la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Bodhicitta

16 Kommentare

So nennt sich die buddhistische Übung, deren überaus anspruchsvolles und auch extrem langfristiges Ziel es ist, für alle Menschen liebevolle Güte und Mitgefühl zu entwickeln. Eigentlich ist es noch ein bissl anspruchsvoller: nicht nur für alle Menschen sondern für alle fühlenden Wesen, also auch das gesamte Tierreich.

Die Übung ist von der Herangehensweise her ganz einfach. Man beginnt damit zu versuchen liebevolle, mitfühlende Gedanken für eine neutrale Person zu entwickeln. Also für jemanden , der/die einem weder unsympathisch noch nahestehend ist. Dann nimmt man jemanden, den man mag, der/die einem nahe steht, die man liebt.  Soweit verhältnissmäßig einfach. Dann kommt die Herausforderung: liebevolle Gedanken für eine Person, die einem absolut zuwider ist, die man gar nicht leiden kann oder die man gar haßt.

Das geht dann über mehrere Stufen weiter, bis man irgendwann – aus buddhistischer Sicht nach vielen Leben – so weit ist, dass man liebevolle Güte für alle Wesen empfinden kann. Das Projekt dauert schon etwas länger als ein, zwei Wochen 🙂

Ich kenne diese Übung schon eine Weile und bin damit in Mini-Minimalstdosen erfolgreich. So nach dem Motto:  bei A und B und eventuell auch bei C geht das ja ganz gut, aber X und Z, diese grauslichen Leute ?! Nein, das ist wirklich zuviel verlangt 🙂

Aber eigentlich wollte ich erzählen, was der Lama, dessen Vorträge ich vor zwei Wochen gehört habe als Fundament dieser Übung bezeichnet hat. Ich weiß nicht, ob das sein persönlicher oder der allgemein verbreitete buddhistische Ansatz ist. Auf jeden Fall hat er mir sehr gut gefallen. Er hat gesagt, dass man um Mitgefühl für andere zu entwickeln sich nur vor Augen halten müsse, dass jeder einzelne Mensch, wie zuwider er uns auch sein möge, die Sehnsucht nach Glück hat und das Bestreben Leid zu vermeiden und dass daher in diesen existentiellen Wünschen und auf dieser grundlegenden Basis alle Menschen gleich seien.

Das war für mich ein ebenso berührender wie inspirierender Gedanke und eine ebenso bodenständige wie tiefe Weisheit.

Advertisements

16 Kommentare zu “Bodhicitta

  1. „… dass jeder einzelne Mensch, wie zuwider er uns auch sein möge, die Sehnsucht nach Glück hat und das Bestreben Leid zu vermeiden…“
    Das sage ich mir auch gerne mal.
    Oder ich versuche mir vorzustellen, dass gewiss (hoffentlich) jeder Mensch eine Mutter hat, die mal gerührt ihr Neugeborenes auf dem Arm hielt und voller stolz seine ersten Schritte ins Leben bewunderte…

    Allerdings scheitere ich dann wieder, wenn ich (insbesondere EINEN) Menschen sehe, der bewusst und mit voller Absicht versucht, mein Leben zu zerstören, mich klein zu machen und zu quälen.
    Hier würde ich den Satz von oben, insbesondere die ZWEITE Satzhälfte NICHT unterstreciehn können.
    Die Sehnsucht nach Glück hingegen umso mehr – und da ist es egal, auf wessen Kosten das EIGENE Glück dann geht…

    Gefällt mir

    • Gemeint ist das jeder Mensch bestrebt ist zu vermeiden selbst zu leiden ….
      Und ja, in manchen Fällen, wie bei deinem bezaubernden ex wäre es wirklich geradezu übermenschlich Empathie und Mitgefühl für ihn zu entwickeln, das verstehe ich wirklich gut !

      Gefällt mir

      • Oh, danke. Und das meine ich definitiv NICHT ironisch oder gar zynisch. Ich mache mir wirklich Gedanken, weil ich es nicht schaffe, ihm „liebevolle Güte und Mitgefühl“ entgegenzubringen.

        In meinem Falle vielleicht keine buddhistische Übung, sondern hat eher was mit meinem Anspruch an christliche Nächstenliebe zu tun… – aber das tut ja nichts zur Sache. Kommt aufs Selbe raus…

        Wie auch immer…
        So ein bisschen Verständnis und Entlastung tut ungeheuer gut. Zumal dann, wenn man immer wieder grübelt, ob man nicht einfach selbst die Oberzicke ist und mit der eigenen Selbstwahrnehmung völlig daneben liegt…

        Gefällt 1 Person

      • Ach so. „leid zu vermeiden“ war auf die eigene Person bezogen… Dann kann ich das schon eher nachvollziehen…

        Gefällt mir

  2. wünsche einen guten Tag

    Gefällt mir

  3. es ist auf jeden Fall ein Ansatz,

    Gefällt mir

  4. Beim Aufstellen geschieht dasselbe, nur schneller und lebenspraktischer. Denn wenn du eine dir bis dahin fremde Person „wirst“ (zB der Vater der Klientin), verstehst du sie von Innen, und egal, was sie auf dem Buckel hat, du kannst sie voll akzeptieren. Das ist die größte Schule, die ich kenne, um deine Mitmenschen verstehen und sogar lieben zu lernen. Hinzu kommt, dass du begreifst, wie sehr wir alle miteinander zusammenhängen, wie sehr sich ein Unglück, eine Schuld aus einem/r anderen ergibt, in diesem Leben, aber auch über viele Inkarnationen hinweg.

    Gefällt mir

    • Wie sehr alles zusammenhängt, ist wohl eine große Erkenntniss, egal aus welcher Richtung sie kommt.
      Zu Aufstellungen kann ich gar nichts sagen, ich habe noch nie an einer teilgenommen und kenne nur die Theorie.

      Gefällt mir

  5. Deinen Artikel könnte ich mir abspeichern und in ca. 10 Jahren daran gehen, diese Übung zu erlernen bis zur Vollkommenheit. – Dann dauert es bis zum Scheitern nicht mehr so lange 🙂
    Eine Person davon könnte mein rausgeschmissener Elektriker sein, der mehr Pfusch gemacht hat, als ein Lehrjunge am ersten Tag machen könnte.
    „Gelassene“ Grüße von „Glara“

    Gefällt 1 Person

  6. Ich finde ganz wunderbar, womit du dich beschäftigst.
    Es ist ein heilsamer Ansatz, der persönlichen Frieden schenkt. Sich dem Haß der Welt friedlich entgegenzustellen ist die einzige Hilfe.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s