt am Ende des Buchs auch ein Interview mit der Autorin und einen kurzen Abschnitt über politische und soziale Verhältnisse im damaligen Shanghai, zum Beispiel über Geschichte und Bedeutung der Triaden.

Insgesamt hat mir das Buch doch ganz gut gefallen, wenn auch nicht so gut wie die beiden anderen. Aber ich habe ja noch zwei weitere mit denen mich die Autorin vielleicht wieder begeistert …

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3 Kommentare zu “Daggi 4 – Die Konkubine von Shanghai

  1. das sehe ich auch so, schönen Mittwoch für dich

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  2. Ich glaube es ist schwierig, die zum Teil fremdartige Denkweise von Chinesen und Japanern in Europa zu vermitteln. Als in Deutschland aufgewachsene Japanerin kann ich beide Seiten sehen. Ich muss sie aber nicht mögen.

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    • Grundsätzlich ist das sicher so, aber bei Hong Ying konnte ich bis jetzt immer alles nachvollziehen. Da geht´s meistens auch um grundlegend Menschliches. Kulturelle Unterschiede liegen da irgendwo eine Ebene drüber.

      Gefällt 1 Person

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